Freundschaft verdoppelt die Freude und halbiert unsere Angst

· 5. September 2016

Die Freundschaft bildet eine Schutzfunktion für unsere psychologische und physische Gesundheit. Es ist erwiesen, dass soziale Isolation eine große Auswirkung auf die Sterblichkeit hat: Es gibt Studien, die besagen, dass fehlende psychologische Unterstützung genauso schlimm für unsere Gesundheit ist wie etwa Tabak, hoher Blutdruck, ein hoher Cholesterinspiegel, Fettleibigkeit oder fehlende Bewegung.

In diesem Sinne können wir behaupten, dass enge Bindungen, die wir mit anderen knüpfen, unser Wohlbefinden verdoppeln und unsere Ängste halbieren. Denn starke, zwischenmenschliche Beziehungen machen uns stark, daran besteht kein Zweifel.

Es ist auch richtig, dass es nicht einfach ist, eine zufriedenstellende psychologische Nähe mit den Menschen in unserer Umgebung aufzubauen, weil wir oft aus Enttäuschung die Einsamkeit bevorzugen. Solange diese Einsamkeit sich jedoch nicht in Isolation verwandelt, gibt es keinen Grund, warum dies schlecht für unsere Gesundheit sein sollte.

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Freundschaft, der Aufbau affektiver Bindungen

Von Leuten umgeben zu sein, die uns mögen, macht uns psychologisch stark und beugt emotionalen Schwierigkeiten vor, die aufgrund verschiedener Ursachen auftreten können, wie etwa eine Scheidung, ökonomische Schwierigkeiten oder eine Krankheit.

Das heißt, dass Freunde uns helfen, Stress zu verringern. Es ist wunderbar, eine Vertrauensperson zu haben, eine Person, die uns Hilfe, einen Rat oder eine Schulter anbieten kann, auf der wir weinen können. Die schlichte Anwesenheit uns lieber Personen in unserem Leben macht, dass schwierige Zeiten gleich viel weniger schlimm sind.

So scheint die Qualität und Häufigkeit unserer freundschaftlichen Beziehungen eine Schlüsselrolle dabei zu spielen, unser Unwohlsein und unsere Angst zu reduzieren. Ein gute Darstellung dessen sind die Worte von Robin Hood:

„Sprich frei und zeig uns deine Sorgen. Der Fluss der Worte befriedet das Herz desjenigen, der leidet: Es ist, als würde man die Schleusen öffnen, wenn der Stausee überzulaufen droht“.

Der Psychologe und Forscher James Pennebaker hat experimentell bewiesen, dass das Sprechen über die Probleme, die uns Sorgen bereiten, eine gute psychologische und auch psychische Wirkung hat. Mit unseren Freunden sprechen stärkt also unsere Gesundheit.

Umarmung

Die Stärkung unserer emotionalen Fähigkeiten

Wenn wir von emotionalen Fähigkeiten sprechen, dann meinen wir damit die Fähigkeit der Anerkennung, der Kanalisierung und Kontrolle der eigenen Gefühle, dass wir empathisch sind, und das bezieht sich auf die Gefühle, die in sozialen Beziehungen auftreten.

Es ist also gar nicht komisch, dass wir, wenn wir von guten Freunden umgeben sind, unsere emotionalen Fähigkeiten stärken. Dank dessen wiederum haben wir auch eine bessere Disposition dafür, dass andere sich uns annähern, wodurch wir mehr Optionen eröffnen, bedeutende Beziehungen zu schaffen.

Dieses wunderbare Gefühl, einen emotionalen Sicherheitsgürtel zu haben, der uns beschützt, lässt sich mit nichts vergleichen. Zu fühlen, dass man uns mag, gibt nicht nur Hoffnung, sondern auch Kraft und Lebensfreude.
umschlungen
Zu merken, dass jemand dich sehen will, mit dir sprechen will und sich dafür interessiert, wie es dir geht, bringt uns in eine emotionale Position, die uns unzählige Male vom Abgrund gerettet hat. Deshalb können wir uns sicher sein, dass diese Menschen, die wir so sehr lieb haben, einen unglaublich wichtigen Teil unseres Rettungsrings ausmachen.

In diesem Sinne passt es, hier einen Auszug aus dem Roman Mond über Manhattan  von Paul Auster anzuführen, der auf magische Weise das widerspiegelt, was wir hier zuvor gesagt haben.

 

„In diesem Moment hatte ich es ignoriert, ganz klar, aber wissend, was ich jetzt weiß, ist es für mich unmöglich, diese Tage zu ignorieren, ohne dass mich eine Welle der Nostalgie für meine Freunde überkommt. Im gewissen Sinne verändert dies die Wirklichkeit, die ich erfahren habe.

Ich war vom Rand der Steilküste gesprungen und genau dann, als ich kurz davor war, auf dem Boden aufzuschlagen, geschah etwas Außergewöhnliches: Ich erfuhr, dass es Menschen gibt, die mich lieb haben. Dass jemand einen so lieb hat, verändert alles.

Es verringert nicht den Horror des Falls, aber es gibt dir eine neue Perspektive auf das, was dieser Horror bedeutet. Ich war vom Rand gesprungen und nun, in diesem letzten Moment, hat mich etwas in der Luft gehalten. Dieses etwas ist das, was ich als Liebe bezeichne.

Es ist die einzige Sache, die den Fall eines Menschen stoppen kann, die einzige Sache, mächtig genug, um die Gesetze der Schwerkraft aufzuheben.“

 

Vergiss es nicht: Ein Lächeln, ein Gespräch oder ein tröstendes Wort sind wahre Lebensretter, die uns aufrecht halten, wenn wir von Angst und Unwohlsein erdrückt werden.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Kristina Webb, Claudia Tremblay und anderen unbekannten Autoren.

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