Wir sind Sternenstaub: Wir sind zum Leuchten gemacht

· 12. Januar 2018

In seinem Buch Unser Kosmos  erklärt Carl Sagan, dass Menschen aus einer außergewöhnlichen Substanz bestünden: aus Sternenstaub. In unserer DNA fände sich das gleiche Material, aus dem auch Sterne gebildet würden, diese erstaunlichen Dinge, die wir am Nachthimmel sehen. Auch wir sind zum Leuchten gemacht.

Diese poetischen Worte stammen aus den 70er Jahren. Es war die Sängerin Joni Mitchell, die das inspirierende Lied Woodstock  schrieb. Sie ermutigte die Menschen, „wie Sternenstaub zu leuchten, wie leuchtendes Gold“.  Aber später verlieh Carl Sagan dieser Idee eine wissenschaftliche Grundlage. Er hat gezeigt, dass in unseren eigenen Körpern, in jeder einzelnen Zelle, in jedem kleinsten Teilchen von uns, kosmische Geschichte steckt.

„Sei demütig, weil du aus Erde gemacht bist. Sei edel, weil du aus Sternen gemacht bist.“

Serbisches Sprichwort

Das ist ein beeindruckende, aufregende Tatsache. Und jedes Jahr bestätigen sie weitere Forschungsergebnisse. Chris Impey, Wissenschaftler und Professor für Astronomie an der University of Arizona (Arizona, USA), enthüllte 2010, dass alles organische Material, das Kohlenstoff enthalte, von einer extrem alten Generation von Sternen produziert worden sei. Und wenn wir bedenken, dass alle Elemente der Erde denselben Ursprung haben, können wir annehmen, dass 97% unserer Körper Materie dieser alten Sternen ist.

Es ist magisch. Wir sind geschaffen, um zu leuchten, um die Welt zu erhellen. Aber warum haben wir vergessen, zu leuchten? Wenn wir aus Sternen gemacht sind, warum sind wir dann nicht glücklicher?

Hände halten das Universum

Wir sind Sternenstaub, aber manchmal leben wir in der Dunkelheit

Je dunkler die Nacht, desto heller scheinen die Sterne. Manchmal musst du nur zum Nachthimmel aufschauen, über die Unendlichkeit nachdenken und das verleiht dir Inspiration. Die Sterne in ihren zyklischen Bewegungen, stiller Musik und kosmischer Schönheit waren immer ein Bezugspunkt für die Menschheit. Das gilt für alle Generationen, für Landwirte und Wissenschaftler, Jäger, Sammler und Kosmonauten.

Wir haben uns aber stets darauf beschränkt, Sterne als ferne Objekte und sogar überlegene Kräfte anzusehen. Es ist nun an der Zeit, zu verstehen, dass wir ein Ganzes sind. Dass diese himmlische Materie in jedem Fragment unseres Wesens steckt.

Das ist nicht einfach, das ist wohl wahr. Als Menschen neigen wir dazu, in der Dunkelheit zu navigieren. Im Sumpf des ewigen Unglücks, in Wüsten, in denen die Samen der Selbstliebe nicht mehr wachsen.

Es ist eine schwierige Wahrheit. Und als einfaches Beispiel dieser dunklen Kehrseite der Menschheit nehmen wir dieses kranke Spiel, das in letzter Zeit Schlagzeilen gemacht hat: Wir reden von „Blue Whale“ oder „Blauwal“. Dieses morbide Spiel entstand im Jahr 2013 und verbreitete sich zunächst im russischen sozialen Netzwerk VKontakte. Von dort eroberte es die ganze Welt. Es umfasst 50 Tests, die aus vielen verschiedenen, komplexen Gründen jede Menge Teenager anziehen. Das „Spiel“ nimmt sie mit auf eine Reise der Selbstsabotage, Selbstschädigung und langsamen Zerstörung. Bis sie schließlich in einem angeblichen Akt des Mutes das Spiel gewinnen, indem sie sich das Leben nehmen.

Hände greifen nach pinkfarbenem Wal auf dem Mond

Der Schöpfer dieses sadistischen Spiels ist der erst 21 Jahre alte Philipp Budejkin. Seiner Meinung nach hat er diese virtuelle Herausforderung erfunden, denn „es gibt Menschen, die biologisch abbaubar sind und keinen Wert für die Gesellschaft haben„. Russische Psychologen deuteten an, dass es bei diesem jungen Mann psychopathische Züge nachzuweisen wären.

Das Wichtigste und Besorgniserregendste ist jedoch, wie viele Menschen durch „Blauwal“ gefährdet sind. Jeder Computer, jedes Handy schafft einen möglichen Zugang. Und es gibt Hunderte von jungen Köpfen und zerbrechlichen Herzen, die ohne Hoffnung atmen, die alle über solche Geräte verfügen. Ihnen mangelt es an Energie, Glück und dem Licht, das sie für das Leben, die Selbstachtung und das Selbstwertgefühl brauchen.

Lasst uns anfangen zu leuchten, für uns selbst und für alle anderen

Denke an den glücklichsten Moment deines Lebens und genieße die Erinnerung. Lächle einen Fremden an. Erstelle eine Playlist mit Musik, die dir gefällt. Umarme ein Stück Obst. Sprich in Songtexten. Zeichne ein imaginäres Tier. Suche nach Formen in den Wolken. Singe unter der Dusche…

„Wir sind Sternenstaub, der an die Sterne denkt.“

Carl Sagan

Diese Ideen sind auch Herausforderungen und sie bilden das Spiel des „Pinkfarbenen Wals“. Es besteht ebenfalls aus 50 Aufgaben für junge Menschen auf der ganzen Welt. Die Idee hinter dem „Pinken Wal“ ist, diesen Menschen zu helfen, eine positive Einstellung anzunehmen, und eine Alternative zum „Blauwal“ anzubieten. Im Moment gibt es 290.000 Anhänger und Tausende haben die letzte Aufgabe bereits erledigt. Wie diese aussieht? Ein Leben retten. Zum Beispiel einem Klassenkameraden, der Opfer von Mobbing ist. Es ist einfach atemberaubend.

Sterne sammelndes Mädchen

Die meisten von uns haben Hoffnung. Die meisten von uns wollen anderen helfen. Es ist zwar wahr, dass wir gelegentlich vergessen, wie man leuchtet, aber es gibt immer jemanden, der uns ermutigt, das Licht wieder zu finden. Es gibt nichts Besseres als die Seele eines anderen Menschen zu berühren, um dir eine Vision davon zu geben, wie schön und gewaltig unser Kosmos ist.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Little Oil