5 Lektionen, die Kinder durch „Das Dschungelbuch“ lernen

12, Oktober 2016 en Filme 32 Geteilt

Die Neuverfilmung des Walt Disney-Klassikers Das Dschungelbuch  kommt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen sehr gut an. Es ist eine Geschichte, die jeder kennt und mit der verschiedene Generationen aufgewachsen sind und die sich noch immer großer Beliebtheit erfreut, auch wenn die darin vorkommenden Lieder und Schauspieler nicht mehr ganz die gleichen sind wie damals. Aber wieso gefällt uns diese Geschichte eigentlich so gut? Wieso bewegt und inspiriert sie Personen jeder Altersgruppe?

Die Antwort finden wir in der Großartigkeit und Dauerhaftigkeit dessen, was uns dieser Film mitteilen möchte: Es handelt sich um eine Geschichte, die davon erzählt, unsere Umwelt und alle darin lebenden Wesen zu respektieren. Abenteuer dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Sie erzählt auch von der Wichtigkeit der Freundschaft und des Kämpfergeistes, was Kindern ja sowieso gut gefällt.

Es ist eine Fantasiegeschichte, die allerdings auch etwas mit der Realität zu tun hat. Wir können gewisse Parallelen ziehen, wie es zum Beispiel bei der Geschichte des französischen Wolfskindes der Fall ist, die uns an Mogli erinnert – es handelt sich dabei um den sogenannten Wilden von Aveyron. Mehrere solcher Geschichten wurden verfilmt.

Kommen wir wieder zu dem Film Das Dschungelbuch  zurück. Wer diesen Film schauen möchte, dem schlage ich vor, das zusammen mit Kindern zu tun und sich gemeinsam an den Darstellern und ihren Abenteuern zu erfreuen, die diesen Klassiker und die dadurch vermittelten Lektionen aufleben lassen. Schauen wir uns doch ein paar dieser Lektionen etwas näher an:

1. Wir sind auch nur ein Teil unseres Planeten

Der Film erklärt, wie der Mensch nur eine weitere Spezies unter vielen anderen ist, die die Erde bewohnen, und aus diesem Grund sollte er seine Umwelt und alle anderen Lebewesen darin respektieren. Jedes Lebewesen erfüllt seine Funktion im Kreislauf des Lebens, jedes Lebewesen hat seine Daseinsberechtigung und ist für andere unverzichtbar.

Als Kinder verstehen wir das, aber je älter wir werden, desto mehr fällt uns auf, dass weder die Umwelt noch Tiere wirklich respektiert werden, sondern sie werden nur zu oft ausgebeutet und schlecht behandelt. Es ist eine Lebensart, bei der Wettstreitigkeiten und Machtkämpfe auf dem Rücken der Natur ausgetragen werden.

mogli

„Kein einziger Bewohner des Dschungels mag es, gestört zu werden, und jeder liegt immer auf der Lauer, um sich auf Eindringlinge zu stürzen. Danach verstand Mogli auch die ,Weisung des Jägers‘, die so lange lautstark wiederholt wird, bis sie beantwortet wird, wenn irgendein Bewohner des Dschungels außerhalb seines eigenen Territoriums jagt. Diese Weisung bedeutet übersetzt: ,Erlaubt mir, hier zu jagen, weil ich Hunger habe.‘ Und die Antwort darauf ist: ,Jage, um nach Essen zu suchen, aber nicht zum Vergnügen.’“

Auszug aus: Das Dschungelbuch

Menschen können von ihrer rationalen Denkweise Gebrauch machen, was ein entscheidender Unterschied zu anderen Lebewesen ist. Unglücklicherweise wird diese logische Fähigkeit mehr für das eigene Wohl als für das Wohl der gesamten Umwelt eingesetzt. Wir vergessen, dass wir die Natur, die uns umgibt, nicht besitzen. Wir sind dort auch nur zu Besuch.

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2. Familie geht über Blutsverwandtschaft hinaus

Der kleine Mogli kam in den Dschungel und fand Schutz bei dem Panther Baghira. Aufgenommen wurde er letztendlich von der Wolfsmutter Raksha, die ihn zusammen mit dem Wolfsrudel aufzog. Die Tiere des Dschungels wussten, dass er ein Mensch war und theoretisch nicht in die Rolle des Wolfskindes passte. Dennoch nahmen sie ihn bei sich auf.

„Ganz egal, wohin du gehst oder wie sie dich nennen. Du wirst immer mein Sohn sein.“

Raksha in: Das Dschungelbuch

Mogli fühlt, dass sie seine Mutter und diejenige ist, die seine Wunden geleckt, sich um ihn gesorgt, ihm Ratschläge gegeben und ihn auf sichere Wege geleitet hat, damit ihm nichts passiert. Auch wenn sie nicht seine leibliche Mutter und noch dazu kein Mensch ist, ist Raksha dennoch das Musterbeispiel für ein glückliches Heranwachsen, weil sie ihn mit Liebe, Einfühlungsvermögen und einer strengen Hand groß zog. Alles andere ist nur zweitrangig.

3. Die Natur ist da draußen: Erfreue dich an ihr und sei glücklich

Wenn es etwas gibt, das wir schätzen sollten, dann sind es die Schönheit und die Möglichkeiten, die uns die Natur schenkt. Sie ist ein Geschenk voller Leben, Gesundheit und Freude, das uns Ruhe und Frieden beschert. Durch sie können wir klarer denken und sie hält die wichtigsten Momente unseres Lebens fest.

Im Kindesalter erfreuen wir uns ihrer ganzen Schönheit, ohne auf die Uhr zu schauen und wir haben Spaß daran, nach draußen zu gehen, weil auch wieder die längeren Tage des Jahres kommen, die wir dann noch mehr genießen können.

Der Film möchte uns in Bezug auf die Natur das vermitteln, was sie selbst uns ständig versucht mitzuteilen: „Wir müssen hinausgehen in die Natur, müssen ihr folgen und unsere Probleme einmal beiseite lassen.“  Wir sollten uns an ihrem Licht und ihrer Ruhe erfreuen, weil wir nur ein Leben haben, und wenn wir das in der Natur verbringen, werden wir ein glücklicheres und vollkommeneres Leben führen.

4. Groll zerstört Leben

Die Figur des Shere Khan wird von einem Tiger verkörpert, der nach einer schlechten Erfahrung mit Menschen, genauer gesagt mit dem Vater von Mogli, glaubt, dass alle Menschen seine Feinde seien. Er versucht, die anderen Tiere davon zu überzeugen, dass sie Mogli hassen sollten, weil der „Menschenjunge“  heranwachsen und irgendwann kein Kind mehr und dann so erbarmungslos wie die anderen Menschen sein wird.

Akela: „Mogli ist ein Teil unserer Gruppe!“
Shere Khan: „Mogli…sie haben ihm einen Namen gegeben! Seit wann nehmen wir in diesem Dschungel Menschen auf?
Akela: „Er ist doch nur ein kleiner Junge.“
Shere Khan zeigt seine Narben: „Erinnern euch meine Narben nicht daran, was ein erwachsener Mensch anrichten kann?“

Auszug aus: Das Dschungelbuch

loewe

Shere Khan ist nicht dazu in der Lage, zu verstehen, dass ihm manche Menschen einmal Schaden zugefügt haben, aber dass das nicht bedeutet, dass jeder genauso vorgehen wird. Der Groll des Tigers ist der Hauptgrund dafür, dass er den Menschenjungen umbringen will, koste es, was es wolle. Kinder müssen verstehen, dass Groll eine unglaubliche Last ist, die man mit sich herumträgt.

5. Sei deinen Freunden immer treu ergeben und sei stets ehrlich zu ihnen

In diesem Leben ist es doch so wichtig, Freunde zu haben, und wenn wir uns in ihrer Gegenwart und in einem so authentischen Umfeld, wie dem Dschungel oder der Natur wohlfühlen, wird diese Bindung noch viel stärker. Als wir noch klein waren, fühlten wir das auch. Mogli trifft im Film auf verschiedene Lebewesen, aber es sind der Bär Balu und der Panther Baghira, die zu seinen treuesten Weggefährten werden.

Baghira: „Komm schon, Mogli. Es ist Zeit für uns zu gehen.“
Mogli: „Aber ich helfe gerade Balu dabei, sich auf den Winterschlaf vorzubereiten.
Baghira: „Bären im Dschungel halten keinen Winterschlaf.
Balu: „Es ist kein richtiger Winterschlaf, aber ich ruhe mich kurz aus… und das tue ich oft.“

Auszug aus: Das Dschungelbuch

Jeder passt auf den anderen auf und sie halten alle zusammen, um zu vermeiden, dass Shere Khan dem Leben von Balu ein Ende bereitet. Mit ihren Fähigkeiten kämpfen alle Seite an Seite, setzen ihr Leben immer wieder füreinander aufs Spiel, und was am wichtigsten ist: sie würden sich niemals hintergehen.

Mogli weiß, dass er mit seinem Wissen, das er als Mensch hat, dazu beitragen kann, das gesamte Ökosystem sowohl zu verbessern als auch zu zerstören. Und er möchte auf keinen Fall die Umwelt, in der er und seine Freunde leben, vernichten. Etwas Gutes oder etwas Schlechtes zu tun hängt lediglich von der Entscheidung ab.

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