Wie kannst du mit der NeuroGraphik dein Leben verändern?

Ein Gastbeitrag von Doris Bürgel. "Die Grundannahme der NeuroGraphik ist die, dass du deine innere Welt mit dem Stift auf ein Blatt Papier bringst."
Wie kannst du mit der NeuroGraphik dein Leben verändern?
Doris Bürgel

Geschrieben und geprüft von der Psychologin, NeuroGraphik Trainerin, spirituellen Mentorin und Schamanismus-Lehrerin Doris Bürgel.

Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2023

Die NeuroGraphik ist eine kreative Transformationsmethode, die dir helfen kann, deine momentane Befindlichkeit zu verändern oder deine Ziele zu erreichen. Du kannst z.B. negative Gefühle transformieren, nicht dienliche Glaubenssätze auflösen und körperliche Empfindungen, die dir unangenehm sind, zeichnerisch verändern. Natürlich kannst du auch Ziele, die du erreichen möchtest, mit der NeuroGraphik in dein Leben zeichnen.

Eine junge, dynamische und sehr effektive Methode

Die NeuroGraphik ist eine junge und dynamische Methode, die am 29. April 2014 in Russland geboren wurde. Sie wurde begründet von Prof. Dr. Pavel Piskarev und ist das Resultat einer einzigartigen Kombination zweier Professionen. Pavel Piskarev ist nämlich im Erstberuf Architekt und im Zweitberuf Psychologe. So werden graphische oder auch etwas skizzenhafte Ausdrucksformen, wie wir sie von Architekten-Zeichnungen kennen, mit sehr wirkungsvollen Veränderungsschritten verschiedener psychologischer Coaching- und Therapieansätze kombiniert.

Das Beste vereint

So ist die NeuroGraphik auf zweierlei Weise eine Kombination verschiedener Ansätze. Denn auch der psychologisch-therapeutische Anteil besteht aus verschiedenen Herangehensweisen. Dabei werden Ansatzpunkte unterschiedlicher psychologischer Richtungen, wie z.B. der Gestalttherapie, des Individuationsprozesses von Carl Gustav Jung, des NLP und anderer lösungsorientierter Therapieformen miteinander kombiniert. Herausgekommen ist eine sehr effektive und machtvolle Abfolge von Schritten, die den Zeichenprozess leiten.

Einen besonderen Stellenwert hat dabei die Gestalttherapie. Denn auch in der NeuroGraphik verändern wir die Gestalt unserer Zeichnung. Mit der Weiterentwicklung der Zeichnung verändern wir gleichzeitig damit auch etwas in uns.

Neurographik

Was ist die Grundlage der Methode?

Die Grundannahme der NeuroGraphik ist die, dass du deine innere Welt mit dem Stift auf ein Blatt Papier bringst. Dieses Bild veränderst du anschließend intuitiv und nach bestimmten Regeln, dem sogenannten Basis-Algorithmus. Damit transformierst du neben dem Bild auch deinen inneren Zustand, denn die Zeichnung ist mit dir durch ein energetisches Feld verbunden. Darüber hinaus ist es durch die besondere Art der Zeichnung möglich, dass dein System die veränderte Zeichnung wieder einlesen kann.

Wie merkst du, dass etwas passiert?

Während des Zeichnens wird das durch verschiedene Körperreaktionen spürbar, z.B. in dem es dir kalt wird oder sehr heiß. Es kann auch sein, dass plötzlich ein Körperteil anfängt zu kribbeln oder auch einmal vorübergehend etwas schmerzt. Unangenehme Empfindungen während des Zeichnens verschwinden wieder, wenn der Zeichenprozess abgeschlossen ist.

Immer der Lösung auf der Spur

Die NeuroGraphik ist eine lösungsorientierte Methode. Wir fokussieren dabei grundsätzlich nicht auf das Problem, sondern immer auf die Lösung bzw. das Ziel, das wir erreichen möchten. Es gibt aber auch ein eher therapeutisches Modell, das sich „Auflösung von Einschränkungen“ (AVE) nennt. Damit kannst du etwas auflösen, das in der Vergangenheit entstanden ist und dich immer noch in der Gegenwart belastet oder stört. Dieses Modell ist sehr hilfreich und entscheidend, um Altes, nicht mehr Dienliches aufzulösen und dich freizumachen für eine Zukunft, so wie du sie dir wünschst.

Neurographik

Herzstück der NeuroGraphik: Die neurographische Linie

Das Herzstück der NeuroGraphik ist die Neurographische Linie. Sie ist eine natürliche, also bionische, dem Leben folgende Linie, die du überall in der Natur findest. Du siehst sie in den Wellen am Strand, in natürlich verlaufenden Flüssen und Bächen, in Bergmassiven und Baumwurzeln. Wenn wir uns darauf einstellen oder sensibilisieren, dann sehen wir diese natürlichen Linien plötzlich überall. Sie verlaufen keineswegs willkürlich, sondern sie haben eine Eigenart, eine Spannung in sich, eine Art Eigenleben, das es zu entdecken gilt. Auf dem Papier sehen wir, dass diese Linien, wenn wir ihnen den Raum geben, sich durch uns zu entfalten, meist da enden, wo wir es nicht vermuten.

Während des Zeichnens neurographischer Linien verändert sich ganz automatisch dein Bewusstseinszustand. Du kommst näher zu dir selbst und hast plötzlich mehr Zugang zu deiner Intuition. Das kann dein Leben enorm bereichern.

Eine ausgeklügelte Abfolge zur Veränderung: Der Basis-Algorithmus

In einer neurographischen Zeichnung veränderst du deine Zeichnung zum einen intuitiv, zum anderen folgst du einer Abfolge von 8 Schritten, die in jeder Zeichnung angewendet werden. Damit stellst du sicher, dass du am Ende nicht nur eine schön anzuschauende Zeichnung in den Händen hältst, sondern auch eine wirkungsvolle. Denn dein Ziel ist ja, etwas Unschönes aufzulösen oder etwas Gutes zu erreichen.

Im ersten Schritt formulierst du dein Thema und legst fest, zu was du eine neurographische Zeichnung anfertigen möchtest.

Im zweiten Schritt bringst du deinen ersten Eindruck des Themas auf das Papier. Das geht bereits intuitiv und hier passiert schon etwas in deinem Unterbewusstsein. Deshalb ist es für den ganzen Zeichenprozess so wichtig, intuitiv zu zeichnen und deinen Impulsen, die du in dir spürst, zum einen zu vertrauen und zum anderen auch zu folgen.

Im dritten Schritt geht es darum, Kreuzungspunkte der neurographischen Linien abzurunden und die Zeichnung zu harmonisieren. Das ist wohl auch das, was uns beim Betrachten neurographischer Zeichnungen besonders auffällt. In den Zeichnungen werden die Berührungspunkte der Linien abgerundet. Die abgerundeten Stellen sehen dann aus wie Synapsen in unserem Gehirn oder dem Nervensystem. Du kennst sicherlich elektronenmikroskopische Aufnahmen von Nervenbahnen, die diese Verdickungen an den Nervenenden zeigen. In der NeuroGraphik verwenden wir das Abrunden, um die Zeichnung harmonischer zu machen und Konflikte schon gleich gar nicht entstehen zu lassen.

Der vierte Schritt ist die Integration. Hier geht es darum, die bestehenden Elemente der Zeichnung noch einmal anders und neu zu definieren und zusammenzufügen. Es geht darum, etwas Neues zu schaffen aus dem Bestehenden. Hier darf sich die Zeichnung noch einmal komplett verändern. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das machst du mit Farbe und zusätzlichen Figuren.

Im Schritt fünf bringen wir eine völlig neue Energie in die Zeichnung. Wir nennen diese Energie universelle Energie, die Energie der Quelle oder des Göttlichen. Hier wirken nicht mehr nur wir selbst, sondern wir öffnen die Zeichnung für eine stärkere Kraft jenseits von uns selbst. Dazu zeichnest du ein paar sehr dicke neurographische Linien in deine Zeichnung.

Im sechsten Schritt treten wir einen Schritt zurück und betrachten die Zeichnung mit etwas Abstand. Dann entscheidest du, was das wichtigste Element auf dem Papier ist. Dieses Element hebst du nun hervor.

Im siebten Schritt geht es darum, die Zeichnung so zu vollenden, dass du sie wirklich als deine erkennst. Du findest deinen eigenen Stil und die Schönheit in deiner Zeichnung. Deine Zeichnung ist einzigartig, so wie du selbst.

Der achte und letzte Schritt lässt dich noch einmal einen Schritt zurücktreten. Hier geht es darum zu erkennen, was die Zeichnung nun für dein Thema bedeutet. Das braucht manchmal ein bisschen Zeit, eine Nacht oder auch ein paar Tage, um eine Antwort zu finden. Manchmal wirst du auch keine Antwort auf diese Frage bekommen. Meistens hat bis dahin die Zeichnung aber schon ihre Wirkung in dir ein Stück weit entfaltet und im Kleinen kannst du vielleicht bereits Anhaltspunkte für eine Veränderung in dir wahrnehmen. Wenn nicht, dann ist es an der Zeit, eine weitere Zeichnung anzufertigen.

Tiefe Veränderung – wir nehmen unseren unbewussten Anteil mit ins Boot

Die NeuroGraphik geht sehr viel tiefer als z.B. ein Vision Board. Durch die Art der Zeichnung mit den neurographischen Linien kommst du sehr schnell zu deiner Intuition und deinen unbewussten Anteilen. Die NeuroGraphik bezieht in den Veränderungsprozess das direkt mit ein. Wir wissen alle, dass gute Vorsätze und der Wunsch nach Veränderung oft nur sehr kurz anhalten. Dann fallen wir wieder in das alte Denken, Fühlen und Handeln zurück. Woran liegt das?

Das liegt daran, dass wir durch unsere bewussten Aktionen nur etwa 10 bis maximal 20 % (abhängig von der Theorie, die wir hier zu Rate ziehen) unserer Handlungen und sogar unseres ganzen Lebens bewusst beeinflussen können. Die restlichen 80 bis 90 % unserer „Steuer-Software“ sind uns nicht bewusst und auch nicht so einfach zugänglich. So macht es sehr viel Sinn, Veränderungsmethoden zu verwenden, die das Unterbewusstsein einbeziehen. Durch die Zeichnung schaffen wir einen Raum, der Platz für Intuition und die unbewussten Anteile schafft. So kannst du durch die Zeichnungen viel Neues über dich selbst erfahren, weil sich diese unbewussten Aspekte immer wieder in deinen Zeichnungen zeigen.

Darüber hinaus wirkt die Besonderheit der neurographischen Linien tief und verankert Neues und Altes gleichsam miteinander in deinem System. Das Gezeichnete wird dadurch auch gleichzeitig integriert.

Stifte für NeuroGraphik

Was brauchst du, um neurographisch zeichnen zu können?

Grundsätzlich brauchst du zum Zeichnen lediglich einen Fineliner, ein paar Buntstifte, ein Blatt Papier und einen dickeren Stift, wie z.B. einen Brushpen oder Edding in der Farbe des Fineliners. Auf keinen Fall musst du zeichnen können. Diese Transformationsmethode beruht zwar auf Zeichnungen, aber die Transformationskraft der Zeichnungen basiert nicht darauf, ob du ein Kunstwerk kreierst oder nicht. Es geht einzig und allein darum, mit Hilfe der acht Schritte eine für dich beeindruckende Zeichnung zu erschaffen, mit schönen Farben und Elementen, die dir gefallen und deren Schönheit du sehen kannst.

Ein bisschen Geduld ist beim Zeichnen von Vorteil, da die Zeichnung mindestens eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nimmt.

Die Fähigkeit, deinen Verstand ein Stück weit ruhen zu lassen und nicht alles mit dem Kopf verstehen zu wollen, hilft dir, dich fallen zu lassen, in deine Intuition und Kreativität einzutauchen. So wird dein Zeichenprozess neben dem Veränderungsprozess auch gleichzeitig eine Verabredung mit dir selbst.

Es ist gut, dich deiner Intuition anzuvertrauen und zu wissen, dass du alles in dir hast, dich zu verändern. Du kannst dein Leben einfach neu oder anders zeichnen. Das kann alles verändern, wenn du dich auf die Prozesse einlässt.


Die Inhalte von Gedankenwelt dienen ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Sie sind kein Ersatz für eine professionelle Diagnose, Beratung oder Behandlung. Wenn Sie Bedenken oder Fragen haben, konsultieren Sie am besten einen Fachmann Ihres Vertrauens.