5 interessante Fakten über Sigmund Freud

· 21. September 2016

Sigmund Freud, auf der ganzen Welt als Vater der Psychoanalyse bekannt, ist eine der einflussreichsten, aber auch kontrovers diskutiertesten Personen des zwanzigsten Jahrhunderts, größtenteils weil er eine komplett neue Sichtweise auf die Persönlichkeit des Menschen begründet hat.

Freuds Theorien waren der Ausgangspunkt für eine psychologische Schule, die schnell an Einfluss gewinnen würde und die bald eine dominante Kraft in der Frage werden würde, wie der menschliche Verstand und menschliches Verhalten zu verstehen sei. Die Veröffentlichung seines Buchs Die Traumdeutung  im Jahre 1899 bildete den Grundstein für die Theorien und Ideen der Psychoanalyse.

Obwohl er eine der bekanntesten Persönlichkeiten unserer Zeit ist, gibt es viele interessante Dinge über ihn, die du bestimmt noch nicht weißt. Im Folgenden werden wir uns einige der wohl erstaunlichsten Dinge über diesen Physiologen, Mediziner, Psychologen und Denker anschauen, der unsere Art, den Verstand zu betrachten, verändert hat.

Sigmund Freud war der älteste von 8 Geschwistern

Freud wurde am 6. Mai 1856 in Freiberg, Mähren (heute Příbor in der Tschechischen Republik) geboren. Sein Vater Jakob, damals 41 Jahre alt, war Wollhändler und hatte bereits 2 Kinder aus einer vorherigen Ehe. Seine Mutter Amalia war 20 Jahre jünger als ihr Gatte. Das Scheitern der Geschäfte seines Vaters zwang die Familie, ihr Heim zu verlassen und nach Wien zu ziehen.

Freuds Eltern bekamen 7 weitere Kinder. Jedoch beschreibt sich Freud selbst oft als den Liebling seiner Mutter, etwas, was seinem Denken zufolge wichtig sein kann. Freud selbst behauptete sogar einst: „Ich habe bei den Menschen, die bewusst wissen, dass sie die Lieblinge ihrer Mutter sind, eine besondere Selbstständigkeit in ihrem Leben aufgefunden, sie sind ungemein optimistisch und sie bringen oft wirklichen Erfolg nach Hause“.

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Freud verteidigte und konsumierte Kokain

Bevor man seine schädlichen Effekte entdeckte, wurde Kokain oft als Betäubungsmittel und Aufputschmittel (dank seiner euphorischen Wirkung) verwendet. Es wurde auch als Zutat in gewöhnlichen Haushaltsmitteln benutzt, in kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken oder auch in Hustenbonbons. Freud interessierte sich für die potentielle antidepressive Wirkung von Kokain und verteidigte seinen Gebrauch in verschiedenen Anwendungsbereichen.

Freuds Kokainabhängigkeit entstand übrigens, um einem guten Freund zu helfen, dem Doktor Ernst von Fleischl-Marxow.  Dieser war vom Morphium abhängig, das er zu nehmen begann, um die Schmerzen zu lindern, nach dem er sich beim Sezieren eines Kadavers mit einem Skalpell geschnitten hatte. Der Schnitt machte ihm ernsthafte Schwierigkeiten.

Zu dieser Zeit wurde Kokain als ein Allheilmittel gegen alle möglichen Arten von Schmerzen betrachtet, eine Tatsache, die Freud dazu bewegte, seine Forschung über Kokain als ein Gegengift für die Morphinsucht seines Freundes weiterzuführen. Jedoch waren die Ergebnisse desaströs. Als die süchtig machenden und schädlichen Nebenwirkungen von Kokain bekannt wurden, schadete dies der medizinischen Reputation Freuds, der bereits selbst schon süchtig danach war.

Freud wurde Arzt, um die Frau zu heiraten, die er liebte

Mit 26 Jahren verliebte sich Freud wie verrückt in eine 21-jährige Frau mit dem Namen Martha Bernays, mit der er zwei Monate, nachdem sie sich kennengelernt hatten, eine Beziehung anfing. Er war jedoch ein armer Student, der noch bei seinen Eltern lebte und seine Arbeit im wissenschaftlichen Labor warf nicht genug ab, um eine Familie zu ernähren.

Sechs Monate nachdem er Martha kennengelernt hatte, brach er seine wissenschaftliche Karriere ab, um Arzt zu werden. Er studierte drei Jahre im Allgemeinen Krankenhaus Wien und er war nur selten in der Lage, seine zukünftige Frau zu sehen, die nach Deutschland umgezogen war. Nach vier Jahren des Wartens heirateten die beiden. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Bezüglich der Ehe vermuten verschiedene Historiker, dass er eine Affäre mit seiner Schwägerin Minna hatte.

Freud entwickelte die „Sprechtherapie“

Auch wenn Freuds Theorien oft von heutigen Psychotherapeuten kritisiert oder abgelehnt werden, dienen die Methoden des berühmten Psychoanalytikers Vielen weiterhin als Basis für ihre Therapien. Die Psychotherapie, auch bekannt als „Sprechtherapie“ spielt eine fundamentale Rolle in den Therapieformen heutiger Analytiker und ist zu einem wichtigen Bestandteil vieler Therapietechniken geworden.

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Durch die Anwendung der Sprechtherapie sollen bedeutende Muster oder Ereignisse ans Licht gebracht werden, die eine wichtige Rolle bei den aktuellen Problemen des Patienten spielen könnten. Die Psychoanalytiker glauben, dass Kindheitserlebnisse und unbewusste Gefühle, Gedanken oder Motivationen eine wichtige Rolle bei Geisteskrankheiten und Verhaltensstörungen spielen.

Freud verließ Wien wegen der Nazis

Als die Nazis in Österreich einmarschierten, wurden viele seine Bücher zusammen mit denen anderer berühmter Autoren verbrannt. Seine Meinung zu diesem Thema scheint höchst kurios. Man berichtet von einer Gelegenheit, bei der Freud zu einem Freund sagte: „Es gibt Fortschritt. Im Mittelalter hätten sie mich verbrannt, heute geben sie sich damit zufrieden, meine Bücher zu verbrennen.“

Freud und seine Tochter Anna wurden von der Gestapo verhört und dank seiner Freundin Marie Bonaparte war er in der Lage, sich eine Fahrkarte nach England zu sichern. Bonaparte versuchte auch die vier jüngeren Schwestern Freuds herauszuholen, aber es gelang ihr nicht. Die vier Frauen starben in den Konzentrationslagern der Nazis.

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