Lächle, damit die Welt weiß, dass du heute glücklicher bist als gestern

· 15. November 2017

Lächle, damit jeder sehen kann, dass du heute stärker bist als gestern. Hebe deinen Kopf und zaubere dir selbst ein Lächeln ins Gesicht, weil dein Kopf es verdient und dein Herz dich darum bittet. Denn wenn es um unsere Einstellung geht, dann lohnt es sich, uns selbst mit der würdevollsten und strahlendsten Geste zu verschönern, die andere ansteckt und uns zwingt, von innen heraus neu zu starten, um unseren Weg weiterzugehen.

Der berühmte Neurologe und Psychiater Boris Cyrulnik, der sich unter anderem mit dem biologischen Korrelat von Stimmung und Verhalten beschäftigt hat, sagt, dass niemand genau wisse, wie man Glück definieren könne. Wir könnten aber sagen, dass es in gewisser Weise mit all jenen Wunden zu tun habe, die jeder für sich mit dem Faden der Widerstandsfähigkeit verschlossen hat, um wieder neue Hoffnung schöpfen zu können und an Stärke gewinnen zu können.

Der Frieden beginnt immer mit einem Lächeln.

Daher ist jedes Lächeln, das wir uns selbst und der Welt schenken, wie eine sanfte Brise, wie ein Lobgesang auf persönliche Überwindung und auf den Mut, mithilfe dessen wir alles Erlebte und zu unserer Person Gehörende akzeptieren können. Mit einem Lächeln feiern wir uns selbst und unsere ganz eigene Art, uns mit anderen zu verbinden. Aus diesem Grund erscheint diese Geste authentisch, wenn sie aufrichtig ist, und wird so überall auf der Welt verstanden.

Frau schaut sich im Spiegel an

Wir dürfen nicht vergessen, dass hinter all diesen wundervollen Lächeln, die wir jeden Tag sehen, in Wahrheit eine Geschichte steckt und nicht nur ein besonderer Zauber.

Wir möchten dich dazu einladen, mit uns zusammen darüber nachzudenken, was du mit einem Lächeln alles erreichen kannst.

Lächle immer, auch wenn es manchmal wehtut

Sonja Lyubomirsky, Professorin an der Fakultät für Psychologie der University of California, Riverside (Kalifornien, USA), ist eine der bekanntesten Wissenschaftlerinnen, die sich mit dem Glück beschäftigt. Ihrer Meinung nach sei das Lächeln nicht nur eine einfache Geste der nonverbalen Kommunikation oder ein Werkzeug zum Aufbau einer Verbindung zwischen Menschen. Im Grunde genommen sei es eine Art intensiver Energie, die unsere Neurochemie verändere.

Um das zu überprüfen, führte sie eine kleine Studie mit Menschen mit einer schweren Depression durch. Sie zeigte ihnen ein Video, das viele witzige Bilder und lustige Szenen mit Tieren und Monologen bekannter TV-Comedians enthielt. Die meisten Experten erwarteten, dass die Patienten nicht auf diese Art von Bildern reagieren würden. Aber sie reagierten, wenn auch auf eine kaum sichtbare Weise: Sie zeigten kleine Lippenbewegungen, Regungen im Gesicht und ein leichtes Stirnrunzeln. Dabei handelte es sich um beinahe instinktive Mikrogesten, die durch eine positive Emotion ausgelöst wurden. Und es war etwas, das viele dieser an einer Depression leidenden Menschen nicht akzeptieren wollten, weshalb sie den Raum verließen.

Das Lächeln ist mit einer plötzlichen Freisetzung von Neuropeptiden verbunden, deren Aufgabe es ist, uns von Stress zu befreien und diese negative Last durch positive Gefühle zu ersetzen.

Gehirn mit Blumen

Dieses anreizende Gefühl von Gelassenheit und Entspannung war für die depressiv kranken Menschen eine sehr widersprüchliche und sogar schmerzhafte Erfahrung. Es sind diese Momente, in denen lächeln schmerzt, weil das Herz noch nicht dafür bereit ist, obwohl es das Gehirn so will.

Ein aufrichtiges Lächeln

Analysten und Marketingexperten wissen, dass ein Lächeln die Macht besitzt, den Konsumenten zu verführen, da es bei ihm positive Gefühle, Vertrauen und Nähe erweckt. Wir sind jedoch an einem Punkt angekommen, an dem es mehr Lächeln aus Höflichkeit gibt, als Lächeln ausgelöst durch den Wunsch, Freude oder Gefallen auszudrücken. Wenn sich uns demnach jemand mit einem Lächeln auf den Lippen nähert, kommen wir nicht umhin, uns zu fragen: Worum wird er mich bitten? Was wird im Gegenzug erwartet? Will man mir etwas verkaufen?

„Lachen ist die Sprache der Seele.“

Pablo Neruda

In gewisser Weise gefällt dieses Lächeln, das wir auf dem Gesicht einer uns unbekannten Person auf der Straße entdecken, aber auch. Menschen, die uns grundlos anlächeln und die auch wir daraufhin anlächeln, ohne zu wissen, warum, erhellen unseren Tag. Wir sind vom Kinderlachen ganz hin und weg und verbinden es sofort mit all diesen Menschen, die einfach so lächeln, während sie in ihre eigenen Gedanken versunken sind, weil sie eine schöne Erinnerung zum Lachen bringt.

All diese Gesten überzeugen uns davon, dass ein Lächeln auch eine Einstellung gegenüber dem Leben und ein wunderbarer Weg ist, allen Schwierigkeiten zu trotzen. Laut einer Forschungsarbeit der University of Michigan (Michigan, USA) ist es sogar so, dass wir Menschen drei von zehn Tagen damit verbringen, zu versuchen, unsere schlechte Laune oder unsere persönlichen Dämonen zu bekämpfen.

Kreative Frau mit Sommersprossen und rosa Brille

Von sich aus zu lächeln, löst nicht jedes unserer Probleme, das ist klar, aber es hebt unsere Stimmung und bereitet uns darauf vor, zu handeln. Es bringt uns rein gar nichts, uns von diesem undefinierbaren Unbehagen überwältigen zu lassen und diese vielen Werkzeuge zu verschmähen, die uns dabei helfen, einen Ausweg aus unseren persönlichen Labyrinthen zu finden.

Aus diesem Grund solltest du das nächste Mal, wenn die schlechte Laune an deine Tür klopft, versuchen, diese grundlegenden und hilfreichen Strategien in die Tat umzusetzen:

  • Atme fünf Sekunden lang ein
  • Halte die eingeatmete Luft sieben Sekunden lang an
  • Atme für neun Sekunden aus
  • Strecke deinen Kopf so weit es geht in die Luft, während du für fünf Sekunden wieder ein- und ausatmest
  • Und jetzt lächle!

Zum Schluss möchte ich dir sagen, dass wir in den meisten Fällen aus purer Freude lächeln, doch in anderen Fällen ist es der Akt des Lächelns, der uns Ruhe, Motivation und Wohlbefinden beschert. Wir sollten von dieser Macht Gebrauch machen, die uns immer zur Verfügung steht.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Tracy Turnbull