5 fabelhafte Zitate von Gastón Bachelard

· 4. Mai 2019

Die von uns ausgewählten Zitate von Gastón Bachelard ähneln dem Stil seines sonstigen Oevres: Sie sind rätselhaft und schön. Wenn irgendetwas diesen Autor unklassifizierbar machte, dann war es seine Fähigkeit, auf magische Weise mit Worten und Ideen zu spielen, sodass am Ende selbst die rohesten Wahrheiten Flügel zu haben schienen. So war dieser französische Denker: ein Mann, der mit einer lebhaften Fantasie und absolut rationalen Gedanken ausgestattet war.

Es darf diskutiert werden, ob die Zitate von Gastón Bachelard in den Bereich der Philosophie oder der Poesie eingeordnet werden sollten, ob das, was an ihnen am meisten auffällt, der Inhalt oder die Form ist. Für Bachelard war es unvorstellbar, von der Wahrheit zu sprechen, ohne sie durch seinen besonderen Stil zu manifestieren, und im Gegenzug Poesie zu schaffen, ohne sie mit der Wahrheit zu versehen. Es war diese Eigenschaft, die ihm seine ganz eigene Position in der Gesellschaft der französischen Denker sicherte.

Wenn es nur nennenswertes Merkmal des Werks dieses Philosophen, Dichters und Physikers geben könnte, dann müsste es die Originalität sein. Es kann jedoch nicht in einen bestimmten Gedankengang eingeschrieben werden. Um das besser nachvollziehen zu können, seien nun fünf fabelhafte Zitate von Gastón Bachelard genannt.

„Der Mensch ist eine Schöpfung des Begehrens, nicht eine Schöpfung der Notwendigkeit.“

Gastón Bachelard

Tasse Kaffee am Fenster

1. Eines der Zitate von Gastón Bachelard über Aktion

„Unser Leben ist so voll, dass es handelt, wenn wir nichts tun.“

Dies ist einer dieser schönen Zitate von Gastón Bachelard, in denen er mit paradoxen Begriffen spielt. In diesem Fall mit dem Vollen und dem Leeren sowie mit dem Aktiven und dem Passiven. Das Zitat zeigt, dass es sich hierbei nicht um sich gegenseitig ausschließende oder widersprüchliche Konzepte handelt, sondern im Gegenteil um sich gegenseitig bedingende Dimensionen.

Wenn er sagte, dass das Leben voll sei, bezog er sich auf die Vielzahl der Inhalte, die es ausmachen, und nicht auf die Menge der Menschen, Güter oder Situationen, die darin enthalten sind. Bachelard zeigte, dass diese Häufung stets zum Ausdruck kommt, insbesondere wenn wir aufhören, zu handeln. In Momenten, in denen wir nichts tun, kommen all diese latenten Inhalte zum Vorschein.

2. Die Nacht und der Traum

„Der Traum der Nacht gehört uns nicht. Er ist nicht unser Eigentum. Für uns ist er ein Entführer, der beunruhigendste aller Entführer: Er nimmt uns unser Wesen.“

Diese schöne Aussage beschreibt poetisch die Natur des Oneirischen. Der Traum gehört nicht uns, sondern wir gehören dem Traum. Sobald wir in ihn eingetaucht sind, in ihn, der regiert, sind die Logiken dessen, was wir träumen, nicht das, was unser Wille vorgibt, sondern das, was der Traum uns diktiert.

Deshalb sagte Bachelard, dass der Schlaf uns entführe. Er sei eine Art Entführung unseres Bewusstseins, die uns unserem eigenen Traum ausliefere. Wir hören auf, zu sein, was wir sind, und stellen uns vor, was wir sein könnten, während wir wach sind.

3. Die Aufgabe des Dichters

„Die erste Aufgabe des Dichters ist es, in uns aufzudecken, was träumen will.“

Dies ist einer der vielen Zitate von Gastón Bachelard, die von Dichtern und Poesie handeln. Wie er sagte, erkenne der wahre Dichter etwas, das in unserem Wesen verborgen sei, und erwecke es in Abhängigkeit vom poetischen Wort.

Bachelard gibt dem „Erwachenden“ keinen genauen Namen. Er nennt es „was träumen will“Und es ist der Dichter, der jene Fähigkeit befreit, die im menschlichen Geist verankert ist oder stagniert. Das Ziel eines Dichters ist es also nicht, nachzubilden oder zu seufzen, sondern den Menschen zu wecken und zu führen, damit er träumen kann.

4. Was im Unterbewusstsein ist

„Das Unterbewusstsein murmelt unaufhörlich, und wer auf dieses Murmeln hört, hört auf die Wahrheit.“

Obwohl es eine Debatte über die Bedeutung von „Unterbewusstsein“ und der des „Unbewussten“ gibt, stimmt es, dass Bachelard es stets vorzog, vom Unterbewusstsein zu sprechen anstatt vom Unbewussten. Es lag ihm am Herzen, allem einen Platz im Raum zu geben, und der Raum war für ihn ein Bestandteil seiner Bedeutung.

Wie er zu Recht sagte, säusele das, was außerhalb des Bewusstseins liege, zu uns. Es spreche nicht, sondern flüstere. Das tue es auf eine verrückte, absurde und scheinbar unzusammenhängende Weise. Wenn wir jedoch innehalten, um zuzuhören, so würden wir dort die großen Wahrheiten unseres Seins finden.

Gesicht und Sterne repräsentieren das Unterbewusstsein

5. Sich selbst der Unwirklichkeit berauben

„Ein Wesen, dem die Funktion des Irrealen entzogen wird, ist ein Neurotiker, ebenso wie ein Wesen, dem die Funktion des Realen entzogen wird.“

Dies ist einer der schönsten Zitate von Gastón Bachelard und auch eines derjenigen, die sein Denken am besten definieren. Im Gegensatz zu dem, was in unserer Kultur gefördert wird, schätzte dieser Philosoph sowohl das Irrationale als auch das Rationale. Das Irreale wie auch das Reale.

Er wies darauf hin, dass, wenn ein Mensch sich des Unwirklichen beraube, er genauso krank würde wie jemand, der sich des Realen beraube. Denn für den menschlichen Geist ist die Wahrnehmung genauso grundlegend wie die Vorstellung, und zu denken ebenso notwendig wie zu schaffen.

Gastón Bachelard übte einen beträchtlichen Einfluss auf wichtige Philosophen aus, die ihm folgten, wie Roland Barthes und Michel Foucault. Viele sagen, dass es nichts Besseres gäbe, als eine Seite eines Buches von Bachelard zu lesen, damit wir das Unendliche wieder schmecken können, wenn wir das Gefühl haben, dass uns die rohe Realität überwältige.

  • Trione, A., & Lozano, M. G. (1989). Ensoñación e imaginario: la estética de Gaston Bachelard. Barcelona: Tecnos.