5 großartige Lehren aus dem Leben von Sokrates

9. April 2019

Viele sehen in Sokrates den Vater der Philosophie. Er wurde 469 v. Chr. im griechischen Athen geboren. Sein Vater, Sophroniskus, war Steinmetz. Seine Mutter, Phaenarete, war Hebamme. Trotz seiner Herkunft aus einfachen Verhältnissen war das Leben von Sokrates voller Lektionen, die bis heute gültig sind.

Im Grunde lebte dieser große Philosoph wie jeder andere Athener. Er trat zunächst in die Fußstapfen seines Vaters und musste auch als Soldat dienen. Tatsächlich wussten die Leute, dass er ein zuverlässiger Arbeiter und ein sehr geduldiger Mann war.

Als er später als Denker und Forscher auftrat, begann er damit, sich Feinde zu machen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass er einen hohen moralischen Anspruch stellte. Innerhalb seines ethischen Systems gab es keinen Platz für Unehrlichkeit, Unehrenhaftigkeit oder Doppelmoral, die in der griechischen Gesellschaft aber weitverbreitet waren. Er wurde wegen dieser Ideen verfolgt und verspottet. Am Ende wurde er sogar zum Selbstmord verurteilt. Aber selbst diese letzte Episode seines Lebens erwies sich als großartige Lehre.

„Alle Menschenseelen sind unsterblich, aber die Seelen der Gerechten sind unsterblich und göttlich.“

Sokrates

1. Demut: Eine der großen Lehren aus Sokrates‘ Leben

Sokrates sah vermutlich nicht sonderlich gut aus. Er war eher klein und hatte einen respektablen Bauch. Außerdem hatte er wohl recht raue Gesichtszüge und zeichnete sich durch seine großen, runden Augen und eine Stubsnase aus. Andere Philosophen verspotteten ihn wegen seines körperlichen Aussehens.

Nichtsdestotrotz, keine dieser Schmähungen nahm sich der „Vater der Philosophie“ zu Herzen. Im Gegenteil, er widmete dieser Kritik wenig oder gar keine Aufmerksamkeit. Tatsächlich trug er immer denselben Mantel und lebte ein sehr  strenges Leben. Er aß kaum und trank wenig. Ein Philosoph sagte einmal, dass kein Sklave so behandelt werden möchte, wie Sokrates sich selbst behandelte. Platon dagegen sagte, er wolle Sokrates die Füße waschen und ihm Sandalen anziehen.

Sokrates hält einen Vortrag.

2. Respekt für die Individualität anderer Menschen

Einer der interessantesten Aspekte im Leben dieses Philosophen ist, dass er niemals etwas aufgeschrieben hat. Trotz der Tatsache, dass alle dachten, er hätte einen unglaublichen Verstand und ein ebenso unglaublich breites Wissen, lehrte er ausschließlich mündlich.

Er glaubte, dass jeder Mensch seine eigenen Ideen entwickeln müsse. Wenn er seine Ideen aufschreiben würde, würde dies die intellektuelle Bildung anderer Menschen beeinträchtigen. Sokrates hatte daher eine sehr originelle Unterrichtsmethode: Er unterhielt sich lange mit den Leuten und zeigte sein Gespür für Ironie und seine außergewöhnliche Fähigkeit, Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Sokrates plädierte dafür, zuzuhören, wenn andere sprachen

3. Zuhören

Sokrates verstand es, seine Lehren mit Taktgefühl und Intelligenz zu vermitteln. Einige Leute verwenden immer noch diese Unterrichtsmethode, wenn auch nicht so sehr, wie wir es gern hätten. Die sokratische Methode inspirierte einige der größten Pädagogen der Geschichte wie zum Beispiel Jean Piaget. Doch wie sieht sie genau aus?

Der Philosoph soll ein Gespräch beginnen, indem er seinem Gesprächspartner eine Frage stellt. Er soll ihm dann weitere Fragen stellen, die ihn schlussfolgern lassen, dass das, was er sagt, entweder konsistent oder unzureichend begründet ist. So würde der Schüler selbstständig zur Wahrheit gelangen. Der Philosoph hört nur zu und stellt Fragen.

4. Sich ganz der Wahrheit öffnen

Sokrates sagte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“  Dies war nicht nur ein Slogan oder ein PR-Gag, um auf sich aufmerksam zu machen. Dieser Philosoph war auf einzigartige Weise aufgeschlossen. Er war wirklich der Ansicht, dass er nicht wusste, was die Wahrheit war. Er stellte stets Fragen, bevor er nach Antworten suchte, und erweiterte die Perspektive der Welt, bevor er versuchte, sich ihr immer weiter zu nähern.

Sokrates sagte auch: „Erkenne dich selbst.“  Daher hat er nicht versucht, Menschen zu beschreiben. Stattdessen lud er seine Mitmenschen ein, sich selbst zu erkunden – wahrlich eine der faszinierendsten Reisen, die eine Person unternehmen kann.

5. Humor

Sokrates hatte auch einen erstaunlichen Humor. Dies zeigte sich in seinen Anekdoten über Xanthippe, seine Frau. Sie war 30 Jahre jünger als er und berühmt für ihre schwierige Persönlichkeit. Jemand fragte Sokrates einmal, warum er sie geheiratet habe, und es heißt, er habe geantwortet: „Ich mag die Tatsache, dass ich von einer Person mit so schlechtem Temperament lernen kann. Es gibt keine bessere Schule, um zu lernen, wie man mit anderen Menschen umgeht, als diese.“

Sokrates und Xanthippe auf einem Gemälde

Als er zum Tode verurteilt wurde, besuchte ihn seine Frau und brach in Tränen aus. Sokrates sagte dann zu ihr: „Weine nicht – wir sind alle von Natur aus zum Tode verurteilt.“  Seine Frau antwortete: „Aber du wurdest zu Unrecht verurteilt.“  Sokrates entgegnete wiederum: „Nimmst du an, dass diese Situation weniger bedauerlich wäre, wenn sie mich fair verurteilt hätten?“

  • Nietzsche, F. (2008). Sócrates y la tragedia. NoBooks Editorial.
  • Taylor, A. E., & Barroso, M. H. (1961). El pensamiento de Sócrates (No. 04; B316, T3.). Fondo de Cultura Económica.
  • Zubiri, X. (1940). Sócrates y la sabiduría griega (Vol. 2, pp. 187-226). Escorial.