7 Dinge, die mir mein größter Fehler beigebracht hat

· 31. März 2016

Ich habe einmal gelesen, dass der Sinn eines emotionalen Sturms in unserem Leben eben genau in der Tatsache besteht, dass wir einen solchen erleben: Stürme und Erschütterungen geschehen aus einem einfachen Grund im Leben der Menschen, nämlich deshalb, damit diese nicht mehr die gleichen Menschen wie zuvor bleiben.

Wenn wir durch unangenehme Zeiten gehen, dann sehnen wir uns nach unserem vorherigen emotionalen Zustand, wir leiden sehr viel, weil wir uns fragen: „Warum passiert das nur mir?“  Wir glauben, einen Teil unserer Essenz als auch einen Teil der Unschuld der Welt verloren zu haben. Wir fühlen uns seltsam und verwirrt, wir schaffen es nicht, den therapeutischen Wert zu verstehen, den Schmerz haben kann.

Durch die starken Schläge des Lebens können zwei Dinge geschehen: Entweder gehst du unter, oder du wirst als ein besserer Mensch neu geboren. Es ist egal, welchen Glauben du hast, ob du an das Karma glaubst oder nicht. Wir reden über etwas sehr viel Pragmatischeres und Unumstößliches: Erfahrungen verändern uns.

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Nur solche Ereignisse, die mit Intensität unseren Körper und unseren Geist erschüttern, führen uns dazu, Dinge zu hinterfragen, die wir zuvor nie hinterfragt hätten. Und wie es immer so ist, kann ich dies sehr deutlich sehen, wenn es meinem Nachbarn oder meinem Freund passiert, aber nicht, wenn ich selbst unter Schmerzen leide und betroffen bin.

Man sagt häufig Sätze wie: „Das Wichtige ist nicht das Fallen, sondern das Wiederaufstehen“,  oder, „wenn du einen Fehler begehst, dann solltest du aus ihm lernen.“  Aus diesen Sätzen entstehen viele Weiterentwicklungen und Veränderungen, die wir und die Menschen in unserer Umgebung aufnehmen.

Wie gut wäre es, wenn wir solche Dinge bemerken könnten, ohne zunächst deswegen Schläge einstecken zu müssen. Aber es gibt nun mal keine Anleitung zum Leben. Und auch wenn du denkst, dass du eine solche hast, lebst du in einer Welt, in der die Dinge sich verändern. Die weisesten Menschen nehmen die Veränderungen des Lebens an, schließlich heißt es ja, dass „nicht der Stärkste überlebt, sondern der, der sich am besten anpasst“. Und dem Wandel geht immer Versuch und Irrtum voraus, Verwirrung und Lernen.

Ich habe mehr aus meinen Fehlern als aus meinen sicher geglaubten Weisheiten gelernt

Lasst uns an einen Fehler denken, den wir einmal in unserem Leben begangen haben. Wir sprechen hier von Fehlern, die immer noch menschlich sind. Es geht in diesem Artikel nicht um Fehler im Sinne von Verbrechen. Auch wenn selbst solche Menschen nicht automatisch als gute oder schlechte Personen abgestempelt werden können, ist es wichtig, dies klarzustellen und diese Abstufungen zu machen.

Wenn wir nun aber genauer die Fehler betrachten, die wir in unserem Leben begangen haben, dann lasst uns den „schlimmsten“ davon auswählen: Hast du mal darüber nachgedacht, wie viel dieser Fehler dir gebracht hat, durch all das, was du durch ihn gelernt hast? Hast du einmal darüber nachgedacht, was du durch ihn freigesetzt hast oder was du deinem Wertesystem hinzugefügt hast, nur weil du ihn begangen hast?

„Die Fehler der Intelligenten sind lehrreicher als die Wahrheiten der mittelmäßigen Geister.“

Arturo Graf

Mach dir keine Sorgen, dir wird es eine Freude sein, dasFolgende zu lesen, falls du noch nie darüber nachgedacht hast. Einige Lektionen der Fehler, die wir als Menschen begehen, sind universeller, als wir denken. Und deshalb werden wir sie hier einmal durchgehen.

Was mir mein „größter“ Fehler gezeigt hat

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  • Das Leben kann dich positiv und negativ überraschen: Man muss darauf vorbereitet sein, dass schlechte Zeiten kommen können, und es gibt nichts Besseres, als damit selbstständig fertig werden zu können.
  • Nicht jede emotionale Unterstützung, die man dir gibt, ist sinnvoll. Nur die Qualität ist wichtig, nicht die Quantität: Zu glauben, dass wir in einer schwierigen Situation oder in einem emotionalen Loch stecken, ist nichts weiter als das, ein Glauben. Es ist wichtig, vorsichtig zu sein und nicht ständig nach jeglicher Form sozialer Unterstützung zu suchen, sondern nur nach solcher, die dir auch etwas nützt.
  • In den schlechten Momenten lerne ich mich und andere erst richtig kennen: Man sagt auch, dass man jemanden erst richtig kennt, wenn du mit diesem Menschen zusammen durch eine wirtschaftlich, sozial oder emotional schwierige Situation gegangen bist. Dies kann dir viel über den Anderen verraten. Er ist auf einmal nicht mehr der Traumprinz, auf den du vertrauen kannst oder nicht mehr der Freund, der dich umarmt. Das heißt nicht, dass du diese Beziehungen abbrechen musst, aber sie nehmen danach einfach eine andere, etwas oberflächlichere Gestalt an.
  • Wenn dir manche ihre Gleichgültigkeit zeigen, dann wirst du klarer die Loyalität, Feinfühligkeit und Leidenschaft anderer erkennen: Es ist schrecklich, wie wir manche Menschen in unserer Umgebung falsch einschätzen. Nur wenn schwere Zeiten hereinbrechen, kann man ihre Größe erkennen. Ehrliche und reine Menschen sind nicht wegen der Zeit, die sie dich begleiten, so wertvoll, sondern wenn ihre Ehrlichkeit und Güte erstrahlt.
  • Alles vergeht, alles verändert sich, nichts ist beständig: Ein Schmerz und eine Enttäuschung, so tiefgreifend sie auch erscheinen mögen, werden mit der Zeit schwächer, sanfter und lösen sich auf. Wenn du mit Prinzipien handelst, dann werden diese für deine Zukunft stärker und du siehst den Schmerz schließlich nur als ein Mittel dazu, dich selbst klarer erkennen zu können.
  • Fehler lassen sich überwinden, aber Enttäuschungen sind unumkehrbar: Fehler kann man überwinden und man kann aus ihnen lernen. Du wirst die Personen vergessen können, die dich enttäuscht haben, aber niemals das, was sie dich haben fühlen lassen. Es war vielleicht der beste Weg, etwas ein Ende zu setzen, was nichts Wahrhaftiges war.
  • Dank all dem Gelernten bin ich heute ein besserer Mensch: Dank all dem Gelernten bin ich ein anderer Mensch geworden. Nicht weniger feinfühlig oder unschuldig und auch nicht „schlauer“. Ich bin einfach ein Mensch, dem die Dinge klarer geworden sind, ich bin selbstgenügsamer und habe die Fähigkeit, die Dinge zu ignorieren, die mich nicht interessieren und dafür das zu genießen, was mich begeistert.

Der bittersüße Geschmack meines Fehlers hat mich auf andere Niederlagen vorbereitet

Es ist unvermeidbar, dass wir alle uns immer wieder irren, so sehr wir auch glauben, alles unter Kontrolle zu haben. Fehler sind ein grundlegender Pfeiler unseres Wachstums und unserer Entwicklung.

Wenn wir aus unseren Fehlern lernen, dann fallen wir das nächste Mal mit einem Dämpfer zu Boden und wir stehen schneller wieder auf. Denn wenn du in deinem Leben keine Fehler machst und dir nicht manchmal auch unangenehme Dinge passieren, dann hast du ein sehr eingeschränktes, langweiliges Leben.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Elena Lishanskaya, Lucy Campbell