7 mentale Übungen von Bruce Lee für den Alltag

27. Dezember 2018

Die mentalen Übungen von Bruce Lee sind jene Übungen, die er jeden Tag durchführte, um seine enormen Fähigkeiten als Philosoph und als Meister der Kampfkunst zu erhalten und gar zu steigern. Auch wenn ihn die Welt hauptsächlich als Schauspieler in verschiedenen Actionfilmen kennt, war Bruce Lee schon immer viel mehr als das. Er war ein Meister in der Kunst des Lebens.

Heute gilt Bruce Lee als der erste große Exponent der Kampfunst in der westlichen Welt. Vor ihm war in dieser Hemisphäre nur wenig über jene Kampfpraktiken bekannt, die mehr ein Training des Geistes als des Körpers erforderten. Es war Bruce Lee, der diese populär machte und auf der ganzen Welt Faszination für sie entstehen lies.

„Wenn du schwimmen lernen willst, spring ins Wasser. Auf trockenem Land wird dir auch dein Geist nicht helfen können.“

Bruce Lee

Die mentalen Übungen, die Bruce Lee durchgeführt hat, waren Routinen, die es ihm erlaubten, seinen Körper, seinen Geist und seinen gesamten Lebensstil entsprechend seiner Kunst zu stärken. Er gewöhnte es sich an, immer ein Notizbuch bei sich zu haben, in dem er seine Gedanken und die Dinge, an die er sich später erinnern wollte, notierte. Dieses Notizbuch erlaubte es uns im Nachhinein, die mentalen Übungen von Bruce Lee kennenzulernen.

1. Über den Willen

Die wichtigste der mentalen Übungen von Bruce Lee war jene, die er täglich praktizierte, um seinen Willen zu stärken. Er nannte diesen „das oberste Gericht aller Abteilungen des Geistes“. Damit meinte er jene Kraft die alles andere bestimmt.

Um an seinem Willen zu arbeiten, wählte der Kampfkünstler ein tägliches Ziel der Aktion aus. Obwohl diesbezüglich nicht viele Details überliefert sind, wird dieses als Ursprung und als die Erfüllung eines nicht immer angenehmen Zwecks interpretiert.

Foto von Bruce Lee

2. Bruce Lees und die Emotionen

Bruce Lee kannte die starke Wirkung der Emotionen auf das Verhalten. Er wusste, dass positive Emotionen den Geist stärken können, während negative ihn schwächen. Deshalb zielte er mit einer seiner mentalen Übungen darauf ab, das, was er fühlte, zu verändern.

Sein Ziel war es, die negativen Emotionen zu verdünnen oder in etwas zu verwandeln, das positiv zur eigenen Entwicklung beizutragen vermag. Gleichzeitig kultivierte er die positiven Emotionen, da er in ihnen jede Menge Energie fand.

3. Die Vernunft

Die mentalen Übungen von Bruce Lee zielten weiterhin darauf ab, seine Werte zum Leitfaden seines Lebens zu machen, Denkweisen und Überlegungen zu einem Filter zu machen, auf dessen Grundlage gehandelt wird. Bruce Lee sagte dazu: „Ich werde alle meine Wünsche, meine Ziele und meine Vorhaben der Vernunft unterstellen.“

Damit erklärte er, dass es sich bei der Vernunft um eine übergeordnete Funktion handele, an der man sich orientieren könne, da sie einem sozusagen einen Norden anzeige, auf den man zugehen solle.

4. Die Vorstellungskraft

Die Vorstellungskraft ist eine Fähigkeit, mit der wir mentale Szenarien entwerfen und projizieren können. In manchen Situationen wird diese verschwendet oder nur dazu angewandt, um unsere Ängste zu nähren oder vom Unmöglichen zu träumen. In diesen Fällen ist uns die Vorstellungskraft von keinem großen Nutzen.

Für Bruce Lee war die Vorstellungskraft ein essenzieller Nährstoff für den Erfolg: Die Vernunft gibt uns einen Zweck oder ein Ziel vor, auf das wir hinarbeiten sollen. Die Vorstellungskraft lässt uns die vielfältigen Wege und Mittel erkennen, anhand derer wir dies erreichen können. 

5. Das Gedächtnis

Bei den mentalen Übungen von Bruce Lee ist es grundlegend, den Willen, die Emotionen, die Vernunft, die Vorstellungskraft und alle weiteren Ressourcen auf das Erreichen eines definierten Ziels zu konzentrieren.

Das Gehirn einer erleuchteten Person als Milchstraße

Das Gedächtnis arbeitet innerhalb dieses Schemas als eine Ergänzung, die es einem erlaubt, sich an die Ziele zu erinnern, für die man kämpft, ebenso wie an die Wege, die zur Erreichung dieser Ziele führen und die Emotionen und Gedanken, die sie begleiten müssen.

6. Das Unbewusste

Für Bruce Lee gab es im Leben eines Menschen ein großes Ziel, ein Hauptziel sozusagen, das zur Achse aller kleineren Ziele werden sollte. Dieser zentrale Sinn kommt aus den Tiefen unseres Selbst, aus dem Unbewussten.

Daher besteht eine der mentalen Übungen von Bruce Lee darin, in diesem Unbewussten zu navigieren, um das intuitive Bild zu enthüllen, das unser persönliches Hauptziel versteckt. Sich jeden Tag an dieses Bild zu erinnern, ist fundamental, um alle persönlichen Ressourcen auf dieses Ziel zu fokussieren.

7. Das Bewusstsein

Für Bruce Lee hatte das Bewusstsein grundsätzlich mit der Ethik des Handelns zu tun. In seinen Notizen kann man sehen, dass einer seiner größten Wünsche darin besteht, „die Gerechtigkeit mit dem Erbarmen in meinen Urteilen zu verbinden.  Dies würde ihm erlauben, zu erkennen, was richtig ist und was nicht.

Schematische Darstellung von Bruce Lee

Dies zeigt auch, dass es eines seiner Ziele war, sich hartnäckig an die Weisungen seines Bewusstseins zu halten. Sobald er für sich selbst einmal darüber entschieden hatte, ob etwas gut war oder nicht, versprach er, an diesem Urteil festzuhalten, ungeachtet der Konsequenzen, die es implizierte.

Diese mentalen Übungen von Bruce Lee sind eine Art Richtlinie oder eine Sammlung von Parametern, an denen man, wie Lee sagte, täglich arbeiten sollte. Darin wird wohl eine gewisse Wahrheit liegen, denn sie waren das Ergebnis einer der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten, die die Welt der Kampfkünste je gesehen hat.

Fajardo, T. G. (2009). Los principios filosóficos de Bruce Lee, aplicados a la pedagogía. Ars Brevis, (15), 81-91.