Hinter jedem Kind mit Selbstvertrauen stehen Eltern, die ihm ihrerseits Vertrauen schenken

· 5. August 2017

Die Flügel unserer Kinder entfalten sich erst, wenn wir ihnen Vertrauen schenken und an sie glauben, an ihre Träume und ihre Fähigkeiten. Dafür ist es essenziell, dass wir in die Rolle von Mentoren schlüpfen, ihre Träume fördern und Paten ihrer kindlichen Fantasien werden. Eltern müssen verstehen, dass ihre Kinder eines Tages ihrem Beispiel und ihren Ratschlägen folgen werden.

Dass Praxen von Kinderpsychologen voll sind mit Bildern von bemerkenswerten und berühmten Persönlichkeiten, die wir alle bewundern, hat einen Grund. Der Grund ist einfach: Kinder müssen wissen, dass sie trotz all der Schwierigkeiten, die das Leben für sie bereithält, alles erreichen können.

Wenn dein Kind an sich zweifelt, wenn die Widrigkeiten des Lebens an seinem Selbstbewusstsein nagen, und du nicht weißt, wie du es aufbauen kannst, ist es an der Zeit, seine Schatzkiste zu öffnen, damit es sieht, dass der größte Schatz in ihm selbst liegt.

Eigenständiges Lernen und emotionale Intelligenz

Man kann sagen, dass der Grundpfeiler der emotionalen Intelligenz das eigenständige Lernen ist. Das bedeutet, dass die Strategien, die ein Kind entwickelt, während es aufwächst, ihm ein größeres Wohlempfinden ermöglichen und damit einhergehend ein besseres Verständnis für eigene und fremde Gefühle.

Erfolg im Leben unserer Kinder hängt stärker von den emotionalen Fähigkeiten ab als von schulischen Leistungen. Nichtsdestotrotz sollten wir aus dieser Erkenntnis nicht schlussfolgern, dass eine gute sozio-emotionale Entwicklung wichtiger sei als schulische Leistungen, und aufgrund dessen das Schulische vernachlässigen.

Unsere Kinder gehen, genauso wie wir, die ersten 16 bis 18 Jahre ihres Lebens zur Schule. Die Wirkung dieses geregelten Schulalltags sollte nicht unterschätzt werden. Im Schulischen oder Akademischen kommt ihre emotionale Entwicklung zum Ausdruck. Meist verbringen unsere Kinder mehr Zeit in der Schule oder mit den Hausaufgaben als draußen im Park. Wir können davon ausgehen, dass sich diese Routine im Verlaufe ihres Lebens etwas wandelt, aber grundsätzlich wird sich an diesem Muster wohl wenig ändern.

Deshalb muss ein Kind lernen, zu reflektieren und seine Stärken und Schwächen zu erkennen. Dabei müssen wir es unterstützen, indem wir ihm helfen, mit Gefühlen umzugehen, die entstehen, wenn es etwas nicht versteht, wenn es sich nicht konzentrieren kann oder nicht weiß, wie man ein bestimmtes Problem löst.

Sobald Kinder eigenständig lernen können, kommt ein aktiver und konstruktiver Prozess in Gang. Es ist keine Utopie, dass unsere Kleinen ihrer Gedanken und Gefühle beobachten, regulieren und kontrollieren, um sich zu motivieren und Verhaltensweisen anzunehmen, die ihnen dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Wenn ein Kind fest davon überzeugt ist, das Einmaleins lernen zu wollen, wird es das schaffen. Dazu bedarf es allerdings ermunternder Worte von anderen, vor allem von den Eltern, Geschwistern, Großeltern und Lehrern.

In der Psychologie nennt man dies den „Pygmalion-Effekt“. Das bedeutet, dass die eigenen Erwartungen die Erreichung unsere Ziele bestimmen. Dies gilt vor allem, wenn Eltern und Lehrer noch der wichtigste Bezugspunkt der Kinder sind.

Es handelt sich dabei nicht um ein magisches „Man muss es nur wollen!“  oder einen Überschuss an Optimismus. Es geht vielmehr darum, unseren Kindern nicht die Flügel zu stutzen, sondern ihnen das Fliegen beizubringen, ihnen zu vermitteln, dass ihre selbstentwickelten Strategien wertvoll sind. Auch wenn das Bildungssystem ihnen häufig einen bestimmten Lösungsweg vorschreibt, müssen sie verstehen, dass eigenständiges Experimentieren unerlässlich für ihre Entwicklung ist.

Kinder, Eltern und Lehrer müssen verstehen, dass Kinder, auch wenn wir ihnen manche akademischen Normen beibringen müssen, ebenfalls malen, schreiben, agieren, beobachten und reden dürfen… Jeder Weg, den sie eigenständig gehen, stärkt ihr Selbstbewusstsein, und damit einhergehend ihr Durchhaltevermögen.

Wie können wir das Selbstvertrauen unserer Kinder stärken?

Wir sind so besessen davon, dafür zu sorgen, dass es unseren Kindern gut geht, dass wir dabei vergessen, das Selbstvertrauen unserer Kinder zu fördern. Es ist wichtig, dass unsere Kinder umgeben von ausgeglichenen Erwachsenen aufwachsen.

  • Nett zu ihnen sein: Nett zu unseren Kindern zu sein bedeutet, ihnen Zuneigung zu vermitteln und mit ihnen auf geduldige und positive Weise zu kommunizieren. Wenn wir dies umsetzen, sind wir unseren Kindern ein Vorbild und erreichen, dass sie ihre Gefühle kontrollieren können.
  • Ihnen Geschichten erzählen, die ihre introspektiven Fähigkeiten stärken: Kinder müssen verstehen, dass es von größter Wichtigkeit ist, ihre Gedanken nicht zu vernachlässigen, ihre Gefühle und ihr Verhalten. Kommunikation ist der Schlüssel, um uns selbst und andere Personen und Dinge kennenzulernen. Dies ermöglicht es uns, die Welt, in der wir leben, besser zu verstehen.
  • Ihren Dialog mit sich selbst zu verbessern: Dies können wir erreichen, indem wir Positives hervorheben und indem wir ihre negativen Kommentare über sich selbst korrigieren
  • Loben, nicht bloßstellen: Es geht darum, angebrachte Verhaltensweisen zu stärken und zu würdigen. Dafür gibt es eine goldene Regel: Lob in der Öffentlichkeit, Kritik im Privaten.
  • Ihnen helfen, mit Frust umzugehen, und ihnen beibringen, auf ihre Erfolge stolz zu sein.
  • Ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie wichtig und unentbehrlich für die Familie sind.
  • Sie nicht zu sehr zu beschützen und ihnen eine angemessene Sozialisierung mit Altersgenossen ermöglichen.
  • Mit gutem Beispiel voran gehen: Eltern sollten Vorbild sein.
  • Geistige Flexibilität fördern, um ihre Kreativität zu stärken: Es gibt tausende Arten, die Dinge anzugehen. Lassen wir unsere Kinder ihren eigenen Weg finden.
  • Ihnen helfen, Ziele festzulegen und eigenständiger zu sein.
  • Ihre Meinung wertschätzen: Kinder dürfen nicht glauben, dass ihre Meinung nicht zählt. Ihrem Alter angemessen müssen wir ihre Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigen. Dies können wir erreichen, indem wir mit ihnen kommunizieren und diskutieren, das heißt, ihnen das Gefühl geben, dass wir ihnen zuhören.

Wir wollen keine Kinder, die perfekt sind, denn wir wollen keinen Hochmut kultivieren. Wir wollen Kinder, die sich selbst mögen, an sich selbst und an ihre Fähigkeiten glauben, die fest davon überzeugt sind, dass sie die Besten darin sind, sie selbst zu sein.