7 psychologische Schlüssel, um ohne Angst zu leben

· 17. Dezember 2017

Hat es dir schon einmal Angst gemacht, deine Komfortzone zu verlassen oder dein Kontrollverhalten ablegen zu müssen, als du gemerkt hast, dass die Wahrscheinlichkeit, dass du dich irrst, größer wurde? Paulo Coelhos Meinung dazu lautet wie folgt: „Es gibt nur eines, das einen Traum unmöglich macht: die Angst davor, zu versagen.“ Haben wir wirklich so viel Panik vor dem Versagen oder dem Unbekannten? Ist die Angst tatsächlich ein so mächtiges Instrument, dass sie uns paralysieren und uns unsere Hoffnung nehmen kann?

In Bezug auf dieses Thema kommen viele Fragen auf, und die Antworten darauf sind nicht immer eindeutig. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Angst ein Verteidigungsmechanismus ist und darüber hinaus eine Schutzfunktion für den Menschen hat. Aus diesem Grund ist sie ein Werkzeug, ein Hilfsmittel und eine Reaktion auf eine wahrgenommene Gefahr. Nichtsdestotrotz sollte sie niemals zu einem Lebensstil werden.

„Angst zu empfinden, ist normal, wenn wir vorsichtig sind; sie zu besiegen, zeugt von Mut.“

Alonso de Ercilla y Zúñiga

Psychologische Schlüssel, um ohne Angst zu leben

Viele Forscher, Psychologen und Wissenschaftler haben versucht, den Ursprung der Angst zu studieren. Dank der Forschungsergebnisse bekommen wir Einsicht über einige äußerst interessante Fakten. Es gibt Schlüssel, die es uns ermöglichen, ohne durch unsere Versagensangst gelähmt zu sein, ohne Angst davor, was man über uns sagen wird, oder ohne sonstige Ängste zu leben.

Entscheide dich dafür, ohne Angst zu leben, oder du wirst es irgendwann bereuen

Eine Palliativschwester, die sterbenskranke Patienten behandelte, stellte fest, dass sich das Gefühl von Reue an deren letzten Lebenstagen oft zeigte. Diese Menschen, die nicht mehr lange zu leben hatten, beschwerten sich darüber, viele ihrer Träume nicht erfüllt zu haben, und sie waren sehr traurig, weil ihre Angst stärker war als sie.

Weinende Frau

Sie hatten das Gefühl, nicht das Leben in vollen Zügen genossen und etwas aufgeschoben zu haben, was ihrem Herz nun fehlte. Viele von ihnen sagten, dass sie nicht mehr bis morgen warten würden, um etwas zu tun, dass sie heute in die Tat umsetzen könnten, wenn sie eine zweite Chance hätten. Außerdem gaben sie an, dass sie im Nachhinein darüber nachgedacht bestimmte Menschen lieber öfter geküsst, umarmt oder sich einen Tag von der Arbeit frei genommen und später um Verzeihung gebeten hätten.

Vergesse nicht, dass dir ein Erfolg nicht deine Ängste nimmt

Viele verwechseln Erfolg mit Glück. Doch beides muss nicht unbedingt Hand in Hand gehen. Manche glauben, dass ein prall gefüllter Lebenslauf oder ein luxuriöses Haus für ein erfülltes Leben unabdingbar sind, und gemäß dieser Überzeugung leben sie ihr Leben. So nützlich Geld auch ist, ist es dennoch immer weniger wert als die Überzeugung des Gruppendenkens.

Auf der anderen Seite sollten wir nicht vergessen, dass ein Erfolg viel Angst mit sich bringen kann. Die Angst davor, das Erreichte zu verlieren, kann eine schreckliche Falle sein. Daher spiegeln die Schlussfolgerungen von Sonja Lyubomirskys Studie, durchgeführt an der University of California, die Wichtigkeit der Aufrechterhaltung einer optimistischen Einstellung und des Glaubens an sich selbst dar. Andernfalls können wir in Panik verfallen und alles verlieren, was wir erreicht haben.

Sage mir, mit wem du dich umgibst…

…und ich sage dir, wer du bist. Das scheint ein sehr banales Sprichwort zu sein, aber die Studie der BMJ Gruppe kommt zu dem Entschluss, dass Menschen, die von positiven Menschen umgeben sind, mit weniger Angst leben. Weise die Menschen auszuwählen, die unser Umfeld bilden, ist demnach eine ausgezeichnete Strategie, um glücklicher und weniger ängstlich zu sein.

Die Zukunft ist morgen

Seneca sagte bereits: „Das wahre Glück besteht darin, die Gegenwart zu genießen.“ Dieser Satz erinnert uns an die Angst vor der Zukunft. Wenn wir ständig darüber besorgt sind, was in der Zukunft geschehen wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Angst unseren Geist belagert.

„Die Angst ist immer dazu bereit, die Dinge noch schlimmer zu sehen, als sie sind.“

Tito Livio

Laut einer in der Zeitschrift Sciencemag veröffentlichten Studie würden Menschen, die zu oft abschweifen, übermäßig viel Zeit verlieren und hätten darüber hinaus auch das Gefühl, dass die Zeit zu schnell vorbei gehe. Das führe dazu, dass sie ein zu schnelllebiges Leben führen und ihnen regelrecht schwindelig vor lauter Panik werde, da ihnen das Leben wie Wasser durch ihre Finger rinne.

Mann am Meer

Körperliche Aktivitäten sind sehr hilfreich

Hierzu passt das beliebte römische Mantra: „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“. Auch wenn es schon viele hunderte Jahr alt ist, wird es trotzdem noch gern gebraucht. Tatsächlich haben körperliche Aktivitäten einen sehr großen Einfluss auf unsere geistige Aktivität: Durch sie können wir Ängste, Sorgen und Probleme für eine Weile vergessen.

Das sind die Ergebnisse der durch Daniel Lenders von der University of Arizona durchgeführten Studie. Physische Aktivitäten, wie die Meditation, Musik, Sport oder jede andere körperliche und geistige Aktivität, helfen unserem Gehirn dabei zu entspannen. Das heißt, dass sie eine ausgezeichnete Therapie sind, um mit mehr Bewusstsein und weniger Angst zu leben.

Wir sollten dankbar sein

Auch wenn es absolut simpel erscheint, steckt doch so viel Wahrheit dahinter. Der Journal of Happiness Studies fand heraus, dass eine so einfache Tätigkeit, wie das Schreiben einer Dankeskarte einen positiven Einfluss auf alle Beteiligten hat. Sie alle zeigten sich zufriedener und ausgeglichener.

Wir möchten daran erinnern, dass das Schreiben eine befreiende Wirkung hat. Deshalb ist es in Momenten der Besorgnis und Trauer eine besonders hilfreiche Aktivität. Wenn wir uns hinsetzen, um niederzuschreiben, was wir wirklich fühlen, widmen wir unseren Gefühlen eine kostbare Zeit, da wir ihnen zuhören und sie analysieren.

Helfe anderen Menschen

Da wir nun dankbar sind, erreichen wir eine neue Bewusstseinsebene und helfen anderen gern. Die Forscherin Cassie Mogilner ist der Meinung, dass anderen Menschen Zeit zu widmen uns das Gefühl gäbe, dass wir mehr von unserer Zeit hätten. Das würde uns darüber hinaus zufriedenstellen und würde uns unsere Ängste und Sorgen nehmen.

Helfende Hände

Laut der Meinung der o.g. Autoren weißt du nun, dass die Angst als Gefühl immer in unserem Leben präsent sein wird, aber es ist unsere Entscheidung, wie viel Macht wir diesem Gefühl geben wollen. Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen, außer vielleicht, dass wir nichts verlieren, wenn wir versuchen, unsere Angst zu bekämpfen. Es scheint offensichtlich, dass es eindeutige therapeutische Effekte hat, unsere Komfortzone zu verlassen und unsere Angst zu überwinden… aber traust du dich das auch?