Wogegen du dich sträubst, verfolgt dich, und was du akzeptierst, verändert dich

· 28. Mai 2017

Viele Menschen, die sich in Therapie begeben, möchten ihrem ständigen Unwohlsein ein Ende bereiten, doch ohne sich selbst zu verändern. Ein Großteil des anfänglichen Widerstands gegen die Psychotherapie, die diese Personen an den Tag legen, hat mit der Angst zu tun, das zu akzeptieren, was ihnen tatsächlich widerfährt. Das ist interessant, denn die meisten Veränderungen gehen damit einher, den eigenen Standpunkt zunächst einmal anzuerkennen.

Zu viele Menschen überschätzen, was sie nicht sind, und unterschätzen, was sie sind. Ein Teil ihres Schmerzes wird durch ihre Art der Selbsteinschätzung verursacht. Wir dürfen hierbei nicht vergessen, dass uns Schmerz zu empfindlichen und kriegerischen Personen macht. Unsere Interpretation unserer emotionalen Reaktionen bringt uns dieses Leid und dadurch entsteht ein Konflikt mit uns selbst. Bei letzterem sind wir selbst die Verursacher oder zumindest die Komplizen unseres eigenen Schadens.

Sich dafür zu entscheiden, eine Abwehrhaltung einzunehmen, macht es uns oftmals unmöglich, zu verstehen, dass der Grund für unser Leiden nicht mit dem jeweiligen Auslöser zu tun hat, sondern mit unserer Reaktion hinsichtlich dessen. Wer sich gegen eine Veränderung sträubt, erwartet, dass sich seine Probleme in der Zukunft von allein lösen, ohne eine proaktive Haltung einzunehmen. Es wird erwartet, in irgendeiner Form eine Wiedergutmachung zu erhalten, ohne eine Verhaltensweise, die das Problem hervorgerufen hat, zu verändern.

Glück kann nur durch Akzeptanz entstehen. Wenn du akzeptierst, veränderst du dich.

Frieden entsteht in unserem Inneren: Suche ihn nicht außerhalb deiner Gefühlswelt

Viele Patienten, die zur Therapie gehen, richten ihren Fokus auf äußere und nur schwer zu kontrollierende Faktoren. Außerdem entsteht und bleibt ein Großteil dieser Enttäuschung deswegen, weil sich diese Menschen zu sehr auf ungerechte Situationen konzentrieren, über die sie keinerlei Kontrolle haben.

Wenn wir nicht dazu in der Lage sind, unseren eigenen Gemütszustand zu regulieren, laufen wir schnell Gefahr, anderen die Schuld für unser emotionales Unbehagen zu geben. Sobald wir uns auf andere konzentrieren, legen wir unsere Emotionen in die Hände unserer Mitmenschen.

Niemand würde das bewusst tun, weshalb es mit unserem Wesen zu tun hat, ob wir unsere Gefühle durch andere kontrollieren lassen. Doch jedes Mal, wenn jemand unseren Erwartungen nicht gerecht wird, geht es uns dann schlecht. Jemandem beizubringen, mit Druck und Frust umzugehen, ist ein sehr wichtiger Aspekt der mentalen Dynamik des Patienten, und diese Arbeit beginnt damit, zu erreichen, dass der Patient seine Situation akzeptiert und gleichzeitig seine Fähigkeit anerkennt, diese verändern zu können.

Veränderungen im Inneren rufen äußere Wandel hervor

Wenn unsere Glaubensansätze nicht mit denen anderer oder Umständen, die nicht unserer Sichtweise entsprechen, übereinstimmen, rutschen wir häufig in das psychische Unwohlsein ab. Einen Prozess der persönlichen Veränderung zu starten, hilft uns dabei, uns auf uns selbst zu konzentrieren und der Opferrolle, Empörung und Resignation Lebewohl zu sagen.

Es kann zu Beginn sehr schmerzhaft sein, ehrlich mit uns selbst zu sein, aber mittelfristig ist es sehr befreiend. Denn so können wir mit offenen Augen betrachten, wer wir in Wahrheit sind und wie wir uns mit unserer Gefühlswelt verbinden. Denn in Wahrheit sind wir die einzigen, die uns selbst aus dem Gleichgewicht bringen können.

Nur wir selbst besitzen die Macht darüber, uns zu schaden. Auch wenn wir unseren Verstand befreit haben, ruft dieser trügerische persönliche Kampf eine Reihe emotionaler Laster, wie Schuldgefühle, Groll, Hass, Selbstbestrafung und den Wunsch nach Vergeltung hervor. All diese Gefühle kommen in einer Therapie hervor und manchmal sind sie als Konflikte mit anderen getarnt.

Diese Emotionen sind das Ergebnis daraus, manche Ereignisse und erlebte Gefühle in der Vergangenheit zu stark und als äußere Einflüsse interpretiert zu haben. Zu einem Problem wird es dann, wenn diese vergangenen Ereignisse eine Verbindung zur Gegenwart begünstigen und es uns nicht erlauben, weiterzumachen. Denke immer daran, dass du nur die Gegenwart leben kannst, wenn du die Vergangenheit akzeptierst.

„Lasse nicht zu, dass das, was du nicht tun kannst, das beeinträchtigt, was du tun kannst.“

John Wooden

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