4 Arten innerer Dialoge, die du vermeiden solltest

18. Juli 2017 en Psychologie 128 Geteilt

Jeder erfährt schmerzhafte Momente und sieht sich unerwartet Hindernissen gegenüber, die er überwinden muss. Diese Erfahrungen können in manchen Menschen negative innere Dialoge auslösen. Das ist nicht notwendigerweise die Strategie zur Verarbeitung der Ereignisse, wird aber noch gefährlicher, wenn es zu einer Gewohnheit wird.

Niemand ist davor gefeit, sich Problemen stellen zu müssen, die er nicht lösen kann – egal ob das daran liegt, dass sie zu komplex sind oder dass er nicht die richtigen Mittel besitzt, um sie anzugehen. Unter diesen Umständen und wenn das Problem für dich relevant ist, ist es normal, dass du Angst verspürst.

„Geschichte ist nichts als ein dramatischer Dialog zwischen dem Menschen und dem Universum.“

María Zambrano

In solchen Situation werden innere Dialoge geführt, die negative Ideen bestärken und den Menschen zurück zu der schmerzhaften Erfahrung kehren lassen, die er noch nicht überwunden hat. Am schwierigsten wird es, wenn man sich neuen Erfahrungen stellen muss, die uns an das erinnern, woran wir in der Vergangenheit bereits gescheitert sind. Dann kommt es zu negativen Reaktionen, denn die Situation wird als potenziell gefährlich eingestuft, die Herausforderung als Bedrohung.

Vorwegnehmende Angst ist die Hauptkomponente dieser Art Denkmuster. Von diesem Punkt an wiederholt die Person verzerrte Gedanken, die die anfängliche Angst so lange verschlimmern, bis sie ihr Leben prägt.

Ein Dialog, der eskaliert

Wenn sich ein Mensch in einem Angstzustand befindet, dann neigt er zu katastrophalen inneren Dialogen. Sein Blick auf das Leben ist das Produkt mangelnder emotionaler Gesundheit. Die Gefahr besteht darin, dass er in einen Teufelskreis geraten kann, wenn dieser Dialog nicht schnell korrigiert wird. Er kann so sogar Panikattacken erleiden.

Die Symptome einer Panikattacke umfassen Druck auf der Brust, Herzklopfen, Schwindel und Schweißausbrüche. Es ist die Reaktion eines Säugetiers auf eine Bedrohung. Die leidende Person nimmt eine Situation wahr, die sie nicht kontrollieren kann, und ohne es zu realisieren, bestärkt ihr innerer Dialog diese negativen und katastrophalen Ideen. Sie verliert die Kontrolle.

Panikattacken können eskalieren und sind ernst zu nehmen. Wenn allerdings beim ersten Anzeichen von Symptomen effektive Schritte unternommen werden, kann die Krise aufgehalten werden. So kann die Person den Teufelskreis negativer Gedanken verlassen. Das ist möglich, weil die beschriebenen Denkmuster erlernt sind und deshalb auch verändert werden können.

Der innere Dialog und wie man ihn einschätzt

Spezialisten im Bereich der Psychologie haben 4 Arten von inneren Dialogen definiert, die Angst auslösen können: katastrophale, selbstkritische, schikanierende und selbstfordernde Gedanken.

  • Katastrophal: Es kommt zu Angst, wenn sich die Person das schlimmstmögliche Szenario vorstellt. Sie nimmt bestimmte Dinge vorweg, die tatsächlich nie passieren werden, und dramatisiert sie noch weiter. Das führt zu einer verzerrten Wahrnehmung, die eine Panikattacke auslösen kann. Der essenzielle Satz in dieser Art des inneren Dialogs ist folgender: „Alles kann zu einer Tragödie werden, wenn du es am wenigsten erwartest.“
  • Selbstkritisch: Diese Art von Dialog umfasst eine permanente Auseinandersetzung mit Urteilen und negativen Bewertungen des eigenen Verhaltens. Betroffene betonen ihre Grenzen und Schwächen und machen ihr Leben zu einem Albtraum. Diese Menschen neigen dazu, von anderen abhängig zu sein und sich mit anderen zu vergleichen, was sie sich benachteiligt fühlen lässt. Sie beneiden jene, die ihre Ziele erreichen, und verspüren Frust, wenn sie das selbst nicht schaffen. Typische Sätze in dieser Art des Dialogs sind folgende: „Ich kann nicht“, „ich bin unfähig“,  und, „ich verdiene das nicht.“
  • Schikanierend: Betroffene fühlen sich schutzlos und verlieren ihre Hoffnung. Das bringt sie dazu, zu denken, dass es für sie keine Heilung gäbe. Sie sind überzeugt, dass sich nichts ändern würde und dass es immer unüberwindbare Hindernisse zwischen ihnen und dem, was sie wollen, geben würde. Sie mögen ihre Realität nicht, aber sie versuchen auch nicht, sie zu ändern. Menschen mit schikanierenden inneren Dialogen neigen dazu, zu sagen: „Niemand versteht mich“, „niemand schätzt mich“,  und, „ich leide und es ist allen egal.“
  • Selbstfordernd: Menschen dieser Kategorie leiden aufgrund ihres Perfektionismus an Erschöpfung und chronischem Stress. Sie sind intolerant bezüglich Fehlern und überzeugen sich selbst, dass ihre Fehler aus externen Faktoren und nicht aus ihrer selbst herrühren. Sie machen sich fertig, indem sie daran denken, wie sie ihre Ziele aufgrund finanzieller oder statusbedingter Umstände nicht erreichen können, obwohl sie zu allen nett und freundlich sind. Der selbstfordernde innere Dialog enthält Sätze wie: „Es ist nicht genug“, „es ist nicht perfekt“, „es lief nicht so, wie ich es wollte“,  und so weiter.

Die Kontrolle wiedererlangen

Uns selbst dieser inneren Dialoge bewusst zu werden, ist ein großer erster Schritt auf dem Weg dahin, die Kontrolle zurückzugewinnen. So kannst du eine negative Wahrnehmung deiner selbst und deiner Umgebung vermeiden, was nur zu einem Angstzustand führen würde.

Wahre Veränderung involviert allerdings, diese negativen Gedanken zu entdecken und sie durch positive Affirmationen zu ersetzen. Es ist wichtig, deinen Atem zu kontrollieren, dich zu entspannen und dich der Situation ruhig und gelassen zu stellen.

Es ist nicht leicht, deine Reaktion auf Umstände, die du als bedrohlich wahrnimmst, zu kontrollieren. Es ist ein bisschen, als würdest du eine schlechte Gewohnheit ablegen wollen: Es bedarf Disziplin und Mühe. Und am Ende kannst du das erreichen, was du dir vorgenommen hast.

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