Wichtig ist nicht, was dir passiert, sondern welche Gedanken du dir dazu machst

13. Januar 2016 en Psychologie 0 Geteilt

Negative Gedanken können sehr schädlich für uns selbst sein. Traumatische Ereignisse verletzen uns nicht so sehr wegen dem, was geschehen ist, sondern wegen dem Stress und der Angst, die ein Gefühl von Schuld erzeugen. Unsere Gedanken zu kontrollieren ist der Schlüssel, um vorwärtszukommen und ohne die Last der Schuld weiterzugehen.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 mit mehr als 30.000 Probanden besagt, dass das Beharren auf negativen Ereignissen des Lebens der Hauptauslöser einiger der aktuell häufigsten mentalen Gesundheitsprobleme sein kann. Diese Probleme sind besonders auf das Schuldgefühl zurückzuführen, das hierbei ausgelöst wird.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass nicht das, was uns zustößt, wichtig ist, sondern dass eher die Art, wie wir darüber denken, unser psychologisches Wohlergehen gestaltet. In diesem Sinne wird es uns helfen, die Schuldgefühle, mit denen wir uns selbst bestrafen, einzudämmen.

Forschungsleiter Peter Kinderman sagt dazu:

„Wie wir bereits wissen, haben die genetische Veranlagung eines Menschen und auch dessen Lebensumstände Einfluss auf die psychische Gesundheit. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass traumatische Ereignisse des Lebens der Hauptgrund für Angstzustände und Depressionen sind. Trotzdem ist die Art und Weise, wie eine Person denkt und wie sie sich mit stressvollen Ereignissen auseinandersetzt, ein Indikator für das Stressniveau und die Angst, die sie empfindet.“

In Gedanken versunkene Frau

Während die Selbstreflexion ein Hauptbestandteil eines klaren und glücklichen Lebens sein kann, zeigen die neusten Ergebnisse, dass der Umstand, die negativen Aspekte unseres Lebens und unserer Vergangenheit immer wieder aufkommen zu lassen, nicht gut für uns ist. Während das Selbstverständnis wie ein Medium für die Überwindung unserer persönlichen Kämpfe funktioniert, ist es ebenso notwendig, sich in Selbstmitleid zu üben und sich nicht in seinen eigenen Feind zu verwandeln.

Die Überwindung unseres inneren Kritikers wird uns dabei helfen, die Schuld und die Selbstverachtung zu verbannen, die wir aufgrund dessen empfinden, was passiert ist, aufgrund dessen, was wir taten oder nicht taten. Somit geben wir uns selbst die Möglichkeit, positiv über das, was uns noch bevorsteht, zu denken, uns auf das Gute in dem, was wir getan haben, zu besinnen, und uns auf die Werte und Verhaltensweisen zu konzentrieren, die uns noch stärker machen.

Um diese negativen, selbstzerstörerischen Gedanken zu besiegen, ist es wichtig, dass wir beginnen, zu lernen, sie zu differenzieren und zu akzeptieren, ebenso wie zu erkennen, in welchen Momenten diese Gedanken entstehen. Auf diese Art und Weise könnten wir beginnen, die Gedanken zu filtern, ihnen auszuweichen und uns ihnen sogar mit einer resoluten Antwort und Nulltoleranz zu stellen.

Frau fuehlt sich schuldig

Wenn wir diese Gedanken andererseits dann doch haben und wir uns an Dinge erinnern, die uns negativ beeinflussen, ist es besser, nicht immer alles, was passiert ist, wieder und wieder aufkommen zu lassen. Es ist viel effektiver, diese Gedanken im selben Moment wieder abzubrechen und an etwas anderes zu denken.

Laut den Ergebnissen verschiedener Studien können kognitive Verhaltensmaßnahmen wirkungsvoll sein, um Sorgen zu reduzieren. In diesem Sinne haben diverse Studien belegt, dass durch Behandlungen, die die Teilnehmer dazu animieren, ihre Denkweise oder ihre emotionale Antwort auf das ständige Wiederkehren negativer Gedanken zu ändern, positive Ergebnisse erzielen.

Andere Untersuchungen haben ergeben, dass das Selbstmitleid mit einer höheren Kapazität an emotionaler Genesung und einem solidarischeren Verhalten sich selbst gegenüber einhergeht. Denn das Gefühl von Selbstmitleid basiert auf einem grundlegenden Empfinden der eigenen Würde als menschliches Wesen.

Darum erfordert die Verbannung negativer Gedanken gleichzeitig die Erkenntnis darüber, diesen Gedanken keinen Gehorsam zu schenken, sein Selbstmitleid zu pflegen und entgegen der Grenzen unseres inneren Kritikers zu wirken.

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