Wie du echten Hunger von emotionalem Hunger unterscheidest

Hinter emotionalem Hunger verstecken sich oft Ängste, Traurigkeit, Stress oder Leere. Erfahre mehr über dieses Thema.
Wie du echten Hunger von emotionalem Hunger unterscheidest
Elena Sanz

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Elena Sanz.

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2022

Wer kennt das nicht? Wir sind gelangweilt oder frustriert und greifen zu einem Snack, auch wenn wir keinen Hunger haben. Es ist nicht immer so einfach, echten von emotionalem Hunger zu unterscheiden. Doch wenn du die Schlüssel kennst, hast du ein wichtiges Werkzeug zur Hand, um dich nicht von deinem Gemütszustand zum Essen verleiten zu lassen.

Denn emotionaler Hunger bezweckt nichts anderes, als unsere Gemütsstimmung zu regulieren. Es geht nicht mehr darum, durch Nahrungsmittel die körperliche Leistungsfähigkeit zu garantieren.

Traurigkeit, Ärger, Frustration und Enttäuschung führen vielfach zu emotionalem Hunger. Wenn du nicht über die richtigen Ressourcen verfügst, um damit umzugehen, ist es sehr verlockend, auf (meist ungesundes) Essen zurückzugreifen, um deinen Kummer zu schlucken.

Essen aktiviert den Belohnungskreislauf im Gehirn und erzeugt deshalb Wohlbefinden. Allerdings ist dieses wonnige Gefühl nur flüchtig. Deshalb brauchst du schnell Nachschub, um dich weiterhin bei Laune zu halten. Gleichzeitig fühlst du dich jedoch schuldig, denn du weißt, dass du zu viel oder Ungesundes gegessen hast. Du musst den Kreislauf des emotionalen Essens erkennen, um ihn schließlich stoppen zu können.

Wie du echten Hunger von emotionalem Hunger unterscheidest

Wie du echten Hunger von emotionalem Hunger unterscheidest

Folgende Merkmale werden dir helfen, echten Hunger von emotionalem Hunger zu differenzieren:

Echter Hunger

  • entsteht allmählich und nimmt mit der Zeit zu,
  • hat seinen Ursprung im Magen, denn es handelt sich um ein physiologisches Gefühl.
  • Du weißt, was du essen wirst, kannst das kontrollieren und planen. Du wählst die Nahrung, die in diesem Augenblick angebracht ist.
  • In der Regel entscheidest du dich für nahrhaftes Essen, ein gesundes und ausgewogenes Gericht, das dich sättigt.

Emotionaler Hunger

  • Es setzt plötzlich, scharf und abrupt ein. Von einem Moment auf den anderen hast du das Verlangen nach Essen, das du sofort stillen musst.
  • Dieses Bedürfnis entsteht nicht im Magen, sondern im Kopf, und zwar durch spezifische mentale Bilder und die Vorstellung von Lebensmitteln. Das Verlangen ist so groß, dass du keine Kontrolle darüber hast.
  • Die Ernährung ist chaotisch. Du isst unkontrolliert, impulsiv, große Mengen, oft ohne bewusste Entscheidung.
  • Normalerweise isst du kalorienreiche, hoch verarbeitete Lebensmittel, die viel Fett und Zucker enthalten und wenig Nährwert haben. Diese Lebensmittel sind nicht nur schädlich, sondern sättigen auch nicht oder nur für sehr kurze Zeiträume.
Wie du echten Hunger von emotionalem Hunger unterscheidest

Wie kannst du dem emotionalen Hunger entgegenwirken?

Du kennst jetzt den Unterschied zwischen echtem und emotionalem Hunger. Wenn du auf die Zeichen achtest, verstehst du schnell, worum es geht. 

Es lohnt sich, Tagebuch zu führen: Schreib dir auf, welche Situationen oder Gefühle bei dir emotionalen Hunger auslösen. Manchmal stecken Ängste dahinter, in anderen Fällen Traurigkeit, Stress oder Leere. 

Wenn du die auslösenden Situationen erkannt hast, ist es an der Zeit, dir gesündere Bewältigungsstrategien anzueignen oder zu entwickeln. Versuche es mit Meditation, Atemtechniken, therapeutischem Schreiben… Es gibt viele Möglichkeiten, du musst selbst herausfinden, welche dir am besten hilft.

Du solltest Essen als Treibstoff deines Körpers betrachten und nur dann essen, wenn du wirklich Hunger hast. Lasse dich nicht von deinem Gemütszustand leiten. Wenn du es alleine nicht schaffst, solltest du unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.



  • Menéndez, I. (2007). Alimentación emocional. DeBolsillo.
  • DRESSL, N. L., ETCHEVEST, L. I., FERREIRO, M., & TORRESANI, M. E. (2018). CORTISOL COMO BIOMARCADOR DE ESTRÉS, HAMBRE EMOCIONAL Y ESTADO NUTRICIONAL. Revista Nutrición Investiga. Volúmen3(1).

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