5 Strategien für ein gutes Gespräch

· 26. November 2018

Der Dialog ist eine der Säulen unserer Beziehungen. Durch Worte kommen wir mit unserer Gesellschaft und unserer Kultur in Kontakt. Deshalb ist es entscheidend, zu wissen, wie wir ein gutes Gespräch führen, um unseren Kreis der Unterstützung aufzubauen, zu erhalten und zu bereichern. In diesem Sinne ist die beste Nachricht, dass all diese sozialen Fähigkeiten mit geeigneten Techniken und Praktiken verbessert werden können. Wir sprechen von einer „Kunst“, die durch ständige Praxis erlernt wird.

Für ein gutes Gespräch ist es am wichtigsten, eine offene Haltung gegenüber dem anderen einzunehmen. Von jedem können wir lernen und mit fast jedem können wir einen angenehmen Austausch haben. Allerdings gibt es weitere Leitlinien, die dazu beitragen, den Dialog fruchtbarer zu gestalten. Wir schauen sie uns in diesem Artikel an.

„Ein gutes Gespräch sollte das Thema erschöpfen, nicht die Gesprächspartner.“

Winston Churchill

1. Aktives Zuhören

Ein gutes Gespräch hängt direkt von der Fähigkeit ab, zuzuhören. Zu wissen, wie wir jemandem zuhören, bedeutet nicht, die Anzahl der Geräusche zu erhöhen, die das Ohr wahrnehmen kann. Aktives Zuhören ist ein partizipatorischer Prozess.

Aktives Zuhören verhindert, dass der Dialog zum Monolog wird. Wenn nur einer spricht, ergibt sich kein Gespräch. Natürlich gibt es immer eine gewisse Asymmetrie. Jemand redet mehr und jemand hört mehr zu. Es ist sehr schwierig, ein absolutes Gleichgewicht zu erreichen, aber je näher wir ihm kommen, desto besser wird der Dialog sein.

Zwei Figuren kommunizieren als Symbol für ein gutes Gespräch

2. Das Gespräch nach einer zu langen Pause retten

Es gibt immer eine Zeit, in der die Stille Einzug hält. Einige Leute fühlen sich dabei zutiefst unwohl. Aber es ist keine große Sache, denn Pausen sind notwendig. Wenn die Stille jedoch zu lang wird und wir das Gespräch noch nicht beenden wollen, ist es angebracht, den Dialog aus dieser Leere zu retten.

Wie macht man das? Der beste Weg ist die Einführung von Übergangssätzen. Dies sind Affirmationen, die es ermöglichen, den Dialog wieder in den Griff zu bekommen und ihn zu einem eben behandelten Thema oder zu einem neuen Aspekt zu führen. Es sind Aussagen wie „Bezüglich dessen, was du vorher gesagt hast …“, „Um mal das Thema zu wechseln, ich möchte wissen, was du davon hältst …“  oder „Ich habe dir noch nicht erzählt …“,  die diese Funktion erfüllen. Es sind Phrasen, die dir helfen, anzuknüpfen und dazu beizutragen, ein gutes Gespräch zu führen.

3. Informationen freigeben

Die Freigabe von Informationen hat mit der Beantwortung der Fragen unseres Gesprächspartners mit qualitativ hochwertigen Inhalten zu tun. Wenn wir lakonisch reagieren und uns auf einsilbige Antworten beschränken, werden wir den Willen des anderen enttäuschen, ein gutes Gespräch zu führen und zu pflegen.

Indem wir die Fragen des Gegenübers mit zusätzlichen Informationen beantworten und belohnen, werden wir den Dialog erleichtern. Es ist auch ein Zeichen von Offenheit und dem Wunsch, bekannt zu machen, was wir denken, fühlen oder glauben. Dies erleichtert die Interaktion. Es ist nicht so, dass wir auf jede kurze Aussage hin eine ausführliche Antwort geben sollten, sondern wir sollten denjenigen, die uns darum bitten, zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen.

Kommunikation als Fadenknäuel

4. Selbstoffenbarung, einer der Schlüssel für ein gutes Gespräch

Wir schenken eher jenen Menschen unser Vertrauen, die das gleiche mit uns tun, so wie wir offener gegenüber denen sind, die die gleiche Haltung einnehmen wir wir. Wenn wir möchten, dass sich ein Gespräch in Richtung einer persönlicheren Ebene bewegt, ist es ratsam, anzufangen, Inhalte auf dieser Ebene zu teilen. Das heißt, dass wir den anderen Aspekte, die mit der Privatsphäre unseres Lebens zu tun haben, offenbaren, wenn wir daran interessiert sind, ihn ebenfalls näher kennenzulernen.

Wenn wir spontan über derartig persönliche Aspekte sprechen, wird wahrscheinlich auch die andere Person dazu motiviert sein. All dies führt zu einer Verschiebung vom höflichen, formalen Gespräch zu einem eher persönlichen.

5. Fragen als Motor des Gesprächs

Fragen helfen dem Gespräch, voranzukommen. Sie ermöglichen es nicht nur, sich gegenseitig besser kennenzulernen, sondern sind auch eine unverzichtbare Zutat für ein gutes Gespräch. Natürlich müssen wir genügend Kriterien haben, um die Fragen zu wählen, die wir dem anderen stellen wollen. Das Ziel ist nicht, dass er sich hinterfragt oder angegriffen fühlt.

Wenn wir eine Person nicht gut kennen, ist es am besten, Fragen zu stellen, die sich vom Oberflächlichen langsam in die Tiefe vorarbeiten. Auf diese Weise lassen wir Zeit, damit das Vertrauen wachsen kann, und erzeugen keine Momente des Unbehagens.

Es lohnt sich, die Kunst des guten Gesprächs zu pflegen. Sie führt nicht nur zu unterhaltsamen Situationen, sondern ist auch therapeutisch. Sie erlaubt dir, uns auszudrücken, zuzuhören und von anderen zu lernen. Auch bereichert sie unser Leben und macht unsere Beziehungen zu anderen einzigartig bunter.