Wie man ein unsicheres Kind versteht

11, Januar 2017 en Psychologie 219 Geteilt

Einer der anerkanntesten und talentiertesten Schriftsteller und Poeten, den die Welt gesehen hat, Pablo Neruda, hat ganz richtig gesagt: Alles ist feierlich im wilden Garten der Kindheit.“  Wie ist es im Angesicht solch einer offensichtlichen Wahrheit möglich, dass so viele Eltern und Erzieher nicht wissen, wie sich ein unsicheres Kind verhält?

Man darf nicht vergessen, dass ein unsicheres Kind – über sein genetisches Erbe hinaus – von Erfahrungen geprägt ist. Womöglich hat es unter diesen in seiner Kindheit gelitten und sie wurden nicht korrekt verstanden, erkannt und gehandhabt.

Was führt zu Unsicherheit bei einem Kind?

Es gibt viele verschiedene Dinge, die ein unsicheres Kind erfahren haben mag. Diese können Zustände von Traurigkeit oder Angst auslösen. Wenn nicht rechtzeitig behandelt, kann das sogar zu ernsteren Pathologien, wie beispielsweise zu sozialer Isolation, Depression oder Schuldgefühlen, führen.

Eine traumatische Episode kann der Ursprung der Unsicherheit eines Kindes sein. Die Gründe können dabei sehr verschiedener Natur sein, wie z.B. der Tod eines Haustiers, Erfahrungen in Einrichtungen für Kinder oder innerhalb des Familienkreises. Sie kann sogar von einer Bewegung ausgelöst werden.

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Wir sollten niemals vergessen, dass Routine die Quelle der Sicherheit unserer Kleinen ist. In ihren ersten Lebensjahren brauchen sie Stabilität. Deshalb ist es nötig für Eltern, Tutoren und Erzieher, in diesen Situationen verständnisvoll und empathisch zu sein und wahrzunehmen, wie wichtig Stabilität für das Kind ist.

Eines der schönsten Dinge, die dir im Leben widerfahren können, ist, eine glückliche Kindheit zu haben.

Agatha Christie

Ein unsicheres Kind erkennen

Je eher wir erkennen, dass ein Kind mit Unsicherheit zu kämpfen hat, desto einfacher wird es sein, es zu beobachten oder gar direkt zu behandeln. Deshalb ist es wichtig, eine Reihe von Symptomen zu kennen:

  • Emotionale Fehlanpassung: Wenn du emotionale Instabilität, Aggression, Schüchternheit und sogar ein exzessives Bedürfnis nach Zuneigung und Aufmerksamkeit beobachtest, dann könnte das ein Anzeichen für Unsicherheit sein.
  • Veränderte persönliche Hygiene: Wenn die Kinder stark abhängig von ihren Eltern sind, was ihre Hygiene anbelangt, dann könnte das ebenfalls ein auf Unsicherheit basierendes Verhalten anzeigen.
  • Mangelhafte motorische Entwicklung: Ihre motorischen Fähigkeiten können sich auf unpassende Art und Weise entwickeln und so kann es beispielsweise Probleme beim Laufen oder in der Feinmotorik, die beim Zeichnen erkennbar wird, geben.

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  • Veränderte Gesundheit und Schlaf: Eine ausgewogene Ernährung und Schlaf sind fundamental für die Entwicklung eines jeden Kindes. Wenn Kinder Probleme beim Einschlafen haben, wütend werden, Albträume haben, ihren Appetit verlieren, sich oft übergeben oder nicht in der Lage dazu sind, Besteck zu benutzen, dann könnte das ein Hinweis auf Unsicherheit sein.
  • Fehlerhaftes Verhalten und Leistungsschwäche: Radikale Veränderungen in ihrer Einstellung beim Spielen oder eine verminderte Leistungsfähigkeit können auf  Unsicherheiten hindeuten.
  • Einsames soziales Verhalten: Ein Kind, das eine ausgeprägte Verzögerung in der Entwicklung seiner Kommunikationsfähigkeiten aufweist oder zu sehr dramatisiert, könnte Unsicherheiten entwickeln.

Das unsichere Kind verstehen

Wenn wir die Unsicherheit in einem Kind entdeckt haben, dann ist es an der Zeit, sie zu verstehen und zu versuchen, das kindliche Verhalten Stück für Stück in die richtige Richtung zu lenken.

Zuerst einmal muss man ruhig bleiben. Kinder sind einer Vielzahl an Reizen ausgesetzt und es kann sein, dass sie verschiedene Phasen von Unsicherheit durchlaufen. Wir sollten im Kopf behalten, dass ihre körperlichen und psychologischen Fähigkeiten noch nicht vollständig entwickelt sind. Es gibt also keinen Grund dafür, Alarm zu schlagen, sofern der Zustand nicht zu lang andauert. Hält er allerdings an, so sollte man aktiv werden: Ein Spezialist in Kinderpsychologie kann eine große Unterstützung in dieser Zeit sein. Er weiß, wie man mit einem unsicheren Kind umgehen sollte. Er kann also den Weg weisen, wenn es an der Zeit ist, einzugreifen, und du mit den nachstehenden Ratschlägen nicht zum Ziel gelangst.

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Offensichtlich sollten wir ein wachsames Auge auf das Verhalten des Kindes werfen. Es ist wichtig, zu erkennen, welche Reize und Situationen ihre Unsicherheit auslösen, ob das zu Hause oder in der Schule ist. Auf diese Art und Weise kannst du die Situation ändern, sodass das Kind eine angenehmere Routine erfahren kann. Versuche auch, dich zu erinnern, wie du in ihrem Alter warst, was dir Angst gemacht hat, was du mochtest und was du nicht mochtest, wie du die Welt gesehen hast… Im Bezug auf ihre Kommunikationsprobleme sollten wir sehr mitfühlend und fürsorglich sein. Empathie wird dein größter Verbündeter sein, wenn es darum geht, ein unsicheres Kind zu verstehen.

Abschließend ist Zuneigung sehr wichtig für unsichere Kinder. Zu wissen, dass sie von den Menschen um sie herum geliebt und umsorgt werden, dass diese Menschen sie verstehen und ihnen die routinierte Umgebung geben, die sie brauchen, ist sehr wichtig auf ihrem Weg zur Selbstsicherheit.

Der beste Weg, Kinder gut zu erziehen, ist, sie glücklich zu machen.

Oscar Wilde

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