Zehn kraftraubende Verhaltensweisen

25. September 2019
Es ist einfach, an bestimmten Verhaltensweisen und Gewohnheiten festzuhalten, die letztendlich deinem Wohlbefinden schaden. In diesem Artikel werden genau diese identifiziert und einige Strategien aufzeigt, welche zur Vermeidung oder zumindest der Begrenzung ihrer Auswirkungen führen.

Einige Einstellungen oder Denkweisen erschöpfen dich sowohl körperlich als auch geistig. Manchmal nimmst du bestimmte kraftraubende Verhaltensweisen an, ohne es zu merken, und verschwendest deine Energie auf Sorgen und negative Gedanken, die dich dazu bringen, dass du dich schlecht fühlst.

Menschen sind schließlich energetische Wesen. Energie oder auch Kraft ist der Motor, der die Motivation antreibt und dir hilft, alle Möglichkeiten, die du in deinem Leben hast, voll auszuschöpfen.

Energie ist das, was dich dazu antreibt, das zu tun, was du tun möchtest, um erfolgreich zu sein. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist „Energie unerlässlich, um unsere grundlegendsten Bedürfnisse zu befriedigen“.

Fühlst du dich geistig erschöpft, unmotiviert und besorgt? Hast du das Gefühl, nicht die Energie zu haben, das zu tun, was du eigentlich brauchst oder willst? Vielleicht hast du einige kraftraubende Verhaltensweisen in dein tägliches Leben übernommen. Entdecke im folgenden Beitrag zehn typische Beispiele dieser toxischen Eigenschaften.

Eine Frau mit einer kraftraubenden Verhaltensweise.

1. Kraftraubende Verhaltensweisen: In der Vergangenheit leben

In der Vergangenheit zu leben bedeutet, dass du ständig Dinge nacherlebst, die bereits geschehen sind. Du sehnst dich danach, in die Vergangenheit zu reisen. Alles so zu erleben, wie es einmal war. Leider kannst du die Vergangenheit aber nicht ändern und auch nicht zu ihr zurück. Es gibt keine Möglichkeit, das zu ändern, was bereits geschehen ist.

Andererseits liegt die Gegenwart und die Zukunft in deinen Händen. In der Vergangenheit stecken zu bleiben, anstatt sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, ist mental sehr anstrengend. Wäre es nicht gesünder, deine Energie für etwas zu verwenden, das du wirklich ändern kannst? Du hast die Macht, die Gegenwart zu verändern. Verwende jetzt deine Ressourcen und deine Kraft auf das Hier und Jetzt, anstatt in der Vergangenheit zu verweilen.

„Wenn die Gegenwart versucht, über die Vergangenheit zu urteilen, wird sie die Zukunft verlieren.“
Winston Churchill

2. Schuldgefühle

In ihrem Buch How To Say No Without Feeling Guilty …: and say yes! to more time, money, joy and what matters most to you (zu Deutsch: Wie man Nein sagt, ohne sich schuldig zu fühlen …: und sag ja! zu mehr Zeit, mehr Freude und dem, was für dich am wichtigsten ist) argumentiert Patti Breitman, dass Schuldgefühle viel Energie und Kraft erfordern.

Wenn du also die Vergangenheit akzeptierst und alle Schuldgefühle loslässt, die du mit dir herumträgst, kannst du in der Gegenwart leben und für die Zukunft planen.

3. Nicht durchsetzungsfähig sein

Warum ist es so schwer, nein zu sagen? So viele Menschen sind es gewohnt zu geben, Dinge zu tun, um anderen zu gefallen. Sie haben Angst davor, „Nein“ zu sagen, weil sie nicht egoistisch wirken oder gegen den Strom schwimmen wollen.

Wenn du immer Ja sagst, hast du Zeit für alle außer für dich selbst. Du wirst dich selbst vergessen, um allen anderen zu gefallen. Wenn du nicht weißt, wie man „Nein“ sagt, wirst du deine mentale und emotionale Energie schnell erschöpfen. Wenn du damit beschäftigt bist, Dinge für alle anderen zu tun, treten deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche in den Hintergrund.

„Die Leute denken, Fokussieren bedeutet, ja zu dem zu sagen, worauf du dich konzentrieren musst. Aber das ist nicht der Fall. Es bedeutet vielmehr, nein zu den hundert anderen guten Ideen zu sagen, die es noch darüber hinaus gibt. Du musst sorgfältig auswählen. Ich bin auf die Dinge, die wir noch nicht getan haben, genauso stolz wie auf die Dinge, die ich getan habe. Innovation sagt „nein“ zu 1.000 anderen Dingen.“
Steve Jobs

4. Kraftraubende Verhaltensweisen: Nicht in der Lage sein, um Hilfe zu bitten

Es gibt immer eine Person, die es bevorzugt, sich fast umzubringen, um ein Problem zu lösen, anstatt einfach um Hilfe zu bitten. Einige Leute ziehen es sogar vor, eine Bruchlandung mit ihrem Vorhaben durchzuführen, nur um anderen die Teilnahme am Projekt zu verwehren.

Wenn du deine Ressourcen intelligent steuerst, musst du wissen, wie du Aufgaben delegieren kannst, um Hilfe bittest und Ratschläge zu Problemen einholst, die zu groß sind, um sie selbst zu lösen. Dies gilt insbesondere in der modernen Welt. Wir leben nicht länger in einer Subsistenzwirtschaft. Stattdessen ist jeder auf einen bestimmten Arbeitsplatz, eine bestimmte Dienstleistung spezialisiert und überlässt alles andere den dafür geeigneten Leuten.

5. Sich zu viele Sorgen machen

Vieles, worüber wir uns Sorgen machen, hat mit Dingen zu tun, die in Zukunft passieren könnten. Dies wirft die Frage auf: Ist es sinnvoll, sich über etwas Sorgen zu machen, das noch gar nicht passiert ist?

Menschen, welche die Gewohnheit haben, sich Sorgen zu machen, geben einen Großteil ihrer emotionalen und mentalen Ressourcen aus, um mit diesen Was-wäre-wenn-Problemen umzugehen. Sich um alles zu sorgen, was passieren könnte, ist eine kraftraubende Verhaltensweise. Das Nachdenken über Dinge, die noch nicht geschehen sind, nimmt viel Zeit und Energie in Anspruch.

„Es gibt zwei Arten von Sorgen: Die, gegen die du etwas tun kannst, und die, gegen die du nichts tun kannst. Verbringe keine Zeit mit letzteren.“
Duke Ellington

6. Kraftraubende Verhaltensweisen: Beschwerden

Der Psychologe Joan Garriga schrieb, dass „Beschwerden die Vitalität der Menschen beeinträchtigen“. Sich ständig über die Dinge zu beklagen, die in deinem Leben vor sich gehen, ist eine weitere kraftraubende Verhaltensweise.

Die Abwärtsspirale der Beschwerden ist völlig unproduktiv. Es ist lähmend und hindert dich daran, mit deiner Zeit wirklich gute Dinge zu tun.

Beschwerden können manchmal genutzt werden, um Dampf abzulassen oder um dem zu entfliehen, was du gerade erlebst. Es ermöglicht dir, auf eine bestimmte Weise zu „entlüften“. Wenn du dich jedoch daran festhältst, verschwendest du sehr viel Energie.

7. Kraftraubende Verhaltensweisen: Dinge aufschieben

Manchmal verschiebst du Pläne oder drückst Verantwortlichkeiten von dir weg, weil du sie nicht erledigen möchtest. Dinge auf den nächsten Tag zu schieben ist wie eine Gewitterwolke aufzuladen. Schließlich werden all diese Dinge, die du nur aufschiebst, auf dich herabregnen und negative Situationen in deinem Leben verursachen.

„Was immer du tun oder träumen kannst, fang damit an. Kühnheit hat Genie, Kraft und Magie. “
Goethe

8. Immer auf die negative Seite der Dinge schauen

Wenn du das Glas immer halb leer siehst und immer denkst, dass schlimme Dinge passieren werden oder dass Dinge nicht gut laufen, entwickelst du eine schlechte Verhaltensweise.

Dies wird eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Der Soziologe Robert K. Merton schreibt: „Die sich selbst erfüllende Prophezeiung ist am Anfang eine falsche Definition der Situation, die ein neues Verhalten hervorruft, das die ursprüngliche falsche Vorstellung wahr werden lässt. Die Scheingültigkeit der sich selbst erfüllenden Prophezeiung verewigt eine Herrschaft des Irrtums.“ Wenn du also glaubst, dass etwas schief gehen wird, wird es laut Merton wahrscheinlich auch wirklich schief gehen.

Eine besorgte Frau mit ihrem Partner im Hintergrund.

9. Der Versuch, alles zu kontrollieren

Der Versuch, alles um dich herum zu kontrollieren, kann ebenfalls sehr anstrengend sein. Denn diese Herangehensweise erfordert einen immensen Aufwand, der im Wesentlichen vergeblich ist, da letztendlich nur sehr wenig von dir wirklich kontrolliert werden kann. Wenn du diese kraftraubende Verhaltensweise übernimmst, wirst du frustriert und ängstlich sein, weil du nie die Kontrolle über alles haben kannst.

Es ist unmöglich, ständig zu versuchen, alles so zu halten, wie du es dir vorstellst. Schließlich lebst du nicht in einer Blase. Die Menschen und Dinge um dich herum beeinflussen dein Leben und nicht nur du allein.

10. Sich nicht aufhalten lassen und nicht ausruhen

Dies ist die letzte kraftraubende Verhaltensweise. Auf der Couch sitzen, eine entspannende Dusche nehmen, einen Film mit deinem Lebensgefährten anschauen, ein gutes Buch lesen oder einen engen Freund anrufen … Es gibt so viele Möglichkeiten, einmal für einen Moment anzuhalten und die Verbindung zur Welt um dich herum zu trennen.

Dies ist für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung. Maslow bezieht in seiner Hierarchie der menschlichen Bedürfnisse die Ruhe als einen entscheidenden Teil seiner Gleichung ein.

Denke abschließend daran, dass ein Leben in Sorge und Angst zu viel Leid führt. Stattdessen solltest du lachen, weinen, lieben und das Leben fühlen.

Wenn du viel Zeit damit verbringst, dir Gedanken darüber zu machen, was gewesen sein könnte, oder dich über Dinge beschwerst, die du nicht ändern kannst, wirst du den gegenwärtigen Moment vergessen. Du wirst nicht in der Lage sein, jede Empfindung des Hier und Jetzt zu genießen.

„Liebst du das Leben? Dann verschwende keine Zeit, denn das ist das Material, aus dem das Leben besteht.“
Benjamin Franklin

  • Wilson, K. G., & Soriano, M. C. L. (2014). Terapia de aceptación y compromiso (ACT). Ediciones Pirámide.
  • Branden, N., & Senestrari De Salvi, M. (1990). El respeto hacia uno mismo: cómo vencer el temor a la desaprobación de los demás, el sentimiento de culpa, la inseguridad.