Wie kann eine lösungsorientierte Therapie uns helfen?

13. April 2019

Die lösungsorientierte Therapie ermöglicht es uns, Lösungen für unsere Probleme zu finden, anstatt sich nur mit den Schwierigkeiten selbst zu beschäftigen. Daher beschäftigt sich die Therapie mit der Untersuchung von Lösungsansätzen, die in Bezug auf spezifische Probleme angewandt werden können. Diese Therapieform zielt darauf ab, Alternativen zu finden, die wir bisher nicht berücksichtigt haben, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Wir können die lösungsorientierte Therapie als die Kunst definieren, Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme zu finden – durch gewöhnliche und zugängliche Logik. In vielen Fällen verwenden Therapeuten Ressourcen, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen. Diese Ressourcen bieten aber neue Möglichkeiten, da sie das starre Lösungsschema, das wir verinnerlicht haben, durchbrechen.

Die lösungsorientierte Therapie besagt, dass wir nur wenig über die Art der Probleme wissen müssen, um sie zu lösen. Der Patient muss sich nur ändern wollen und über angemessene Ressourcen verfügen, um dies zu tun.

Die Ziele der lösungsorientierten Therapie

Diese Therapie zielt darauf ab, eine neue Lösung für ein altbekanntes Problem zu finden. Sir hilft Menschen, rationales, logisches und analytisches Denken zu nutzen, um Konflikte aus der Welt zu räumen.

Dies wird erreicht, indem explizite Therapieziele definiert und frühere Lösungsansätze reflektiert werden. Zusätzlich werden Informationen zu Ausnahmen (z. B. Zeitpunkte, in denen das Problem auftreten sollte, aber nicht auftrat) gesammelt und nach alternativen Lösungen gesucht. Schließlich sollen neue Lösungen zur Anwendung kommen.

„Als Therapeuten haben wir eine klare Aufgabe. Zuerst bekommen wir Klarheit über uns selbst, dann suchen wir nach Anzeichen von Klarheit in anderen und unterstützen und verstärken alles, was in ihnen gesund ist.“

Gregory BatesonEine Sitzung bei einem Therapeuten

Die Prämisse der lösungsorientierten Therapie

Alle Probleme haben eine Lösung. Dies ist die erste Prämisse dieses Ansatzes. Oft konzentrieren wir uns darauf, fortwährende Schwierigkeiten mit einer gleichbleibenden Strategie aus dem Weg räumen zu wollen. Erinnern wir uns diesbezüglich daran, dass  „der Mensch das einzige Tier ist, das zweimal über denselben Stein stolpert“. Kognitiv weitergehen und einen anderen Lösungsansatz zu finden, ist für uns mit hohen Kosten verbunden. Daher bestehen wir darauf, die gleichen Methoden anzuwenden, erzielen damit aber auch ähnliche, oft wenig zufriedenstellende Ergebnisse.

Auf der anderen Seite, wenn wir eine Gruppe von Leuten nach der Lösung für ein bestimmtes Problems befragen würden, könnten wir sicherlich so viele Lösungsansätze sammeln, wie es Gruppenmitglieder gibt. Dies bedeutet, dass es immer mehr als eine Möglichkeit gibt, ein bestimmtes Problem anzugehen und zu lösen.

Manchmal erscheinen diese Lösungen unorthodox, informell oder haben nicht einmal einen direkten Zusammenhang mit dem primären Konflikt. Aber wir Menschen können definitiv unterschiedliche Lösungen für ähnliche Probleme finden. Daher liegt der Fokus der Therapie nicht auf dem Problem, sondern auf der Lösung.

Das Wichtigste ist, herauszufinden, was funktioniert

Der Schwerpunkt liegt auf der Identifizierung dessen, was funktioniert, um diese Lösungssequenzen hervorzuheben. Daher konzentriert sich diese Therapie auf Lösungen, die bereits ausprobiert wurden, auch wenn diese passiv angewandt wurden und zu den oben erwähnten Ausnahmen führten, zu Situationen also, in denen das Problem hätte auftreten müssen, aber nicht auftrat.

Die lösungsorientierte Therapie konzentriert sich auf aktuelle Fragen, nicht auf vergangene oder zukünftige. Patient und Therapeut analysieren die Probleme, die ersterer jetzt hat. Die Analyse der Ursache dieser Probleme kann ihn zum Handeln anregen.

Jeder Mensch verfügt über die notwendigen Werkzeuge und Fähigkeiten, um seine Probleme zu lösen. Der Patient muss nicht eine Fähigkeit erlernen, die er noch nicht besitzt. Alles, was er bis dato ausprobiert hat, um das Problem zu lösen, wird nicht länger als Fehlschlag, sondern als Gelegenheit zum Lernen und Verbessern betrachtet.

„Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht nicht das Problem, sondern die Lösung.“

Nardone

Die zielorientierte Therapie ist auf Lösungen fokussiert und nicht auf das Problem.

Wir sind für Änderungen in unserem Leben verantwortlich

Der Patient muss die alternativen Strategien schließlich anwenden. Es liegt in seiner Verantwortung, sein Problem immer wieder in Angriff zu nehmen, bis er es Problem lösen kann. Der Psychologe wird seine Realität nicht ändern, aber er wird unterstützend eingreifen und versuchen, dem Patienten zu helfen, seine eigene Situation zu wandeln.

Der Therapeut ist auch kein Experte, der eine Lösung anbieten muss. Der Therapeut ist ein Begleiter. Die Therapie wirkt in diesem Zusammenhang als kommunikativer Prozess. Dies bedeutet, dass es sich um einen Dialog handelt, in dem der Patient und der Therapeut mögliche Lösungen des Problems untersuchen.

Darüber hinaus hilft der Therapeut dem Patienten, seine Situation im Kontext bestimmter Interaktionen zu analysieren. Eine Änderung in einer Person mobilisiert somit die übrigen Mitglieder des Systems, etwa Familienmitglieder oder den Partner. Der Patient soll sich an die verschiedenen Personen wenden, die an dem Problem beteiligt sind.

Die lösungsorientierte Therapie wird in verschiedenen Bereichen angewendet. Sie erwies sich als wirksam, insbesondere dann, wenn sich wiederholende Verhaltensmuster für den Einzelnen ein Problem darstellten und mit traditionellen Interventionen kein Erfolg erzielt werden konnte.