Wunder – Sieh‘ mich nicht an – Die Buchreihe

26. Mai 2018 en Bücher 0 Geteilt
Wunder - Sieh' mich nicht an - Cover

Wunder – Sieh‘ mich nicht an ist eine einfache, familienfreundliche Geschichte, und begeisterte die Leser zu einer Zeit, in der es schien, als ließen sich nur Fantasy und düstere Geschichten verkaufen. Das Buch wurde im Jahr 2012 erstveröffentlicht und landete auf den Bestsellerlisten vieler Länder.

Die Hauptfigur in Wunder heißt August Pullman und ist ein zehnjähriger Junge mit Gesichtsdeformationen, deren Ursache das Treacher-Collins-Syndrom ist. Abgesehen von diesem Syndrom ist August ein ganz normales Kind. Auf dem Weg zum Teenager begegnen ihm die gleichen Herausforderungen wie seinen Altersgenossen. Jedoch wurde er mit einem ganz besonderen Gesicht geboren, wodurch die Hürden für ihn noch höher werden. Glücklicherweise kann er auf die Unterstützung seiner Familie und Freunde zählen.

„… und das Universum verlässt uns nicht. Es sorgt sich auf unsichtbare Weise um seine zerbrechlichsten Kreaturen. Zum Beispiel durch Eltern, die dich bedingungslos lieben …“

Justin

August geht nicht viel nach draußen und sein Leben findet vorrangig in der geschützten Umgebung seines Zuhauses statt. Im Kreise seiner Familie und Daisy, der Hündin. Nicht zu vergessen sind auch die Figuren aus der unglaublichen Welt von Star Wars.

Sein Leben nimmt eine 180-Grad-Wendung, als August zum ersten Mal eine öffentliche Schule besucht. Schon bald lernt er die wichtigste Lektion seines Lebens, eine Lektion, die in keinem Klassenzimmer gelehrt wird und die in keinem Schulbuch geschrieben steht: Das Leben muss trotz aller Widrigkeiten so akzeptiert werden, wie es ist. Sein Lächeln auch in schwierigen Zeiten nicht zu verlieren und darauf zu vertrauen, dass dir immer eine helfende Hand gereicht wird, ist der Schlüssel zum Glück. Um diese Lektionen zu lernen, begibt sich August auf eine lange und stürmische Reise durch die fünfte Klasse.

„Ich finde, jeder sollte zumindest einmal im Leben einen riesigen Applaus bekommen. Denn jeder von uns stellt sich der Welt.“

August Pullman

Es sind Lektionen, an die wir uns alle hin und wieder erinnern sollten.

Filmszene: August wird von seinen Eltern und seiner Schwester zur Schule gebracht. Er trägt dabei einen Astronautenhelm.

Wunder: Das Bewusstsein für Mobbing und das Treacher-Collins-Syndrom schärfen

Wunder  ist das erste Buch, das Raquel Jaramillo Palacio je veröffentlicht hat. Es ist gleichzeitig auch das erste Buch einer Reihe, die später zu einer Saga wurde. In den folgenden Büchern wird dieselbe Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt.

Wunder wird mittlerweile als Schullektüre eingesetzt, um das Bewusstsein für Mobbing zu schärfen und Kinder über das Treacher-Collins-Syndrom aufzuklären. Einige Eltern, deren Kinder von diesem Syndrom betroffen sind, sagen, dass das Buch die Krankheit sowie die dazugehörigen Schwierigkeiten sehr gut darstelle.

Dabei geht es in ihm gar nicht vorrangig um die Krankheit, sondern vielmehr um die Last, anders zu sein und als „nicht normal“ zu gelten. August wird von einigen seiner Klassenkameraden zurückgewiesen, gerade von den beliebten. Insbesondere Julian legt ihm so viele Steine in den Weg, wie er nur kann.

„Manchmal ist es einfach unmöglich, nur einer von vielen zu sein, egal wie sehr man es versucht.“

August Pullman

Im Internet gibt es verschiedene Lernhilfen, mit denen Schüler die Thematik der Buchreihe vertiefen können. Dieses Lernmaterial kann ihnen dabei helfen, die Figuren besser zu verstehen und sich selbst und andere zu akzeptieren. Sowohl das Buch als auch seine Verfilmung sind sehr empfehlenswert, denn es fällt leicht, sich mit den vielen Figuren zu identifizieren. Genau darin liegt auch die Genialität dieser Geschichte: Auch wenn es eine Hauptfigur gibt, so wird die Geschichte nicht nur von ihr erzählt. Die Geschichte Wunder wird von vielen Personen aus deren jeweiligen Blickwinkeln dargestellt.

August und sein Klassenkamerad Jack messen sich freundschaftlich im Armdrücken.

Die Autorin von Wunder

Die Autorin Raquel Jaramillo Palacio wurde durch ein Lied von Natalie Merchant inspiriert, dessen Titel Wonder  lautet. Es greift einen Vorfall auf, der vor mehreren Jahren stattfand. Ihr jüngster Sohn erlebte im Alter von drei Jahren eine wahre Panikreaktion, als er ein Mädchen mit Treacher-Collins-Syndrom sah. Diese unangenehme Situation hatte eine große Wirkung auf die Autorin. Sie fand in ihr die Inspiration zu ihrem ersten Buch.

Bisher hatte Palacio für zahlreiche Autoren Buchcover entworfen, aber nie selbst geschrieben. Dabei hatte sie stets den Traum, eines Tages einen eigenen Roman zu schreiben. Sie war schon so weit, zu glauben, dass dieser Tag niemals kommen würde. Dann wurde ihr klar, dass sie einfach nur anfangen müsste, zu schreiben. Das war die Geburtsstunde von Wunder – Sieh‘ mich nicht an, dem ersten Buch der Saga.

Zur Saga gehören darüber hinaus die folgenden Bücher:

  • Wunder – Wie Julian es sah
  • Wunder – Christophers Universum
  • Wunder – Charlottes Auftritt
  • Jeder Tag ein Wunder: Maximen für das ganze Jahr

Für das letztgenannte Buch bat die Autorin ihre Leser um Mithilfe. Innerhalb von zwei Wochen erhielt sie über tausend Briefe aus der ganzen Welt.

Die Autorin ist davon überzeugt, dass es mehr gute als schlechte Menschen auf der Welt gebe. Mit dieser Meinung steht sie Menschen gegenüber, die eine eher negative Sichtweise auf die Welt haben. Die Autorin betont, wie wichtig es sei, dankbar für das Leben zu sein. Und ganz besonders für die großzügigen, freundlichen und gutherzigen Menschen, die uns in diesem Leben begegnen.

Die Hauptfigur August sitzt an einem Tisch

Der Film kam im Dezember 2017 heraus. Der Regisseur Stephen Chobsky wollte mit seinem Film dem Buch und dessen Idee treu bleiben. Er ließ sich daher von der Autorin beraten. Zu den Darstellern des Films gehören Julia Roberts und Owen Wilson, die die Eltern von August verkörpern. August selbst wird von Jacob Tremblay gespielt.

„Hier ist, was ich glaube: Der einzige Grund warum ich nicht gewöhnlich bin, ist, dass mich die anderen nicht so sehen. Wenn sie starren, lass‘ sie starren. Man kann sich nicht einfügen, wenn man dazu geboren ist, herauszustechen.“

August Pullman

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