Wie gestaltet sich die Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung?

· 10. November 2018

Wir alle haben schon von posttraumatischen Belastungsstörungen gehört und wissen, wie viel Leid sie mit sich bringen. Vergewaltigungen, Überfälle, Kriege und Terroranschläge sind nur einige Beispiele für Ereignisse, welche eine posttraumatische Belastungsstörung auslösen können. Aber eine posttraumatische Belastungsstörung wird nicht immer von Menschen verursacht. Auch Naturkatastrophen wie zum Beispiel Hurrikans oder Erdbeben können dafür verantwortlich sein. Die Frage lautet weniger, wo sie herkommt, als vielmehr, wie sich die Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung gestaltet.

„Jeder Krieg zerstört den menschlichen Geist.“

Henry Miller

Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung: Psychoedukation und Atmung

Wenn du unter einer posttraumatische Belastungsstörung leidest, solltest du zunächst einen Psychologen aufsuchen. Die kognitive Verhaltenstherapie ist die bewährteste Behandlungsmethode. Deshalb empfehlen wir dir, einen Psychologen mit Spezialisierung auf kognitive Verhaltenstherapien zu suchen.

Dieser wird eine Erstuntersuchung durchführen. Diese ist entscheidend, damit er dein Problem richtig verstehen kann. Anschließend wird er sich darum kümmern, eine Psychoedukation durchzuführen. Er wird dir in verständlichen Worten darlegen, wie die Psychoedukation ablaufen wird, wird darauf hinweisen, welche Symptome du erleben wirst, und erklären, weshalb diese auftreten und wie sie behandelt werden. Das Ziel ist es, dass du so gut wie möglich begreifst, was mit dir geschieht. Du sollst verstehen, was der Psychologe tut, warum er es tut und wie er es tut. Das ist wichtig, damit du bereit bist, dich auf die Therapie einzulassen. 

Frau, die einen Hut trägt

Der nächste Schritt besteht darin, Entspannungstechniken zu erlernen. Wenn du in der Bauchatmung trainiert wirst, wird dir eine einfache und sehr wirkungsvolle Methode vermittelt, die du anwenden kannst, wann immer du eine Panikattacke erlebst. Panikattacken und Angst sind die Markenzeichen der posttraumatische Belastungsstörung. Wenn du diese Atmungstechnik einmal gelernt hast und dich damit wohlfühlst, solltest du sie von nun an regelmäßig praktizieren.

„Manchmal ist Entspannung das Produktivste, das du tun kannst.“

Mark Black

Der nächste Schritt in der Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung

Abgesehen von den Strategien, die dir zur Bekämpfung deiner Panikattacken gelehrt werden, sind noch andere Aspekte wichtig. Diese sind allerdings weniger augenfällig: Gemeint sind jene Gedanken und Annahmen, welche mit dem Ereignis verbunden sind. Wenn ihr darauf nicht eingeht, bleibt die Therapie unvollständig. Dann wäre sie wie ein Pflaster auf eine infizierten Wunde.

Daher ist es wichtig, zu lernen, auf die Gedanken zu achten, die dir durch den Kopf gehen. Damit erreichst du, deine automatisch ablaufenden Denkprozesse und irrationalen, aber fixen Ideen zu erkennen. Diese können zum Beispiel um die folgenden Gedanken kreisen: Was geschehen ist, ist meine Schuld. Die Welt ist ein gefährlicher Ort und das Ereignis wird sich wiederholen. Ich werde das niemals überwinden.

Dies führt uns zur kognitiven Neustrukturierung. Mithilfe des Sokratischen Dialogs werden deine Überzeugungen dabei infrage gestellt. Auf diese Weise kannst du dich Schritt für Schritt – im Laufe mehrerer Sitzungen – von diesen Vorstellungen lösen, welche deiner posttraumatische Belastungsstörung Nahrung geben.

Mädchen wandert zwischen Ruinen

Abschluss der Therapie

Damit die Behandlung einer posttraumatische Belastungsstörung abgeschlossen werden kann, muss noch etwas hinzugefügt werden. Betroffene neigen nämlich dazu, jede Situation zu vermeiden, welche sie an das traumatisierende Ereignis erinnert. Deshalb ist es wichtig, sich dieser Situation wieder auszusetzen, sowohl in der Vorstellung als auch im realen Leben.

Dadurch kannst du deine Angst reduzieren, dich an die Situation gewöhnen. Lernen, dass die Erinnerung an das Ereignis nicht bedeutet, dass du es erneut erleben musst.  Realisieren, dass die Situation mental kontrollierbar ist. Und lernen, zu unterscheiden zwischen dem traumatisierenden Erlebnis und anderen, sicheren Erlebnissen. Letztlich wird das deine Selbstsicherheit bestärken, dir also beibringen, die Situationen besser zu bewältigen als zuvor.

Abschließend sei bemerkt, dass es – wie bei allen Angststörungen – wichtig ist, schon während der Behandlung einer posttraumatische Belastungsstörung Rückfällen vorzubeugen. Dies wird den Heilungsprozess stabilisieren und dir Kraft geben.