Lerne, die Gegenwart zu genießen – sie wird dich ein Leben lang begleiten

9. Juli 2017 en Psychologie 360 Geteilt

Der Schlüssel zum Glück scheint darin zu liegen, all unsere Sinne zu nutzen und den Informationen Aufmerksamkeit zu schenken, die wir durch sie erhalten – darin, ein volles Bewusstsein für die Gegenwart zu entwickeln. Zahlreiche Studien auf dem Gebiet der Positiven Psychologie haben gezeigt, dass mentales Wohlbefinden aus der Fähigkeit entsteht, uns darauf zu konzentrieren, was im Hier und Jetzt, vor sich geht.

In der Gegenwart zu leben erfordert von unserem Geist eine permanente und sogar zunehmende Anstrengung, da er von Natur aus eher nach Ablenkung strebt. Wir leben für das, was uns in der Zukunft erwartet, und das führt zu emotionalen Schwierigkeiten: Wenn wir uns im Geiste ständig Sorgen über die Zukunft machen, werden Ängste die Kontrolle über unsere Gegenwart gewinnen, und wenn wir dauerhaft in der Vergangenheit leben, werden unsere Tage aus Trauer und Verzweiflung bestehen.

Wir werden daran zerbrechen, wenn wir uns andauernd Fragen über die Vergangenheit und die Zukunft stellen, und wir können uns stärken, wenn wir jeden Tag ohne Angst erleben. Die Vergangenheit und die Zukunft existieren nur in unseren Gedanken – die Realität liegt in der Gegenwart.

„Verweile nicht in der Vergangenheit. Träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.“

Buddha Gautama

In der Gegenwart zu leben verändert das Gehirn

Dr. Andrew Newberg, Neurowissenschaftler an der Thomas Jefferson University (Pennsylvania, USA), und Mark Robert Waldman, Kommunikationsexperte, nehmen an, dass ein Leben, das auf die Gegenwart fokussiert sei, unser Gehirn verändern könne. Die Gegenwart habe die Macht, die physische und emotionale Spannungen zu beeinflussen.

Wenn wir uns auf die gegenwärtigen Aufgaben konzentrieren, verändert das die Art und Weise, auf die unser Gehirn funktioniert. Indem wir unser Leben so fokussieren, stärken wir unsere kognitiven Fähigkeiten und den präfrontalen Kortex. Positive Worte bezüglich dessen, was wir gerade tun, aktivieren das Motivationszentrum des Gehirns und halten es dazu an, zu handeln. Das extreme Gegenteil ist der Fall, wenn wir Worte benutzen, die uns an die Vergangenheit erinnern, oder vorhersehen, was wir zukünftig tun werden. Das führt zur Freisetzung von Stresshormonen. Wenn wir uns negativer Worte bedienen, um uns an unsere Vergangenheit oder Zukunftspläne zu erinnern, wird zudem das Angstzentrum des Gehirns, die Amygdala, aktiviert.

Menschen sind darauf programmiert, sich Sorgen zu machen. Das ist die Aufgabe eines primitiven Teiles unseres Gehirns, der uns so vor gefährlichen Situationen bewahrt. Aber was für unser Überleben vor 10.000 Jahren noch unverzichtbar war, bewirkt heute viel häufiger, dass wir angesichts dessen, was wir nicht wirklich beeinflussen können, weil es noch nicht eingetreten ist und vermutlich niemals eintreten wird, Angst verspüren.

Sei dir immer und zu jeder Zeit bewusst, was du tust – darin liegt wahre Stärke.

Wir können nur im gegenwärtigen Moment glücklich sein

Wir können uns vorstellen, dass wir eines Tages glücklich sein werden, oder wir können uns an Zeiten erinnern, zu denen wir es waren, aber tatsächlich können wir nur zum momentanen Zeitpunkt Glück erfahren. Das bedeutet nicht, dass wir uns keine Ziele setzen oder unser Leben nicht organisieren sollen, sondern dass wir uns dadurch nicht in Zauderer verwandeln dürfen, die von der Realität überwältigt werden, sondern sie genießen und verändern.

Indem wir die Dinge so akzeptieren, wie sie sind, ohne sie zu beurteilen, und unsere Gedanken auf die Gegenwart konzentrieren, können wir unseren Geist leichter vom Abschweifen abhalten und damit ganz bewusst handeln. Wenn wir Gedanken an andere Zeiten auch nicht ganz vermeiden können, so sollten wir sie zumindest loslassen, wenn sie auftauchen, und nicht an ihnen festhalten.

Sich die negativen Umstände der Vergangenheit in Erinnerung zu rufen, vermindert unseren Enthusiasmus und unseren Optimismus und lässt so den gegenwärtigen Moment bitter erscheinen. Es begrenzt unser Potenzial und verschwendet unsere Energie. Sogar die Erinnerungen an positive Vorkommnisse, halten uns, wenn sie andauernd aufkommen, davon ab, die Gegenwart zu genießen, weil sie mit einem Gefühl der Nostalgie verbunden sind, der Vorstellung, dass die Dinge zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit besser waren.

Die Gegenwart ist der einzige Ort, an dem wir unsere Umwelt beeinflussen können und an dem wir unzählige Möglichkeiten haben. Der erste Schritt, sich mit ihr zu verbinden, kann darin liegen, so essenzielle Prozesse wie das Atmen zu kontrollieren. Durch eine solche bewusste Anstrengung werden sich deine Sinne öffnen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Claudia Dinora

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