Warum bist du in der Defensive?

· 5. November 2015

In der Defensive zu sein ist eine deutliche Haltung des Selbstschutzes, in Erwartung einer Gefahr oder einer Sache, die uns schaden kann.

Wenn wir diese Rolle annehmen, verändern wir uns, unser gesamter Körper versetzt sich in Alarmbereitschaft und spricht für uns, da unsere Körpersprache die Spannung, die Starrheit und Verteidigungshaltung verrät.

Außerdem verändert sich unsere nonverbale Kommunikation im Vergleich zu anderen Situationen, in denen sich diese Haltung nicht zeigt. Unsere nonverbale Sprache zeigt eine ernstere Tonlage, eine höhere Sprechgeschwindigkeit, leichte Gesten des Unbehagens, des Missfallens und sogar der Gefahr.

Ohne Zweifel, auch wenn wir kein einziges Wort von uns geben, ist unsere defensive Haltung eine Form, mit der Welt in Verbindung zu treten, die man bemerkt und die uns verändert.

Wie verteidigen wir uns?

Abgesehen von der Körpersprache und der nonverbalen Kommunikation drücken wir uns auch auf eine bestimmte Weise aus, wenn wir in der Defensive sind, das heißt, unsere Worte versuchen, uns vor einem möglichen Angriff oder einer Gefahr zu schützen und es kann sein, dass wir uns rechtfertigen, andere angreifen oder ihnen Vorwürfe machen.

In vielen Fällen ist unsere Ausdrucksweise unangemessen und wenig respektvoll, weil wir uns gekränkt, unwohl oder verärgert fühlen über das, was passiert ist, oder von dem wir glauben, dass es passieren wird.

Es ist möglich, dass wir als Folge des Unwohlseins, nach dem Motto „die beste Verteidigung ist ein guter Angriff“, und ohne wirklich gute Gründe zu haben, Angriff, Vorwurf, Ironie, Sarkasmus oder sogar verletztende Bemerkungen benutzen. Damit verfolgen wir das Ziel, dass dies uns beschützt und uns in die gleiche Situation versetzt wie die Person, vor der wir uns schützen müssen.

Damit sind wir weit davon entfernt, uns zu beschützen oder uns gut zu fühlen, weil die abwehrende Haltung uns in Alarmbereitschaft und unter Spannung setzt, und wir uns gestört, verärgert oder gar wütend fühlen.

Unbewusst denken wir mehr daran, wie wir uns gegen einen Angriff wehren können, obwohl es noch gar keinen gab, als dass wir von der Situation profitieren, sie genießen oder schlicht und einfach von ihr lernen, in dem wir die Personen gegenüber zu beobachten und deren Persönlichkeit einzuschätzen lernen.

In Wirklichkeit sind wir weit weg vom Selbstschutz; die Verteidigungshaltung schadet uns, denn jedes Mal, wenn wir uns in dieser Haltung befinden, ist das Unbehagen größer.

In Wirklichkeit schützen wir uns vor nichts und vor niemandem, falls das überhaupt möglich ist; wir bleiben vielmehr ungeschützt, indem wir der anderen Person unsere Gefühle zeigen ebenso wie unseren Mangel an Strategien, uns effektiv der Situation zu stellen.

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Warum verfallen wir in die Abwehrhaltung?

Ohne Zweifel, wenn wir eine defensive Haltung beibehalten, dann weil wir uns schutzlos fühlen, oder – was das gleiche ist -, weil wir uns nicht stark und sicher mit uns selbst fühlen. Deshalb müssen wir uns schützen, uns irgendwie verteidigen und unsere Situation kundtun.

Wie können wir uns diesen Situationen anders stellen?

Zuerst muss man versuchen, die äußeren Situationen so objektiv wie möglich wahrzunehmen, das heißt, ohne ihnen aufgrund antrainierter Denkmuster irgendeine Gefahr zuzuschreiben, die uns in die Defensive versetzen würde.

Es ist sinnvoller, die Situation zuerst einmal als Zuschauer zu beobachten, bevor man sie deutet, und somit werden wir uns nicht angegriffen fühlen. Denn es ist möglich, dass es andere, weniger schlimme Erklärungen für diese Situation gibt und unsere defensive Haltung gar nicht gefordert ist; es kann sein, dass es sich schlichtweg um gar keinen Angriff handelt.

Um uns zu beschützen, ist es zweifellos notwendig, mit und für unsere persönliche Sicherheit zu arbeiten, und damit auf angemessene Weise auf unser Selbstwertgefühl und unsere Selbstwahrnehmung aufzupassen.

Uns gut zu kennen, um genau zu wissen, wer wir sind, was wir im Leben wollen und wie wir das erreichen können, wird ein starker Halt dafür sein, dass das, was um uns herum passiert, uns nicht zu nahe geht. Denn was passiert, ist nicht zwingend ein Angriff auf uns, sondern schlicht und einfach eine andere Meinung als die unsere.

Vorausgesetzt, wir wissen genau, wer wir sind und wie wir unsere Träume verfolgen können, müssen wir nicht in die Defensive gehen, weil wir uns dadurch sicher fühlen.