Wie wichtig ist unser Selbstbewusstsein?

13. Januar 2016 en Psychologie 6 Geteilt

„Das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, ist, dass er schlecht von sich selbst denkt.“

Johann Wolfgang von Goethe

Was ist das Selbstbewusstsein?

Das Selbstbewusstsein ist die bewertende Wahrnehmung, die wir von uns selbst haben, das bedeutet, es ist die Fähigkeit, uns zu lieben, wertzuschätzen und zu respektieren. Es bestimmt, wie wir uns in jedem Aspekt unseres Lebens selbst schätzen. Es unterstützt das Fundament unserer Identität, unserer Zentrale der Unterstützung.

Das Selbstbewusstsein ist einer der Schlüssel, um uns und die Anderen zu verstehen. Es besteht aus zwei Teilen: einem Gefühl der persönlichen Fähigkeit und einem Gefühl des persönlichen Werts. Wie der kanadische Psychotherapeut Nathaniel Branden aufzeigt, ist es die Summe aus dem Vertrauen in sich und dem Respekt sich selbst gegenüber.

Es ist eine persönliche Erfahrung, die im inneren Kern unseres Seins sitzt: was wir über uns selbst denken und fühlen und nicht, was die Anderen über uns denken und fühlen.

Das Selbstbewusstsein beginnt sich bereits in unseren ersten Lebensjahren zu entwickeln, in der Zeit, in der unsere Eltern uns erziehen und uns beibringen, welche Verhaltensweisen akzeptabel und welche gefährlich sind, welche Verärgerung oder Unmut auslösen werden.

Dadurch werden für die Kinder Erziehungsmuster gemäß den Werten der Familie aufgebaut, die den Weg der Kinder kennzeichnen und zeigen, wohin er führen kann und welche Stationen man nicht durchlaufen kann. Zusammen mit den Variablen der Situation und der Persönlichkeit bilden die Erziehungswerte das weite Spektrum des Selbstbewusstseins.

Wann treten Probleme mit dem Selbstbewusstsein auf?

Das Bild, das wir von uns selbst haben, beeinflusst unsere wichtigsten Entscheidungen und Wahlen, die die Form unseres Leben, das wir uns erschaffen, bestimmen. Deshalb ist das Selbstbewusstsein so wichtig, weil es sich auf alle Sphären unseres Lebens auswirken kann.

Wenn wir ein geringes Selbstbewusstsein haben, kriecht in uns die Angst hoch, wenn wir unsere eigene Wirklichkeit beobachten. Wir werden von Gefühlen der Zurückweisung, der Unzufriedenheit und der Verachtung uns selbst gegenüber begleitet. Irgendwann denken wir, dass wir nur sehr wenig wert sind und wir verstecken uns hinter einer Mauer des Misstrauens, die uns von den Menschen um uns herum entfernt.

Wenn wir ein geringes Selbstbewusstsein haben, reagieren wir überempfindlich auf Kritik, sowohl auf externe als auf interne. Deshalb erweist es sich ohne eine gewisse Dosis an Selbstbewusstsein als unmöglich, viele unserer Bedürfnisse zu befriedigen. Die Verurteilung und Zurückweisung unserer selbst erschafft ein enormes Leiden.

Außerdem kann es passieren, dass wir durch das geringe Selbstbewusstsein ein falschen Bild von uns selbst bekommen, weil wir uns darauf konzentrieren, was die anderen von uns denken. Auf diese Weise die Akzeptanz der anderen zu erlangen ist ein zweischneidiges Schwert; denn wenn wir sie erlangen, finden wir ein Ersatz für unser Glück, aber wenn nicht, tauchen wir in Leid ein.

In jedem Fall sind wir von den Augen der anderen abhängig, um uns selbst sehen zu können, denn unsere eigene Sicht reicht nicht. Und von der Billigung anderer abhängig zu sein, wird nur unser Unwohlsein aufrechterhalten. Die Mehrheit der Menschen sucht überall nach Selbstvertrauen und Selbstrespekt, außer in sich selbst und deshalb scheitert ihre Suche.

Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir selbst es sind, die die Fähigkeit haben, festzulegen, wer wir sind und ob dieses Bild uns gefällt oder nicht. Das Geheimnis liegt darin, uns nicht selbst zu verurteilen.

Um ein gutes Selbstwertgefühl aufzubauen, muss man laut Nathaniel Branden:

  • Bewusst leben.
  • Lernen, sich zu akzeptieren.
  • Sich von der Schuld befreien.
  • Sich mit dem jüngeren Ich versöhnen.
  • Verantwortlich leben.
  • Wirklich leben.
  • Anderen helfen, deren Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Das Selbstvertrauen wird nicht durch den sozialen Erfolg, den wir erreichen, unser Äußeres oder unsere Beliebtheit bestimmt. Es hängt nicht von etwas ab, das außerhalb unserer Kontrolle liegt, im Gegenteil, es wird durch unseren Verstand, unsere Verantwortlichkeit und unsere Integrität bestimmt.

Wenn wir unser Selbstbewusstsein nicht selbst überprüfen, wird es niemand tun. Uns zurückzuhalten und zu beobachten, wie wir uns vorfinden und wertschätzen, ist grundlegend, um die Fallen zu verstehen, die wir uns stellen.

„Die Liebe zu einem selbst ist der Ausgangspunkt für das Wachstum der Person, die die Wichtigkeit spürt, für seine eigene Existenz Verantwortung zu übernehmen.“

Viktor Frankl

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