Wenn wir an unseren Sorgen festhalten, dann wird uns das das Leben nur erschweren

11. Januar 2017 en Psychologie 475 Geteilt

Wir Menschen besitzen die Fähigkeit, uns erlebte Situationen durch Erinnerungen, Worte und Orte wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wenn wir uns gedanklich auf unschöne Erinnerungen konzentrieren, auf das, was nicht wie erwartet ausging, was bei uns Unbehagen auslöst und wofür es keine Lösung gibt, geben wir diesen Gedanken die Möglichkeit, uns in der Gegenwart Schaden zuzufügen.

Heutzutage können wir Sorgen als eine Art Volkskrankheit betrachten. Viele Patienten suchen ihren Hausarzt auf und schildern diesem, dass sie Probleme haben, die mit Angst zu tun haben. In gewisser Weise haben wir Vieles in unserem Leben, worüber wir uns Sorgen machen, aber vielleicht sind die meisten dieser das Ergebnis unserer Fantasie: Die Forschung zeigt, dass viele Sorgen mit Dingen zu tun haben, die niemals eintreffen werden, ebenso viele beziehen sich auf die Vergangenheit, auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind, und nur ganz wenige betreffen Ereignisse, die kurz bevorstehen.

Die entsprechenden Studien veranschaulichen also, dass das Problem darin besteht, dass die Mehrheit unserer Sorgen mit Ereignissen zu tun hat, die niemals geschehen werden oder schon geschehen sind. Wenn wir an unseren Sorgen festhalten, provozieren wir eine negative Veränderung unseres mentalen Zustandes, was eine Vielzahl von Störungen zur Folge hat, die Risikofaktoren für Krankheiten wie Angstzustände oder Depressionen sind.

Negative Situationen waren, sind und werden eine Konstante in unserem Leben sein. Es wird immer etwas geben, das uns missfällt. Der Schlüssel besteht darin, zu wissen, wie man mit diesen umgeht und sie mithilfe von an unsere Realität angepassten Gedanken überwinden kann.

„Das Leben ist ein Schiffbruch, aber man darf nicht vergessen, in den Rettungsbooten zu singen.“

Voltaire

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Sorgen über Sorgen – wenn wir in der Vergangenheit leben

Laut dem Schriftsteller Antonio Jorge Larruy sei es bezüglich der Suche nach dem Glück „einer der größten Fehler der heutigen Gesellschaft, das Glück am falschen Ort zu suchen.“  Ein Beispiel hierfür finden wir in einem philippinischen Dorf, in dem es viel Armut gibt und welches gemäß dem Zentrum für Forschung und Umweltkatastrophen am häufigsten von Naturkatastrophen heimgesucht werde. Dennoch gilt es als glücklichster Ort der Welt, weit vor den Milliardärs-Städten wie Monte Carlo.

Vielleicht ist das Geheimnis der Dorfbewohner, dass sie in den Tag hinein leben, ohne sich darüber zu sorgen, ob ein Hurrikan ihre Häuser zerstörte oder noch zerstören wird, weil ihre Existenz auf einem widerstandsfähigem Netz sozialer und familiärer Unterstützung beruht. In miteinander verbunden Gesellschaften ist es für uns unmöglich, die Gegenwart zu genießen, und Gründe dafür sind der Druck der Konsumgesellschaft, die fehlende Kommunikation, Stress, und die Wichtigkeit, die wir Vergangenheit und Zukunft einräumen.

„Wir haben in jedem Moment mehr Möglichkeiten, als wir denken.“

Thich Nhat Hanh

Unsere Gedanken auf die Gegenwart lenken

Sobald sich unser Verstand in der Vergangenheit oder der Zukunft verliert, erstarrt unser Gehirn und wir aktivieren den rechten Frontallappen, wo Emotionen hausen, die uns schaden. Experten hoch angesehener US-amerikanischer Universitäten sagen, dass sich Kanäle in unserem linken Frontallappen öffnen und wir positivere Gefühle verspüren würden, wenn wir unsere Gedanken auf die Gegenwart lenkten.

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Der Zen-Meister, Friedensaktivist und Nominierter für den Nobelpreis Thich Nhat Hanh erklärt, dass es der einzig wahre Weg sei, „Frieden mit sich selbst und der Welt zu schließen, indem man sich auf den Moment der Gegenwart konzentriert.“  Ein Großteil unseres Leidens würde durch unseren emotionalen Schmerz oder unseren mentalen Kontrollverlust negativ beeinflusst, was uns in erfundenen Welten leben lasse, die nichts mehr mit der Vergangenheit zu tun hätten und fast immer zerstörerisch seien.

Um automatische Gedanken umzuwandeln, ist es notwendig, zu beobachten, was sich in unserem Verstand abspielt, ohne zu urteilen oder sich an Gedanken aufzuhängen. Wenn wir vollkommen in der Gegenwart angelangt sind, so lädt uns Thich Nhat Hanh dazu ein, „müssen wir nicht hinter Launen wie Machtgehabe, Ruhm oder anderen ,Vergnügen‘ hinterherrennen.“

Lerne aus deiner Vergangenheit und gehe in Richtung Zukunft

Wir alle haben eine Vergangenheit voll von glücklichen und guten,
aber auch von schlechten Zeiten und Schwierigkeiten… >>>Mehr

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