Wie du die 7 häufigsten Konflikte lösen kannst

30. Mai 2017 en Psychologie 116 Geteilt

o zwei Menschen sind, gibt es auch Konflikte. Das hat nichts damit zu tun, dass jemand böse ist oder die Absicht hat, Probleme zu erzeugen. Ein Konflikt entsteht einfach deshalb, weil zwei Menschen nie genau dasselbe denken und meinen. Gesunde Beziehungen sind deshalb auch nicht notwendigerweise diejenigen, in denen es die wenigsten Konflikte gibt. Häufig wiederkehrende Konflikte zu lösen, ist dennoch eine der Aufgaben, die uns am meisten Kopfzerbrechen bereiten, was wir allerdings ändern können.

Es geht keinesfalls darum, Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden, sondern darum, sie zu lösen zu wissen. Das ist das wahre Geheimnis, das hinter einem guten Zusammenleben steckt. Und es ist gar nicht so schwierig, wie du es dir vielleicht vorstellen magst. Es reicht schon, den Willen zur Lösung, Geduld und Verständnis für den anderen zu haben und dazu bereit zu sein, sich nicht auf Unterschiedlichkeiten zu versteifen, sondern sie schlichtweg zu akzeptieren.

„Zuallererst müssen Sie zuhören. Geben Sie ihrem Gesprächspartner die Möglichkeit, zu sprechen. Lassen sie ihn zu Ende reden. Widersetzen sie sich nicht, beleidigen oder diskutieren sie nicht. Das lässt nur Barrieren entstehen. Versuchen sie, Brücken des Verständnisses zu bauen.“

Dale Cargenie

Manche Konflikte kommen häufiger vor als andere. Im Verlauf dieses Artikels schauen wir uns sehr häufig auftretende Konflikte an. Es lohnt sich tatsächlich, die Konfliktbewältigung zu erlernen, um ein ruhigeres Leben mit gesünderen und besseren Beziehungen zu haben.

1. Konflikte wegen Missverständnissen

Diese Konflikte entstehen, wenn die Kommunikation mangelhaft ist. Die Gesprächspartner erhalten nicht ausreichend oder verzerrte Informationen bezüglich einer Sache oder die empfangenen Nachrichten werden falsch aufgefasst. Das führt zu Vorurteilen, Unbehagen und Groll.

Um diese Art von Situationen zu lösen, müssen wir einen ehrlichen und direkten Dialog führen. Wenn du bemerkst, dass sich jemand plötzlich feindselig verhält und du nicht weißt, wieso, solltest du ihn ganz direkt fragen. Und genauso verhält es sich auch andersherum. Wenn dich etwas stört, solltest du das offen und respektvoll mitteilen. Viele große Konflikte könnten durch einen offenen Dialog vermieden werden.

2. Konflikte wegen ungelöster vorausgegangener Probleme

Manchmal hält die Feindseligkeit zwischen zwei Menschen länger an und ist gar hinterlistig. Unter Umständen kritisiert der eine am anderen alles, was dieser tut oder sagt. Oder er zeigt sich grundsätzlich nicht mit ihm einverstanden oder fühlt sich belästigt, sodass es beiden so scheint, als existiere ein ständiges Unbehagen.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass dieser Situation ein älterer, ungelöst gebliebener Konflikt zugrunde liegt. Und dieses enorme Problem macht sich dann in alltäglichen und konstanten Sticheleien bemerkbar. Wenn du solch eine Situation bereinigen willst, solltest du zuerst herausfinden, was hinter der ganzen Sache steckt. Im Anschluss ist es notwendig, dieses Problem anzugehen und dabei unbedingt ehrlich und respektvoll zu sein.

3. Konflikte wegen unterschiedlicher Interessen

Diese Art von Konflikten ist allgemein als „Interessenkonflikt“ bekannt. Dieser entsteht, wenn das Bedürfnis einer Person im Gegensatz zu dem Bedürfnis des anderen steht. Beispielsweise, wenn eine Aufgabe im Haushalt erledigt werden muss und sich die potenziell Verantwortlichen lieber ausruhen wollen anstatt der Aufgabe nachzugehen.

In diesen Fällen kann das Problem nur gelöst werden, wenn gerecht verhandelt wird. Das soll heißen, dass sich beide Parteien entgegenkommen müssen. Aber nicht nur das, es sollte auch angestrebt werden, dass beide einen Vorteil aus der Lösung ziehen. Normalerweise ist es nicht so schwierig, solch einen Konflikt zu lösen, wenn die Beteiligten akzeptieren, dass „eine schlechte Einigung besser ist, als ein guter Streit.“

4. Konflikte wegen unterschiedlicher Werte oder Ansichten

Diese Art von Konflikten gehört ebenfalls zu den am häufigsten anzutreffenden. Im Grunde genommen entwickeln sie sich nicht, weil zwei Menschen anders denken. Das wird nur zu einem Problem, wenn einer oder beide versuchen, ihrem Gesprächspartner ihre Meinung aufzuzwingen und/oder die Meinung des anderen abzuwerten.

Im Allgemeinen passiert das in religiösen oder politischen Angelegenheiten. In beiden Fällen existiert für gewöhnlich ein Sendungsbewusstsein, das heißt, ein Interesse daran, den anderen von der eigenen Zugehörigkeit oder Gruppe zu überzeugen. Um diese Art von Konflikt zu lösen, reicht es bereits, einzusehen, dass der Gesprächspartner das Recht auf freie Meinungsäußerung hat, was eine Garantie dafür ist, dass auch andere respektieren, was wir denken.

5. Konflikte wegen Machtkämpfen

Machtkämpfe lassen ständig Konflikte entstehen. Wer die Oberhand hat, wird nur allzu gern kritisiert, ob das nun gut gemeinte Kritik ist oder nicht. Wer nicht an der Macht ist, bekommt deren Auswirkungen zu spüren und fühlt sich oftmals negativ von dieser Macht beeinflusst. Wenn es um Macht geht, gibt es immer Spannungen.

Um Machtkonflikte zu bereinigen, ist es am besten, dem anderen auf Augenhöhe zu begegnen. Das soll heißen, Raum zu schaffen, um demjenigen zuzuhören und Aufmerksamkeit zu schenken, der nicht in der Machtposition ist. Das gilt nicht nur für den Bundeskanzler und die Minister, sondern auch für diejenigen, die in der Familie, Schule, am Arbeitsplatz, etc. das Sagen haben.

6. Konflikte wegen intrapersoneller Schwierigkeiten

Intrapersonelle Schwierigkeiten beziehen sich auf Konflikte, die im Geist des Menschen ausgetragen werden. Das bedeutet, dass es eigentlich im Umfeld kein Problem gibt, doch der Betroffene das dennoch so wahrnimmt. Diese Art von Konflikten entsteht beispielsweise, wenn eine ängstliche Person nicht toleriert, dass ihre Mitmenschen etwas tun, ohne vorher darüber nachzudenken.

Wer mit einem Menschen zu tun hat, der von einem intrapersonellen Konflikt betroffen ist, sollte ihm die Situation darlegen. Oftmals ist sich Betroffene dieser nicht bewusst. Manchmal geht es nur darum, ihm zu zeigen, dass es keinen Konflikt gibt. Wenn das auf eine ehrliche und respektvolle Weise übermittelt wird, wird wahrscheinlich ein kleines Wunder geschehen und der Konflikt wird sich lösen.

7. Konflikte, weil „die Chemie nicht stimmt“

Bei dieser Art von Konflikt stimmt, wie es die Überschrift schon sagt, die Chemie einfach nicht. Aus irgendeinem Grund kann jemand einen anderen Menschen nur schwer akzeptieren. Es handelt sich dabei um eine Antipathie einer gewissen Art von Menschen gegenüber, die nicht durch etwas Bestimmtes ausgelöst wird. In diesen Fällen kann man leicht in ein Verhaltensmuster verfallen und diese Spannung durch ständige Zurückweisung ausdrücken.

Natürlich müssen wir uns nicht mit jedem super verstehen, aber wir haben auch nicht das Recht, jemanden wegen seiner Art zurückzuweisen. Vielleicht sind die Charakterzüge dieses Menschen zu unseren komplementär und uns fällt das nicht auf. Und vielleicht sollten wir einfach einen gewissen Abstand bewahren und diese Person angemessen einschätzen lernen.

Konflikte können generell immer durch eine angemessene Kommunikation gelöst werden. Das heißt nicht, hinterlistig und mit falscher Höflichkeit zu kommunizieren. Es geht mehr darum, das Problem direkt anzugehen und ruhig und respektvoll mit dem anderen gegenüber. Wenn du richtig kommunizieren kannst, wirst du Konflikte sicherlich schon vermeiden können, bevor sie entstehen.

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