4 Werte, die unser Leben bestimmen, uns aber unglücklich machen

· 4. Februar 2019

Ob es uns gefällt oder nicht, wir leben in einer Zeit, in der die menschlichen Werte in den Hintergrund geraten sind. Ein großer Teil der Welt und unseres Lebens dreht sich um Macht und Geld. Das ruft ab und zu etwas Widerstand hervor, aber die Werte, die uns nach wie vor regieren, haben genau dort ihren Ursprung.

Wir gehen oft davon aus, dass die Logik der modernen Gesellschaft die einzig vertretbare Logik wäre. Aber das ist einfach nicht die Wahrheit. Obwohl die Werte, die uns leiten, mit der Produktion von Waren und dem Handel zusammenhängen, können wir ihnen auch kritisch gegenüberstehen und müssen nicht zulassen, dass sie unser Leben dominieren.

Es ist ja nicht so, dass diese Werte nicht von Bedeutung wären. Sie sind es durchaus. Die Sache ist nur die, wenn wir davon ausgehen, dass diese Werte die einzig richtigen wären, werden sie uns letztendlich einschränken. Dadurch fühlen wir uns verärgert und unzufrieden. Deshalb ist es wichtig, diese Werte zu identifizieren und ihnen nicht zu erlauben, in alle Bereiche unseres Lebens vorzzudringen. Diese Werte regieren uns, machen uns aber nicht glücklich.

1. Effizienz

Die moderne Welt fordert Effizienz. Die Leute reden ständig über die Bedeutung von Leistung, der Notwendigkeit, sich auf Ziele und Erfolge zu konzentrieren. Und daran ist nichts falsch.

Was jedoch nicht angebracht ist, ist, dass wir zu viel in diese Ideen investieren. Wir sollten Effizienz nicht so sehr schätzen, dass wir unser ganzes Leben um sie herum drehen lassen.

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Effizienz ist ein Wert, der uns regiert, weil er die Wirtschaft stark macht. Unternehmen wollen effiziente Mitarbeiter, weil es rentabler ist, diese in den eigenen Reihen zu haben. Effizienz garantiert eine bessere Arbeitsleistung und verschafft im Normalfall Zugang zu einem privilegierten Platz in der Hierarchie des Unternehmens.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Wichtigste am Mitarbeiter und Menschen seine Effizienz wäre. Wir sind keine Maschinen und daher sind wir je nach den Umständen mal mehr und mal weniger effizient. Das macht uns nicht weniger wertvoll.

2. Produktivität

Produktivität bezieht sich auf die konkreten Ergebnisse, die wir generieren können. Eine produktivere Person ist diejenige, die in kürzerer Zeit etwas mehr tun kann als andere. Sie erhält schließlich mehr Geld oder andere Vorteile aufgrund ihrer gesteigerten Produktivität. Sie ist dem Unternehmen nützlich und das wird vergütet. Der „Nutzen“ eines Menschen wird jedoch fast immer als wirtschaftlicher Nutzen verstanden.

Die Rede ist von „produktiven Menschen“, „produktivem Alter“ oder „nützlichen Menschen“. Worüber wir nicht sprechen, ist, dass Menschen viel mehr sind als das, was sie produzieren. Sie sind mehr als ihr „Nutzen“. Wir müssen bedenken, dass wir keine Roboter oder Maschinen sind, die allein deshalb existieren, damit sie etwas erwirtschaften. Wir sind nicht nur auf der Welt, um die Rentabilität der Projekte anderer Leute zu steigern.

Wenn wir uns nur auf dieses Thema konzentrieren, bedeutet dies, dass die Bedeutung einer Person für uns davon abhängt, wie viel Geld sie verdient oder wie gut die Arbeit ist, die sie leistet. So können wir nicht glücklich werden.

3. Masse

Die heutige Gesellschaft ist von Quantität besessen. Alles wird gemessen und das Wort „mehr“ ist für viele zu einer Religion geworden. Unermessliches wird nicht an deinen Träumen oder deinen Zielen gemessen, sondern daran, wie viel du produzieren oder erwirtschaften oder verkaufen kannst. Wir haben einen guten Tag, wenn wir „viel“ erreichen. Wir haben ein gutes Jahr, wenn wir „viel“ erreichen. Jemand wird wertgeschätzt, wenn er „viel“ erreicht.

Auf den Pausenknopf drücken und einfach mal abschalten

Wie relevant ist die Menge an Material, das wir haben oder produzieren oder an den Mann bringen? Aus wirtschaftlicher Sicht ist das enorm relevant. Dort wird die Menge zu einem Wert, der uns beherrscht, der uns labelt. Aus einer menschlicheren Sicht tendiert Quantität jedoch dazu, die klugen Köpfe der Qualität zu verdrängen. Es wird viel getan, viel erreicht oder viel auf Kosten der tieferen Gefühle (zum Beispiel der Zufriedenheit) geopfert, wenn wir etwas erschaffen oder erreichen, das sich wertvoll nennt.

4. Geschwindigkeit

Geschwindigkeit ist in vielen Bereichen zum vordersten Ziel geworden. Alles schnell zu machen, wird als „das Richtige“ oder „das Effizienteste“ betrachtet. Die Idee ist, mehr Dinge in kürzerer Zeit erledigen zu können. Aus diesem Grund sorgen schon eine kleine Pause oder auch nur eine Entspannungübung von 5 Minuten bei manchen Menschen für wahre Angstzustände. Oder es frustriert sie, wenn sie sich mehr Zeit für die Erledigung einer Aufgabe nehmen (müssen).

Eine Frau schwebt umgeben von Tauben mitten im Raum.

Geschwindigkeit ist ein weiterer Wert, der uns regiert, aber nicht zu unserem Wohlbefinden beiträgt. Im Anblick der Geschwindigkeit geht es schnell, dass wir uns fühlen, als wären wir die Sklaven unserer Uhren.

Geschwindigkeit ist prinzipiell eine gute Sache, aber nicht, wenn wir davon besessen sind. Diejenigen, die von Geschwindigkeit besessen sind, verlieren ihre Fähigkeit, wunderbare Momente zu erleben und auszukosten. Sie haben auch Schwierigkeiten, die Bedeutung und den Wert jedes einzelnen Schrittes eines Prozesses zu verstehen.

Obwohl all diese Werte in der heutigen Welt wichtig sind, ist es mindestens ebenso wichtig, dass wir deren Bedeutung und Einschränkungen verstehen. Wir sollten sie nicht passiv akzeptieren, nur weil sie das sind, was unsere Mitmenschen als wichtig bezeichnen.