Mach dich stark gegenüber Kritik

13. November 2015 en Psychologie 1 Geteilt

„Mit jedem Stein, den sie auf mich werfen, baue ich mir meine Festung“

Elvira Sastre

Jeden Tag sind wir mit Kritik konfrontiert. Obwohl es etwas ganz Alltägliches ist, fällt es uns schwer, sich daran zu gewöhnen. Es ist immer schwierig, Kritik anzunehmen, insbesondere wenn sie von Menschen kommt, die uns wichtig sind.

Kritik ist unausweichlich

Akzeptanz ist der erste Schritt. Wenn wir uns nicht darüber klar werden, dass Kritik etwas ganz Normales ist, dann wird die Frustration uns auffressen. Solange wir nicht auf einer Insel, getrennt von dem Rest der Menschheit, leben, wird es immer jemanden geben, der etwas Negatives über uns sagt.

Gleichzeitig müssen wir akzeptieren, dass wir alle, der Eine mehr, der Andere weniger, ein solches Verhalten selbst schon mal an den Tag gelegt haben. Vielleicht war man etwas konstruktiver oder vielleicht auch destruktiver. Vielleicht haben wir uns so verhalten, weil es die Anderen genauso gemacht haben. Lasst uns also akzeptieren, dass wir manchmal kritisieren und manchmal das Objekt der Kritik sind.

Bleibe geduldig

Um Geduld zu haben, müssen wir all unsere Anstrengungen einsetzen, unsere Ruhe zu behalten. Es geht darum, nicht impulsiv zu sein und die Ruhe aufrecht zu halten, um so zu erreichen, dass sich die Emotionen des Moments etwas abkühlen. So kann man dann die Situation erst analysieren und dann auf rationalere Weise agieren.

Dazu gibt es bestimmte Werkzeuge, zum Beispiel, tief durchatmen, sich dazu zwingen, für einen Moment still zu bleiben. Sei es, indem du zu zählen anfängst oder dich auf etwas Anderes konzentrierst, du dich zum Beispiel an ein angenehmes Bild oder angenehmen Moment erinnerst.

 Durch diese Übung schafft man es, dass die Probleme etwas einfacher erscheinen und dass wir die Situation nicht noch verschlimmern, indem wir das sagen oder machen, was uns zuerst in den Kopf kommt. Es ist ohne Zweifel die intelligenteste Art zu handeln.

Lerne zu verzeihen

Wir werden immer auf Personen treffen, die uns schaden wollen. In manchen Fällen handelt es sich um vergiftete Personen, andere wiederum handeln ohne schlechte Absicht. Doch was auch immer sie antreibt, Enttäuschung und Schmerz sind unausweichlich.

Verzeihen bedeutet, das zu akzeptieren, was passiert ist, und es gehen zu lassen. Es impliziert, dass wir die Dinge in der Vergangenheit lassen und nicht zulassen, dass sie unsere Gegenwart beeinflussen. Auch wenn es nicht einfach ist, ist es für uns selbst das Beste, was wir machen können. Auf diese Weise können wir unseren Weg weitergehen.

Wenn wir unfähig sind, zu verzeihen, dann werden sich diese negativen Gefühle weiter ansammeln, bis zu dem Punkt, an dem es uns unmöglich wird, glücklich zu sein. Wir können die Welt nicht perfekt machen, aber wir können uns selbst verändern.

Erkenne verschiedene Arten der Kritik

Nicht jede Kritik ist gleich. Es kann sein, dass uns jemand auf aufrichtige Weise kritisiert, weil wir etwas Unanständiges gemacht haben und diese Person nur versucht, mit uns ehrlich zu sein und uns zu helfen. Eine solche Kritik ist gerechtfertigt und konstruktiv, weil sie die Möglichkeit eröffnet, sich zu bessern.

Hinter destruktiver Kritik steckt dagegen eine schlechte Absicht. Sie hat nur die Absicht, dir zu schaden, und es ist gut möglich, dass sie auf Lügen beruht, oder dass sie einen unserer Charakterzüge nimmt und diesen übertreibt oder verfälscht. Sie entsteht aus Neid und persönlicher Abneigung.

Eingeschlossen

Wie geht man mit gerechtfertigter Kritik um?

Wenn wir konstruktive Kritik erhalten, auch wenn diese uns nicht gefällt, müssen wir sie als etwas Positives anerkennen. Wenn wir in die Defensive gehen, indem wir die Situation negieren und gleichzeitig die andere Person mit mehr Kritik angreifen, dann provozieren wir nur einen Streit.

Wir müssen die Kritik mit Aufrichtigkeit annehmen, unsere Fehler anerkennen und eine Lösung vorschlagen: „Ja, es stimmt, was du mir sagst, ich kann es voll und ganz verstehen. Bevor du es mir gesagt hast, habe ich es noch nicht so gesehen. Von jetzt an werde ich versuchen, dieses Verhalten zu ändern.“

Die Lösung besteht darin, standhaft, aber rational zu bleiben.

Wir geht man mit destruktiver Kritik um?

Es kostet wesentlich mehr Kraft, mit solcher Kritik umzugehen. Man muss verstehen, dass es sich um eine Provokation handelt und dass wir uns in einen Krieg begeben, wenn wir auf sie antworten. Wahrscheinlich kommt es nur zu einer Folge gegenseitiger Beleidigungen, aus der wiederum nichts weiter als Abneigung entsteht und wir hinterlassen einen schlechten Eindruck auf den jeweiligen Gegenüber.

In solchen Fällen ist es am Besten, die Ruhe zu bewahren und Gleichgültigkeit zu zeigen. Man sollte das Spiel nicht mitspielen, denn wie heißt es doch so schön: „Es gibt keine größere Geringschätzung als jemanden nicht wahrzunehmen.“  Die andere Person versucht, uns zu schaden und wenn wir und beschützen und uns davon nicht beeinflussen lassen, dann sind wir die Gewinner der Partie.

Es handelt sich gewöhnlich um mittelmäßige Menschen, mit schwachem Selbstbewusstsein, die uns darum beneiden, wer wir sind oder wie wir es erreicht haben.

Kritik wiederum ist ihre Form, mit diesem Neid umzugehen, ein Versuch ihr Selbstbewusstsein zu stärken, indem sie versuchen, unseres zu schwächen. Denk dir also, wenn dich jemand auf diese Weise kritisiert, dass du offensichtlich etwas richtig machst.

Reflexion

Und wenn wir es selbst sind, die andere kritisieren?

Wenn wir selbst andere kritisieren, sollten wir uns als Erstes fragen, warum wir es machen. Machen wir es, weil unsere Freunde jemanden kritisieren und wir uns diesem Gespräch anschließen wollen? Weil wir Neid verspüren? Oder weil wir uns für unsere Defekte schämen und sehen wollen, dass der Andere auch Fehler hat?

Wir können dies ändern, wenn wir gut darüber nachdenken. Es ist nie zu spät, sich zu verbessern oder das zu verändern, was uns an uns nicht gefällt. Arbeite an deinem Mitgefühl und lerne, dich an die Stelle des Anderen zu versetzen. Mit einer solchen Übung werden wir uns bestimmt besser fühlen.

Lebe weit weg von der Kritik

Kritik ist ohne Zweifel so sehr in unserer Gesellschaft verankert, dass es eine Utopie wäre, zu meinen, dass sie eines Tages verschwinden wird. Doch indem wir kleine Veränderungen in unserem Leben einführen, können wir uns von ihren negativsten Auswirkungen befreien.

Lerne, konstruktive Kritik zu akzeptieren und sie als Trampolin zur eigenen Verbesserung zu verwenden. Ignoriere ungerechtfertigte Kritik und entferne dich von toxischen Personen, die solche verbreiten. Versuche so gut wie möglich zu vermeiden, dass du selbst eine solche Art von Kritik äußerst und beteilige dich nicht an solchen Gesprächen. Es wird bestimmt deinem geistigen Frieden gut tun und du wirst ein ruhigeres und glücklicheres Leben führen.

Bildmaterial mit freundlicher Genemigung von Chichi Huang

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