Probleme sind auch eine neue Chance

· 24. Mai 2017

Probleme bedeuten auch neue Chancen, das ist eine Tatsache und wurde bereits viele Male in der Praxis bewiesen. Es ist auch etwas, das wir zu unseren Freunden sagen, wenn sie gerade eine schwere Zeit durchmachen, das wir aber vergessen, wenn wir selbst in der Klemme stecken.

Probleme sind weiterhin nicht nur eine Möglichkeit, unsere Intelligenz und unseren Verstand zu schärfen. Wenn es nur das wäre! Das Schwierige an ihnen ist tatsächlich, dass sie auch unsere Emotionen erwecken: Angst, Ärger, Vorurteile, Intoleranz.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

Das Ergebnis ist, dass wir in einem Glas Wasser ertrinken. Wir verlieren die richtige Perspektive darauf, wozu wir fähig sind, sind vor Angst gelähmt, vermeiden das Problem oder beschweren uns einfach nur noch. Vielleicht wurden wir so programmiert, dass wir Probleme als eine Bedrohung betrachten, der wir nicht entkommen können. Vielleicht vergessen wir, dass Probleme auch Herausforderungen sind, durch die wir uns verbessern können, wenn wir uns ihnen stellen. Wenn das nicht so wäre, was tun dann all diese Männer und Frauen, die ihre Probleme in Chancen verwandeln und an ihnen wachsen?

Elizabeth Murray macht aus ihren Problemen eine Quelle des Lichts

Elizabeth Murray, die in der Bronx von New York (New York, USA) geboren wurde, hatte eine schwierige Kindheit erlebt. Ihre Eltern waren Hippies der 70er Jahre, die Rauschmitteln zusprachen. Als sie geboren wurde, waren beide Eltern drogenabhängig und hatten nur geringen Aussichten auf eine Genesung, da sie Kokain und Heroin konsumierten.

Liz Murray und ihre Schwester aßen Eiswürfel und Zahnpasta, weil es das Einzige war, das sie finden konnten, um ihren Magen zu füllen. Doch es kam noch schlimmer. Ihre Eltern erkrankten an AIDS und ihre Mutter verstarb. Ihre Vater zog in ein Obdachlosenheim und Liz‘ Schwester zu einer Freundin. Liz selbst blieb mit ihren 15 Jahren nichts anderes übrig, als auf der Straße zu leben.

Aber sie arbeitete mit dem, was sie hatte. Mit 17 kehrte sie in die Schule zurück und bei einem Besuch der Harvard University (Massachusetts, USA) überzeugte sie sich, dass sie dort studieren wollte. Und das tat sie, dank eines Stipendiums der Tageszeitung New York Times.  Heute ist sie eine erfolgreiche Psychologin, die den menschlichen Schmerz besser als als alle anderen versteht. Sie veröffentlichte einen Bestseller und ihre Leben wurde sogar verfilmt.

Arturo Calle – ein Mann, der das Sparen in seine größte Stärke verwandelte

Er ist der erfolgreichste kolumbianische Geschäftsmann bezüglich Herrenmode. Sein Vater verstarb, als er noch klein war und ließ acht kleine Kinder und eine Witwe zurück. Um die Familie finanziell zu unterstützen, begann er schon im jungen Alter, zu arbeiten. Er kannte die Mühe hinter jedem einzelnen Cent, den er besaß, und er begann, auf eine außerordentlich sparsame Weise zu leben.

Als er etwas älter war, fand er leider auch nur eine Arbeit, die mit dem Mindestlohn vergütet wurde. Trotzdem sparte er einige Jahre lang eisern, bis er genug Geld zur Verfügung hatte, um ein kleines Bekleidungsgeschäft zu eröffnen. Sein Motto war es, zu sparen und niemals Schulden zu machen.

Das machte ihn zu einem erfolgreichen Geschäftsmann, der jetzt Geschäfte in ganz Lateinamerika besitzt. Das Beste an seinen Produkten ist, dass sie im Verhältnis zu ihrer Qualität sehr preiswert sind. Arturo Calle schuldet niemandem auch nur einen Cent, was die Produktionskosten gering hält. Er wurde zudem als einer der besten Arbeitgeber in Kolumbien ausgezeichnet, da alle seine Angestellten und ihre Familien durch die Unterstützung der Firma ein eigenes Zuhause besitzen.

Wilma Rudolph, eine wahrlich inspirierende Geschichte

Wilma Rudolph hatte mehr als nur ein Problem. Ihr Leben war von Geburt an mit Schwierigkeiten gespickt. Sie wurde zu früh geboren und niemand glaubte, dass sie überleben würde. Sie überlebte zwar, erkrankte aber im Alter von 4 Jahren an Polio und Pneumonie. Ihre Familie war auch sehr arm, ganz besonders, da etwa 20 Kinder versorgt werden mussten.

Aufgrund der Kinderlähmung, der heute zum Glück durch Impfungen vorgebeugt werden kann, wurde ihr linkes Bein so gut wie unbrauchbar und sie musste zum Gehen ein orthopädisches Hilfsmittel verwenden. Trotz all dem beschloss sie mit 9 Jahren, das Gehen ohne Hilfe zu versuchen – und sie hatte Erfolg. Mit 11 Jahren trat sie einem Basketballclub bei und vertraute das erste Mal auf ihre körperlichen Fähigkeiten. Mit 13 Jahren beschloss sie, regelmäßig als Leichtathletin zu trainieren. Bei ihrem ersten Rennen kam sie als Letzte ins Ziel und das Gleiche passierte über die nächsten Jahre hinweg noch einige Male.

Nach einigen Jahren harten Trainings gewann sie schließlich ihr erste Rennen, aber damit gab sie sich noch lange nicht zufrieden. Sie qualifizierte sich für die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne und gewann die Bronzemedaille für die Vereinigten Staaten. 1960 gewann sie bei den Olympischen Sommerspielen in Rom zwei Goldmedaillen. Diese dreifache Olympiamedaillengewinnerin überwand ihre schwere, durch Kinderlähmung verursachte Behinderung und erreichte die höchste Auszeichnung der Welt des Sports.