Wie Bewegung und Stress zusammenhängen

15. Januar 2019

Welche Art von Sport übst du aus, um dich besser zu fühlen, die auch gesund ist? Wenn deine Antwort Bewegung impliziert, dann bist du auf dem richtigen Weg! Menschen, die keine körperliche Aktivität ausüben, neigen dazu, die Bedeutung der damit verbundenen Vorteile kleinzureden.

Training steht in umgekehrtem Zusammenhang mit Stress. Im Großen und Ganzen ist Bewegung eine effektive und gesunde Art, Stress zu bekämpfen. Häufiges Training kann deshalb dazu führen, dass du dich weniger gestresst fühlst.

Es lässt sich beinahe sagen, dass ein unbeweglicher Körper mit einem toten Körper gleichzusetzen sei. Ein müdes und träges Kind ist ein ungesundes Kind. Ein Mangel an Bewegung führt zu schlechter Gesundheit, erschwert die Bewältigung von Problemsituationen und bedeutet einen langsamen Stoffwechsel, niedrige Energiewerte, die Tendenz zum Überfressen und zum Missbrauch von Substanzen oder Medikamenten.

Frau isst einen Burger

Probleme, die durch Stress verursacht werden

Übermäßiger Stress führt zu einer schlechten Gesundheit. Wenn du längere Zeit unter Stress stehst, zeigt dein Körper schließlich negative Reaktionen auf die permanente Ausschüttung von Hormonen wie Kortisol. Stress reduziert zudem dein Energieniveau. Du ermüdest schneller. Daraus resultieren Fehltage und Faulheit bei Hausarbeiten und anderen Aktivitäten.

Die persönlichen Kosten all dessen sind unermesslich. Stress wurde unter anderem mit vielen koronaren, respiratorischen, gastrointestinalen, immunologischen und psychologischen Störungen in Verbindung gebracht. So kann beispielsweise chronischer Stress das Herz-Kreislauf-System stark beeinträchtigen. Die innere Auskleidung der Blutgefäße kann reißen oder anderweitige Veränderungen erfahren.

Wenn sich dein Stress verschlimmert, kann es zu schwerwiegenderen Störungen wie Bluthochdruck, Tachykardie, koronarer Herzkrankheit, episodischen Herzrhythmusstörungen, Aneurysmen, Embolien usw. kommen. Und das nur auf der Ebene des Herz-Kreislauf-Systems.

Deshalb musst du Strategien entwickeln, um das Problem anzugehen. Und Training ist eine ausgezeichnete Strategie, um die negativen Auswirkungen von Stress zu bekämpfen.

Frau mit Brustschmerzen

Aerobic verbessert deine Gesundheit

Um Sport zu treiben, benötigst du jede Menge Sauerstoff. Damit dein Training deinem Herz-Kreislauf-System zugutekommt, musst du mindestens 20 Minuten lang moderate aerobische Übungen machen. Damit bezeichnen wir jede körperliche Aktivität, die die Fähigkeit des Herzens, eine ausreichende Menge an Sauerstoff zu den Muskeln zu bringen, nicht übersteigt. Aerobisch bedeutet, dass der Sauerstoffbedarf gedeckt werden kann.

Je härter das Training, desto höher der Herzrhythmus. Wenn du deine Muskeln zu hart arbeiten lässt, wird dein Herz jedoch nicht in der Lage sein, genügend Sauerstoff zu liefern. An diesem Punkt erfährst du vielleicht ein Sauerstoffdefizit und kannst die Aktivität nicht länger fortzusetzen. Dann hast du die Schwelle hin zum Anaerobischen überschritten.

Übung als aktive Entspannungsmethode

Es gibt zwei Arten der Entspannung: aktive und passive. Passive Entspannung ist die, die wir durch Übungen wie Zwerchfellatmung, progressive Muskelentspannung, Meditation, usw. erreichen. Im Gegensatz dazu kann aktive Entspannung auf viele Arten erfolgen, etwa beim Joggen, Gehen, Radfahren, Schwimmen, Tanzen, usw. Kurz gesagt, du kannst dich durch Bewegung aktiv entspannen.

Aktive Entspannung funktioniert besser, wenn sie nichts mit einem Wettkampf zu tun hat. In diesem Fall könnte sie zu einer Quelle der Angst werden. Es besteht ein großer Unterschied, ob du als Entspannungsmaßnahme läufst oder in einem 100-Meter-Lauf mit anderen Teilnehmern.

Ein Mann erfährt die Vorteile von Bewegung

Bewegung und Stress

Wie bereits erwähnt, sind Bewegung und Stress eng miteinander verbunden. Wenn du häufig trainierst, kannst du dein Stressniveau niedrig halten. Regelmäßige Bewegung hilft dir körperlich und geistig. Du verbrennst Kalorien, was den Alterungsprozess verlangsamt.

Nach Angaben der medizinischen Forschung sind weitere Vorteile von Bewegung folgende:

Bessere Schlafqualität

Wenn du moderat trainierst, reduzierst du den Adrenalin– und Noradrenalinspiegel, was dir hilft, leichter einzuschlafen und einen erholsamen Schlaf zu finden.

Niedrige Kortisolwerte wurden auch mit einer besseren Schlafqualität in Verbindung gebracht. Wenn du in angebrachtem Maße trainierst, reduzierst du auch diesen Hormonspiegel.

Geringeres Risiko für einen Herzinfarkt

Menschen, die weniger als 2000 kcal pro Tag verbrennen, da sie keine körperliche Aktivität ausüben, besitzen eine 64 % höhere Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt als Menschen, die mehr als 2000 kcal verbrennen. Und nicht zu vergessen, dass Stress auch ein kardiovaskulärer Risikofaktor ist.

Wenn du häufiger trainierst, verbrennst du mehr Kalorien. Damit kannst du die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts reduzieren.

Paar springt durchs Feld

Eine bessere körperliche Verfassung ermöglicht es dir, deine maximale Sauerstoffkapazität zu steigern. Das bedeutet, dass du in Ruhephasen eine niedrigere Herzfrequenz, eine geringere Produktion von Milchsäure und eine sichtbare Steigerung der Leistungfähigkeit erfährst.

Je mehr Bewegung du hast, desto niedriger sind auch deine Triglyceridwerte. Das Verhältnis zwischen gutem und schlechten Cholesterin im Blut wird sich verbessern. Das schlechte Cholesterin ist ein Lipoprotein mit niedriger Dichte, das Cholesterin in andere Gewebe transportiert, wo sich atherosklerotische Plaques bilden können.

Eine verbesserte Fähigkeit, stresssinduzierenden Faktoren zu begegnen

Die Forschung deutet darauf hin, dass ein größerer Sauerstofffluss zum Gehirn die Verfügbarkeit von Glukose erhöht. Glukose wiederum verbessert die Gehirnfunktion. Wenn du deine Gehirnfunktion verbesserst, wirst du dich weniger gestresst fühlen. Der Katecholaminspiegel im Gehirn nimmt durch Bewegung ab und deine Stimmung stabilisiert sich. Dies ist sehr nützlich, um Gefühle von Angst und Traurigkeit zu reduzieren.

Es ist eindeutig, dass Bewegung und Stress eine enge Beziehung zueinander haben. Eine bessere körperliche Verfassung hilft dir, Stress zu bewältigen. Bewegung macht dich körperlich und geistig stärker und schafft das Gefühl, dass du besser in der Lage bist, zu kontrollieren, was dich belastet.

  • Asztalos et al. (2012) ‘Sport participation and stress among women and men’, Psychology of Sport & Exercise. Elsevier Ltd, 13(4), pp. 466–483. doi: 10.1016/j.psychsport.2012.01.003.
  • Weinberg, R. S., Gould, Daniel and Open University E233/Textbook (2015) Foundations of sport and exercise psychology. 6th ed.