Zu starke Regelblutung (Hypermenorrhoe): Ursachen und Behandlung

7. August 2019
Viele Frauen leiden unter unangenehmen und unerwarteten Beschwerden während ihrer Regelblutung. In unserem heutigen Artikel betrachten wir die Ursachen hierfür und nennen dir einige Behandlungsmöglichkeiten.

Die Regelblutung betrifft 50% der gesamten Menschheit während eines Großteils ihres Lebens. Während vielen Frauen die Menstruation überhaupt keine Probleme bereitet, gibt es gleichfalls auch viele andere, die unter zahlreichen Beschwerden leiden.

Die Menstruation ist ein monatlich wiederkehrendes natürliches Phänomen, das jede Frau viele Jahre ihres Lebens begleitet. Je nach Schwere und Regelmäßigkeit der Periode wird diese in unterschiedliche Kategorien unterteilt. Eine dieser Kategorien ist die so genannte Hypermenorrhoe, eine zu starke Regelblutung. Diese wollen wir heute genauer beleuchten.

Wir nennen dir die häufigsten Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und sagen dir auch, in welchen Fällen du unbedingt einen Arzt aufsuchen solltest.

Was genau ist eine zu starke Regelblutung (Hypermenorrhoe)?

Der Begriff Hypermenorrhoe leitet sich vom Griechischen ὑπερ – „sehr stark” ab und bezieht sich auf die Stärke der Regelblutung. Oftmals wird auch der Begriff Menorrahgie verwendet. Dieser bezeichnet eine sehr starke Blutung, die länger als normal andauert oder während der du mehr als 90 ml Blut verlierst. Das entspricht einem Verbrauch von 6 Tampons pro Tag. Allerdings bezeichnen die beiden Begriffe nicht genau die gleiche Situation.

Letztendlich ist es nicht immer ganz einfach, zu entscheiden, ob tatsächlich eine zu starke Menstruation bei dir vorliegt, denn die Blutung ist von Frau zu Frau individuell ausgeprägt. Du weißt selber am besten, wie bei dir ein normaler Zyklus und eine normale Regelblutung verläuft.

So lange du keine unvorhergesehenen Veränderungen feststellst oder nicht plötzliche Schmerzen bekommst, hast du vermutlich keine abnorme oder irreguläre Menstruation.

Regelblutung - Schmerzen

Hypermenorrhoe bezeichnet normalerweise eine „zu starke“ Regelblutung. Wenn deine Zyklusdauer generell verkürzt ist und du dadurch häufiger deine Periode bekommst, dann spricht man von einer Polyhypermenorrhoe.

Im Wesentlichen ähnelt sie den beiden bereits beschriebenen Zyklusstörungen. Du leidest sehr wahrscheinlich unter Symptomen wie Müdigkeit und Erschöpfung. Der Grund hierfür ist oftmals eine Anämie, weil du durch die häufigen Blutungen viel Blut verlierst und dadurch einen Eisenmangel bekommen kannst.

Außerdem solltest du den Unterschied zwischen einer Hypermenorrhoe und einer Zwischenblutung (Metrorrhagie) kennen. Zwischenblutungen sind Veränderungen des Menstruationsflusses, die nicht mit der normalen Regelblutung in Zusammenhang stehen. Häufig treten Zwischenblutungen nach der ersten Regelblutung oder während einer „Anpassungs“-Phase des Menstruationszyklus auf.

Zu starke Regelblutung: Ursachen und Behandlung

Es gibt verschiedene Ursachen für Hypermenorrhoe, welche abhängig davon sind, ob diese isoliert auftritt oder aber als Symptom anderer Erkrankungen. Allerdings solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, wenn du plötzlich eine zu starke Regeblblutung bei dir bemerkst.

Denn nur ein Gynäkologe kann die genaue Ursache durch eine gründliche Untersuchung abklären. Möglicherweise hast du Gebärmutterhalskrebs oder dein hormonelles Gleichgewicht ist gestört.

Die häufigsten Ursachen sind folgende:

  • Uterusmyome. Gutartige Tumore in der Gebärmutter, die teilweise die Muskulatur beeinträchtigen.
  • Polypen. Gutartige Tumore an der Oberfläche der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch wird diese vergrößert.
  • Nach mehreren Schwangerschaften. Die Ausweitung und anschließende Schrumpfung der Gebärmuttermuskulatur während und nach der Schwangerschaft kann eine stärkere Regelblutung verursachen. Diese wird durch eine Schwächung des Muskelgewebes ausgelöst. Dadurch wird dann eine völlig geregelte Blutung verhindert.
  • Störungen bei deiner Blutgerinnung. Wenn du unter einer Gerinnungsstörung des Blutes leidest, dann kann sich auch dadurch deine Regelblutung verstärken.
  • Becken-Stauungs-Syndrom (PCS). Hierbei kommt es zu einer krankhaften Erweiterung der weiblichen Beckenvenen. Diese Symptomatik kann während der Menopause auftreten.
  • Gebärmutterkrebs. Obwohl dieser Krebs nicht so häufig vorkommt, kann er durch das Auftreten einer Hypermenorrhoe erkannt werden, da die sehr starke Regelblutung eines der Symptome für diese Krebsart ist.

Behandlung einer zu starken Regelblutung

Die Behandlungsoptionen für die Hypermenorrhoe sind abhängig von der Ursache für die zu starke Regelblutung. Wenn du Krebs hast, dann wird sich deine Behandlung natürlich von der Therapie von Myomen unterscheiden. Außerdem kann die Hypermenorrhoe eine eigene Erkrankung sein oder aber als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten. Auch davon hängt die Wahl der Behandlung ab.

Grundsätzlich reicht das Spektrum der Behandlungen von Hormongaben, beispielsweise durch Verhütungsmittel, bis zu operativen Eingriffen wie der Entfernung eines oder beider Eierstöcke.

Außerdem wird dein Arzt die häufig auftretende Anämie behandeln. Diese entsteht durch die zu starke Blutung und den damit verbundenen Blutverlust. Oftmals werden die Blutungen auch von Bauch- oder Magenschmerzen begleitet, welche dann mit Analgetika behandelt werden.

In vielen Fällen sind die Ursachen einer zu starken Regelblutung nicht wirklich ernsthaft. Damit du aber sicher ausschließen kannst, dass du keine schwere Erkrankung hast, solltest du dich auf jeden Fall von deinem Gynäkologen untersuchen lassen.

Regelblutung - Frau

Weitere Überlegungen

Nur ein Arzt kann dir eine eindeutige Diagnose stellen. Nicht in jedem Fall, in dem deine Menstruation sehr stark ist, muss eine Hypermenorrhoe bei dir vorliegen. Daher ist es wichtig, dass du dir nicht zu viele unnötige Sorgen machst.

Wenn die starke Blutung nur einmal auftritt, dann musst du dir keine allzu großen Gedanken darüber machen. Der weibliche Zyklus reagiert sehr sensibel auf verschiedenste Faktoren. Auch deine Ernährung oder dein Alter können ihn verändern und aus dem Gleichgewicht bringen.

Wenn du allerdings bemerkst, dass du mehrmals sehr starke Blutungen hast, dann solltest du diese Symptome ernst nehmen. Durch die Einnahme von Schmerzmitteln kannst du dann zwar die oftmals damit verbundenen Schmerzen lindern, an der Stärke der Blutung wird sich dadurch aber nichts verändern.

Daher ist es sehr wichtig, dass du deinen Zyklus beobachtest und dir den Verlauf regelmäßig notierst. Suche deinen Arzt auf und lasse mögliche Ursachen von ihm untersuchen und abklären. Dein Gynäkologe wird dir dann eine sichere Diagnose stellen und dir die für dich erforderliche Behandlung verordnen.