Wie kann man nett zu sich selbst sein

· 13. November 2015

Es wird oft gesagt, dass wir selbst unsere strengsten Richter und Henker sind und dass wir oft die Anderen besser als uns selbst behandeln. Vielleicht kann es sein, dass wir zu viel von uns selbst verlangen, dass wir uns unsere Niederlagen nicht verzeihen und dass es uns schwer fällt, zu uns selbst nett zu sein und uns schöne Dinge zu sagen.

Es ist deshalb notwendig, dass wir lernen, uns zu lieben, zu respektieren und zu akzeptieren, genauso wie wir es mit anderen Menschen machen, die uns umgeben. Bei sich selbst angefangen, ist es später einfacher, dies auf den Nächsten zu übertragen.

Manche werden vielleicht einwenden, dass sie viel von sich verlangen, um nicht auf der Stelle zu treten oder weil sie klare Zielvorstellungen brauchen, um weiter voranzukommen. Dies ist sehr gut. Ganz und gar nicht gut ist es, wenn wir uns ständig ins Gesicht sagen, was wir schlecht machen oder was wir verbessern könnten. Wir sollten stattdessen damit anfangen, zu uns selbst nicht ganz so streng zu sein und von Zeit zu Zeit bei uns selbst Fehler zuzulassen, die uns außerdem beim Lernen helfen.

Wir präsentieren uns vor den Anderen als starke, entschlossene und mutige Persönlichkeiten, wie ein Superheld oder eine Powerfrau. Gleichzeitig verstecken wir unsere Angst, unsere Zweifel oder die Tatsache, dass wir uns unglücklich fühlen.

Diese ganze Maske oder Abschirmung hilft uns aber nicht, ganz im Gegenteil. Denn wenn der Moment kommt, in dem wir allein sind, werden wir zu der ungerechtesten und härtesten Person auf diesem Planeten, wir erlauben es uns nicht, auch nur mal ein bisschen falsch zu liegen.

Wie können wir freundlicher werden?

„Ich liebe mich“   zu sagen ist kein Synonym für Narzissmus, sondern eine Form, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben, wie man ist. Und obwohl genau dies als das Schwerste dieser Welt erscheint, sollte es dies nicht sein. Deshalb können dir einige Ratschläge von Hilfe sein:

1. Akzeptiere, das s auch du dich täuschst: Niemand ist perfekt und niemand wurde allwissend geboren. So, wie es anderen auch passiert, so machst auch du Fehler, da du menschlich bist. Relativiere deine Fehler, mache aus einer Maus keinen Elefanten und betrachte die Dinge aus einer anderen Perspektive.

Wenn es etwas gibt, was dir an deinem Verhalten oder an deiner Art zu reden nicht gefallen hat, dann schenke dem beim nächsten Mal mehr Beachtung, analysiere die Situation und suche den Weg nach einer Lösung. Was würde passieren, wenn der gleiche Fehler einem Freund oder einem Verwandten unterläuft? Mach dir klar, dass die Welt nicht aufhört, sich zu drehen, dass nicht die Apokalypse hereinbricht, weil du dich geirrt hast, oder besser gesagt, weil du es zugegeben hast.

2. Ignoriere nicht den Schmerz: Genauso wenig wie die Trauer, die Furcht, das Leiden, die Verzweiflung, die Depression. Das soll heißen, alles Schlechte, was dir passiert. Sich stets verstellen zu wollen, kann in gewissen Situationen von Vorteil sein, jedoch kommt irgendwann der Moment, in dem du dich mit deinen Gefühlen und Emotionen auseinandersetzen solltest.

Du kannst es ohne Probleme aushalten, wenn dein bester Freund sich schlecht fühlt oder dein Partner/-in einen schlechten Tag hat, aber du schaffst es nicht, über dich selbst zu sagen „heute bin ich traurig“  oder „heute bin ich deprimiert“ .  Weil wir uns um jeden Preis von diesem Gefühl entfernen wollen, es verstecken und auflösen wollen. Doch dies führt nur dazu, dass sich die Dinge verschlimmern.

Herzspiegel

3. Behandle dich auf die gleiche Weise, wie du es mit jemandem machen würdest, den du liebst: Stell dir vor, dass du in der Küche mit deinem kleinen Sohn bist, der dir helfen will, den Tisch zu decken. Er nimmt ein Glas und es fällt auf dem Boden und zerbricht in mehrere Stücke. Was würdest du zu ihm sagen? Vielleicht würdest du mit ihm schimpfen, aber es kann auch sein, wenn der Kleine anfängt zu weinen, dass du ihn trösten würdest, dass du ihm sagen würdest, dass er das ohne Absicht gemacht hat und dass es ein Fehler ist, der jedem passieren kann, usw.

Und nun, was würde passieren, wenn an Stelle deines Sohnes dir das Glas auf den Boden fällt und es in tausend Stücke zerbricht? Bestimmt wäre deine erste Reaktion, dass du ein Nichtsnutz bist und dass du nichts richtig machen kannst.

Vergleiche die beiden Situationen und stelle dir vor, wie sich dein Sohn fühlen würde, wenn du ihm das gleiche wie zu dir selbst sagen würdest und wie du dich selbst fühlen würdest, wenn du mit dir selbst, wie mit dem Kind, etwas verständnisvoller umgehen würdest.

4. Einen schlechten Tag zu haben bedeutet nicht, dass das Unglück gekommen ist, um für immer zu bleiben. Wir alle haben Momente erlebt, die wir gern vergessen wollen, die dazu führen, dass wir uns schlecht fühlen, aus denen nichts Gutes entsteht und es scheint, als ob wir mit einer schwarzen Wolke über dem Kopf durch die Gegend laufen, die nichts als Regen bringt.

Trotz aller schlechten, unglücklichen und widrigen Dinge, haben wir die Möglichkeit, am Ende doch noch gut abzuschneiden und die Schlacht gegen die schlechte Phase, das Pech oder wie auch immer wir es nennen wollen, zu gewinnen. Selbst in schlechten Zeiten lassen sich ein paar schöne Momente finden. Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten, um daran zu denken, für welche Dinge du dankbar sein kannst und du wirst feststellen, dass es viele und sehr gute sind!

Sei nicht dein schlimmster Feind, sondern werde lieber zu deinem Verbündeten und Partner.