Wie wir laut dem Buddhismus mit Angst umgehen sollten

· 30. März 2019

Im Buddhismus beinhaltet der Umgang mit der Angst auch den Umgang mit unseren Wahrnehmungen. Tatsächlich definiert Buddhisten Angst als einen Wahrnehmungsfehler. Sie entsteht aus fantastischen und schrecklichen Bildern, die am Ende unseren gesamten Verstand einnehmen können.

Der Buddhismus argumentiert auch, dass die Angst bei Menschen, denen es an Liebe fehlt, auf besonders fruchtbaren Boden fällt. Verbitterung, Neid und Selbstsucht sind allesamt schädliche Wege, um sich auf andere zu beziehen. Solche Emotionen sind der Keim des Konflikts.

„Besser als tausend hohle Wörter, ist ein Wort, das Frieden bringt.“

Buddha

Im Allgemeinen glauben Buddhisten, dass der beste Weg, um mit der Angst umzugehen, darin bestehe, sich vollständig auf die Gegenwart zu konzentrieren und im tiefen Mitgefühl zu leben. Dies führe dazu, dass wir uns unserer Stärke bewusst würden. Genau aus diesem Grund gebe es weniger Raum für Angst. In diesem Beitrag wollen wir näher auf dieses Thema eingehen.

Angst und Leid ablehnen

Buddhisten sagen, dass das Wesen der Angst ein Gefühl der Ablehnung gegenüber dem Leiden sei. Sie behaupten auch, dass Schmerzen unvermeidlich seien, das Leiden aber freiwillig. Erstere beziehen sich darauf, wie wir Angst verstehen. Letzteres hänge davon ab, wie wir mit ihr umgehen.

Die Angst vor dem Leid beruht auf der Ablehnung unangenehmer Empfindungen, die aus Verlusten, Konflikten und Differenzen zwischen unseren Wünschen und der Realität, welche wir erleben, hervorgehen. Dabei müssen wir nicht unbedingt unter Schmerzen leiden. Leiden ist nur eine der vielen Antworten, welche uns zur Verfügung stehen.

Wir gehen zu unserem eigenen Nachteil häufig davon aus, dass Konflikte und Differenzen uns schaden würden. Aber das muss gar nicht so sein. Um mit Angst erfolgreich umgehen zu können, müssen wir daher auch wissen, wie man mit Schmerzen umgeht. Der Schmerz verliert an Kraft, wenn wir lernen, ihn zu akzeptieren. Und er verliert noch mehr Kraft, wenn wir versuchen, zu verstehen, was wir aus ihm lernen können.

Der Statue, die zu weinen scheint

Wenn der Umgang mit Angst das Ziel ist, konzentrieren wir uns auf das Jetzt

Auf irgendeine Weise hängt Angst immer mit der Vergangenheit oder der Zukunft zusammen. Sie ist mit der Vergangenheit verbunden, wenn wir uns mit einer Erfahrung beschäftigen, die uns nach wie vor erschreckt, weil sie tiefe Narben in uns hinterlassen hat. Dann haben wir Angst, dass dasselbe wieder passieren könnte.

Angst ist aber auch mit der Zukunft verbunden, weil wir uns manchmal vorstellen oder vermuten, dass unsere Zukunft Schwierigkeiten oder schmerzhafte Situationen mit sich bringen würde. In der von uns vorgestellten Zukunft fühlen wir uns klein und schwach. Das macht uns Angst.

Aus diesem Grund weist der Buddhismus eindrücklich darauf hin, dass eine der besten Möglichkeiten, mit der Angst umzugehen, die Fokussierung auf die Gegenwart fokussiert sei. Das Hier und Jetzt ist entscheidend. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, wird unser Verstand davon abgehalten, sich mit Fantasien zu füllen, die nur unnötige Ängste nähren.

Bindung ist eine Quelle der Angst

Geistiger und seelischer Frieden sind polare Gegensätze der Bindung . Es ist sehr schwierig für die meisten Menschen, dies zu verstehen, weil sie sich nur auf das Erreichen oder Erhalten von Dingen konzentrieren. Dabei sprechen wir nicht nur über materiellen Besitz, sondern auch über emotionale oder spirituelle „Güter“, einschließlich Liebe und Frieden.

Der Buddhismus sagt, dass wir aufhören sollten, Besitz anzustreben. Mit anderen Worten, wir sollten versuchen, uns loszulösen. Der Buddhismus lehrt, dass uns nichts gehöre, nicht einmal unser eigenes Leben. Alles, was in unser Leben komme, und sogar alles, was wir seien, sei nichts weiter als eine flüchtige Realität.

Wenn wir das nicht verstehen, prägt eine schädliche Bindung unser Leben. Und mit dieser Bindung zu den Dingen geht die Angst vor dem Verlust einher. Dies ist eine der stärksten Ängste, weil sich aus ihr ein Teufelskreis entwickelt: Je mehr wir an etwas hängen, desto mehr Angst werden wir davor haben, es zu verlieren. Und je ängstlicher wir uns fühlen, desto mehr hängen wir an diesem Ding. Wenn wir jedoch akzeptieren, dass alles nur vorübergehend ist, können wir mit der Angst fertig werden.

Eine Buddha-Statue vor einer Kerze

Flucht ist niemals eine Option

Für den Buddhismus ist es so, dass wir alle Fehler machen, um aus ihnen zu lernen. Wenn du dich nur mit deinen Fehlern beschäftigst, nährst du deine Angst. Wenn du einen Fehler machst und nicht daraus lernst, wird sich die Situation, in der du den Fehler gemacht hast, wahrscheinlich wiederholen.

Alle diese buddhistischen Prinzipien für den Umgang mit der Angst mögen komplex erscheinen. Mit Geduld und Ausdauer kannst du sie jedoch erlernen. In vielerlei Hinsicht kollidieren sie mit den Werten der westlichen Gesellschaft, weshalb sie für viele Menschen nicht einfach zu übernehmen sind. Wenn du jedoch häufig Angst hast, ist es möglicherweise eine gute Idee, sie zu erforschen.

  • Uhlig, H. (2005). Buda y Jesús: los vencedores del miedo. Ellago.