Abraham Maslow: Der Vater der menschlichen Psychologie

· 4. Februar 2019

Abraham Maslow ist einer der wichtigsten Namen in der Psychologie. Psychologen betrachten ihn als den Vater der „humanistischen Psychologie„. Dies ist ein Zweig der Psychologie, der zwischen Psychoanalyse und Verhaltensforschung zu verorten ist. Die humanistische Psychologie hat einen großen Einfluss darauf gehabt, wie sich die Psychologie als Ganzes im Laufe der Zeit entwickelt hat.

Abraham Maslow, ein Sohn jüdischer Einwanderer, wurde am 1. April 1908 in Brooklyn, New York, USA geboren. Maslow hatte keine leichte Kindheit. In seiner Jugend erfuhr er zahlreiche Diskriminierungen. Diese Erlebnisse waren es vielleicht, was sein Interesse an der Psychologie motiviert hat. Es ging ihm um die Frage danach, wie sich der Mensch unter verschiedenen Umständen verhält.

Maslow sagte mehrmals, dass er keine glückliche Kindheit gehabt habe. Es fiel ihm schwer, akzeptiert zu werden, was wiederum seine Neugier weckte. Die Bibliothek war sein zweites Zuhause. Dort begann er, seinen scharfen Verstand zu trainieren, der ihn zu einem der besten Schüler machte.

„Ein Musiker muss musizieren, ein Künstler muss malen, ein Dichter muss schreiben, wenn er letztendlich glücklich sein will.“

Abraham Maslow

Abraham Maslow bei der Arbeit

Abraham Maslows Ausbildung

Maslow wollte zunächst Jura studieren. Doch als sein Studium begann, erkannte er, dass seine wahre Leidenschaft die Psychologie war. Diese Leidenschaft für die Psychologie brachte ihn schließlich dazu, New York zu verlassen und sich an der University of Wisconsin (Wisconsin, USA) einzuschreiben.

Sein Leben hat sich während seiner Hochschuljahre für immer verändert. Er heiratete eine ältere Frau und traf, wer sein erster Mentor werden sollte: Harry Harlow. Zusammen mit Harlow führte er erste Studien an Primaten durch. Maslow war besonders beeindruckt vom Sexualverhalten der Primaten und deren Machtverhältnissen untereinander.

Einige Jahre später kehrte er nach New York zurück und arbeitete als Lehrer an der Columbia University (New York, USA). Dort traf er auf Edward Thorndike und Alfred Adler. Letzterer, der Sigmund Freud sehr nahestand, wurde sein zweiter Mentor.

Später arbeitete Maslow als Professor am Brooklyn College, ebenfalls in New York. Dies war eine besonders produktive Zeit in seinem Leben. Hier lernte er auch Erich Fromm und Karen Horney kennen, zwei prominente Persönlichkeiten der Psychologie, die seine eigene Vision stark bereicherten.

Maslows revolutionäre Theorien

Abraham Maslow war vor allem ein guter Beobachter und ein leidenschaftlicher Forscher. Über das Verständnis des menschlichen Verhaltens hinaus war Maslow von der Idee motiviert, die Mittel zu finden, die anderen helfen könnten, jene Schritte zu unternehmen, um zu den besten Menschen zu werden, die sie sein könnten. Schon in seiner Doktorarbeit brachte er tatsächlich die ursprüngliche Theorie dessen auf, was später Maslows Hierarchie der Bedürfnisse genannt werden sollte.

Bedürfnispyramide nach Maslow

Diese Pyramide veranschaulicht die wichtigsten Thesen seiner Theorie. Es unterteilt unsere Existenz in eine Reihe Bedürfnisse, welche von allen Menschen geteilt werden. Diese Bedürfnisse gehen von unseren immer gleichen Anforderungen an die Umwelt aus, wie beispielsweise dem Grundbedürfnis des Essens oder auch abstrakten Bedürfnissen wie der Kreativität.

Maslow erklärte, dass die Basis der Pyramide aus physiologischen Bedürfnissen bestehen müsse. Dann nacheinander die Bedürfnisse nach Sicherheit, Liebe und Zugehörigkeit, Wertschätzung und Selbstverwirklichung.

Maslows Bedeutung in der Psychologie

Die Theorien von Maslow fanden zunächst keinen besonderen Anklang in der Wissenschaft. Einige Psychologen, vor allem Vertreter des Behaviorismus, fanden seine Theorien zu strikt und wissenschaftlich nur schwer zu begründen. Sie glaubten, dass sie sich mehr mit Humanismus als mit Psychologie beschäftigten.

Seine Thesen wurde auch in der psychoanalytischen Gemeinschaft nicht gut aufgenommen. Dort lehnte man sie ab, weil sie von Freuds Grundannahmen abwichen. Maslow selbst würdigte jedoch den Wiener Psychoanalytiker. Er kritisierte allerdings Freuds Arbeit, weil er der Ansicht war, dass sie menschliches Verhalten falsch erklärte. Seiner Meinung nach hatte Freud nur neurotisches Verhalten studiert und das gesunde Verhalten völlig außer Acht gelassen.

Trotz des anfänglichen Widerstandes zog Maslows Theorie die Aufmerksamkeit der Psychologen seiner und folgender Zeiten auf sich. Die Vorstellung, dass Menschen strukturierte Bedürfnisse haben und dass unser Wohlbefinden durch die Befriedigung dieser Bedürfnisse bedingt sei, war ebenso für Intellektuelle anderer Fachrichtungen interessant. Fachleute aus anderen Disziplinen wie der Soziologie, der Anthropologie und des Marketings begannen ebenfalls, Maslows Theorie zu studieren.

So wurde Maslow von der American Humanist Association im Jahr 1967 zum Humanisten des Jahres ernannt. Maslow hat während seiner gesamten Karriere nie aufgehört, zu unterrichten. Auch in späteren Jahren lehrte er gelegentlich. Er füllte seine Agenda mit einer Reihe von Projekten, von denen er einige nie abschloss. 1970 verstarb 1970 er an einem Herzinfarkt. Seine Theorien legten den Grundstein für das, was formal zur humanistischen Denkschule werden sollte.