7 Dinge, die Teenager über soziale Netzwerke wissen müssen

Was sollten Teenager über soziale Netzwerke wissen, um in der digitalen Welt sicher zu sein? Erfahre heute mehr über dieses Thema.
7 Dinge, die Teenager über soziale Netzwerke wissen müssen
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der psychologe Valeria Sabater am 15. November 2021.

Letzte Aktualisierung: 15. November 2021

Die Mehrheit der Teenager ist in sozialen Netzwerken aktiv. Bevor sie in die digitale Welt eintauchen, sollten sie jedoch über bestimmte Aspekte Bescheid wissen. Die meisten denken zwar, alles zu wissen, doch dies entspricht nicht der Wahrheit.

Soziale Netzwerke wie TikTok, Instagram, Snapchat und Twich sind bei Teenagern sehr beliebt und gehören bei vielen zum Alltag. Viele glauben, im Internet präsent sein zu müssen, um jemand zu sein. Sie tauschen sich aus und nehmen auch an sozialen Experimenten teil, die ihre Identität formen. Likes bestätigen die Beliebtheit, es handelt sich um digitale Medaillen, die jedoch ernste Folgen haben können.

Um schädliche Einflüsse oder Verhaltensmuster zu vermeiden, sollten Teenager über soziale Netzwerke und ihre möglichen Konsequenzen gut informiert sein.

Eines der häufigsten Probleme unter Teenagern ist der Gedanke, dass sie etwas verpassen, wenn sie digital nicht erreichbar sind. Diese Angst nennt sich FOMO (Fear Of Missing Out).

Teenager in sozialen Netzen

7 Dinge, die Teenager über soziale Netzwerke wissen müssen

Viele mögen denken, dass dieses Thema ermüdend oder ungerechtfertigte Panikmache ist. Es geht jedoch alleine darum, die sozialen Netzwerke richtig zu verwenden, um Gefahren zu vermeiden. 

Eine aktuelle Studie der Qustodio-Gruppe und des multinationalen Marktforschungsunternehmens Ipsos hat eine neue Realität untersucht, die sie “hypervernetzte Familien” nennen. Dabei wurde deutlich, dass Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mehr Stunden mit ihren Geräten verbringen als in der Schule.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist, dass Eltern eher dazu neigen, die Nutzung der Technologie einzuschränken, als über ihren Nutzen und ihre Risiken aufzuklären. Zum Glück ändert sich dieser Trend. Die Eltern müssen allerdings bestens informiert sein, um mit ihren Teenagern zu sprechen und sie über die richtige Nutzung sozialer Netze zu informieren.

1. Vorsicht beim Posten

Die Privatsphäre zählt in sozialen Netzwerken zu den wichtigsten Themen. Jugendliche sollten sehr vorsichtig mit ihren Posts umgehen: Es ist nicht alles erlaubt! So dürfen beispielsweise private oder intime Fotos nicht geteilt werden. Sie könnten von anderen mit schlechten Absichten verwendet werden.

Das Phänomen der Sextortion (Erpressung durch neue Technologien ist weitverbreitet). Des Weiteren empfiehlt sich die Deaktivierung der Geolokalisierung in Bildern, die in sozialen Netzwerken geteilt werden.

2. Teenager müssen wissen, dass nicht alles wahr ist

Fake News sind im Netz der Netze an der Tagesordnung: Jugendliche sollten sich bewusst sein, dass viele Daten und Informationen, die geteilt werden, falsch sind.

Sie sollten auch Bildern nicht trauen, denn sie werden ebenfalls manipuliert. Besonders wichtig ist, dass Teenager wissen, dass viele Influencer nur Medienprodukte sind. Hinter dem perfekten Gesicht und Körper, das durch Filter und andere Tricks erreicht wird, versteckt sich eine völlig andere Person.

Teenager sind zwar Digital Natives, doch dies bedeutet noch lange nicht, dass sie über ausreichende psychologische Kompetenzen verfügen, um sich in diesen bildgesteuerten Kanälen, der Schönheitsdiktatur, der Fake News, des Cybermobbings und der Cyberkriminellen zurechtzufinden. Sie brauchen Rat und Hilfe.

3. Teenager müssen wissen, dass ihr Wert nicht an der Anzahl von “Likes” gemessen wird

Teenager brauchen ein starkes Selbstwertgefühl. Sie müssen verstehen, dass ihr Wert nicht von den Bewertungen in virtuellen Räumen abhängt. Sie posten oft Fotos, um Likes oder Kommentare zu erhalten. Diese können allerdings positiv oder negativ sein und Unsicherheit sowie Komplexe auslösen.

Neid ist ein weiterer wiederkehrender Faktor in sozialen Netzwerken: Instagram und TikTok stellen Spiegel dar, mit denen sich Teenager vergleichen. Die virtuelle Welt hat jedoch wenig mit der realen zu tun. Eine Studie der Johns Hopkins School of Medicine hat bestätigt, dass Depressionen und Selbstmordgedanken bei Jugendlichen in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben, was mit dem Aufkommen sozialer Netzwerke zusammenhängt.

4. Teenager verpassen während der Offline-Zeit nichts

Es gibt ein Leben jenseits des Bildschirms, manche Teenager scheinen dies völlig zu vergessen. Die Eltern sollten die Bildschirmzeit begrenzen und ihre Teenager an Hobbys und Leidenschaften heranführen, die ihre Lebensqualität positiv beeinflussen.

Viele Teenager sind reizbar, launisch und schlafen schlecht, weil sie bereits völlig abhängig von ihren Handys und sozialen Netzwerken sind. Die Eltern sollten deshalb von Anfang an die Online-Zeit begrenzen.

5. Die Gefahr der Herausforderungen

In sozialen Netzwerken gibt es immer wieder riskante Herausforderungen. Ein Beispiel dafür ist der Blackout-Challenge, bei dem es darum geht, die Atemwege bis zur Bewusstlosigkeit zu blockieren. Mehrere Kinder und Jugendliche haben dadurch den Tod gefunden.

Teenager beim Nachdenken

6. Cybermobbing muss verhindert werden

Teenager müssen wissen, dass soziale Netzwerke ernsten Schaden anrichten können. Das Veröffentlichen von privaten Fotos oder Videos, Beleidigungen oder Mobbing sind Straftaten und eine Praxis, an der sie unter keinen Umständen mitwirken sollten.

Wenn Freunde oder Mitschüler Mobbing betreiben, müssen sie diese Situation melden.

7. Teenager müssen wissen, dass sie bei Erwachsenen Rat einholen können

Kinder und Jugendliche können und sollten Erwachsene um Hilfe bitten, wenn sie sich in einer ungewöhnlichen, unangenehmen oder bedrohlichen Situation befinden. Sie müssen wissen, dass sie nicht allein sind und jederzeit Unterstützung haben, um Lösungen zu finden. Vertrauen innerhalb der Familie ist deshalb eine grundlegende Stütze.

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  • Informe 2021 de Qustodio e Ipsos: Familias hiperconectadas: el nuevo panorama de aprendices y nativos digitales: https://qweb.cdn.prismic.io/qweb/652ec17d-790d-49a5-8236-713c96b2c732_20191022_familias_hiperconectadas_es.pdf
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