Wenn wir die Homosexualität verurteilen, machen wir einen großen Fehler

25. Juni 2016 en Psychologie 172 Geteilt

Die Homosexualität ist ein kompliziertes und vor allem heikles Thema, welches wir besser verstehen können, wenn wir ein bisschen tiefer in die Geschichte unserer Gesellschaft eintauchen. Es gibt viele Theorien, die versuchen, eine Antwort auf die eine Frage hinsichtlich der sexuellen Orientierung zu geben: Ist diese angeboren oder nicht? Es existieren biologische, psychologische, psychoanalytische, anthropologische und noch weitere Theorien, von denen bis heute keine einzige einen handfesten Beweis geliefert hat, um diese Frage mit Sicherheit beantworten zu können.

Was allerdings offensichtlich erscheint, ist die Tatsache, dass die Homosexualität in der Natur auf erstaunlich normale Weise vorhanden ist: die Homosexualität existiert in jeder Spezies.

Was passiert, wenn wir die Homosexualität verurteilen

Die Meinung darüber, dass es nicht natürlich sei, homosexuell zu sein, ist demnach ein Trugschluss. Diese falsche Auffassung hat ein soziales Vorurteil zur Folge gehabt, so dass wir lange Zeit dachten, dass die Homosexualität etwas Abnormales sei, das nicht vorkommen darf.

Weinende Frau

Leider hat dieser Irrglaube dazu geführt, dass eine Vielzahl an Menschen mit einer entgegengesetzt der Gesellschaft zusagenden sexuellen Orientierung verstoßen und schlecht behandelt wurden. Sogar Morde, Verhaftungen und Folterungen wurden so begründet. Und all das, weil manche Menschen nicht der von der Gesellschaft vorgesetzten Norm entsprechen, die von uns selbst erfunden wurde.

„Die Homosexualität ist an sich so begrenzt wie die Heterosexualität: Ideal wäre es, dazu fähig zu sein, eine Frau oder einen Mann zu lieben, jegliches menschliche Wesen, ohne Angst, Unterdrückung oder Verpflichtung zu verspüren.“

Simone de Beauvoir

Doch was denken wir uns eigentlich dabei? Wer sind wir, dass wir denken, andere wegen dem, was sie fühlen, verurteilen zu können?

Wir müssen unsere Einstellung bezüglich der Homosexualität ändern

Heutzutage gibt es unzählige Personen, die sich nicht trauen, zu zeigen, wer sie sind, und sich von den Vorgaben, die die Kultur pflegt, unter Druck gesetzt fühlen. Sind nicht dazu in der Lage, sich selbst zu akzeptieren, weil sie unglücklicherweise das verinnerlicht haben, von dem wir zuvor sprachen: Homosexuell zu sein ist etwas Abnormales, das einer Krankheit gleicht.

Homosexuelle Menschen sind aufgrund ihrer sexuellen Einstellung und weil sie von der Gesellschaft nicht so akzeptiert werden, wie sie sind, von Angst und sogar von Depressionen geplagt. Sie sehen sich selbst als verächtlich an; als Menschen, die der Gesellschaft nicht zugehörig sind und neigen dazu, sich mit ihrer ungesagten Meinung über sich sich selbst zu zerstören. Sie fragen sich: „Warum ich? Wieso bin ich nicht normal? Wieso kann ich mich nicht in jemanden verlieben, der ein anderes Geschlecht hat? Ich muss doch krank sein? Ich bin ein Psycho!“

Diese Menschen und ihre Gegner müssen umdenken und anfangen, diese Thematik auf eine angemessene Weise zu betrachten. Homosexuelle Personen müssen sich selbst akzeptieren und sich so geben, wie sie sind, ganz ohne jegliches Gefühl von Angst. Die Gegner der Homosexualität müssen aufhören, diese Personen aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung auszuschließen und zu verachten. Deren sexuelle Vorliebe geht sie einfach nichts an!

Wir müssen dieses Thema realistisch betrachten. Wir müssen unsere irrationale Denkweise durch eine rationale und reale Vision in Bezug auf die Homosexualität ersetzen, die es auch uns erlaubt, dass wir uns besser fühlen.

Die Homosexualität ist eine Fähigkeit

Die Homosexualität ist nichts weiter als eine weitere Fähigkeit, eine weitere Eigenschaft des menschlichen Wesens. Ungefähr 10% der Weltbevölkerung ist lesbisch oder schwul, und das in jeder Kultur und in jedem Volk dieser Welt. Aus diesem Grund können wir nicht sagen, dass es etwas Abnormales sei und noch weniger, dass es nicht der Natur entspreche. Es ist zu vergleichen mit roten Haaren oder einer hellen Iris – es mag vielleicht prozentual gesehen nicht so häufig vorkommen, aber es ist genau so normal wie natürlich.

Paar haelt Haendchen

Die Tatsache, dass diese Bedingung als schlecht oder gut eingestuft wird, ist eine Denkweise, die ganz allein von uns selbst erschaffen wurde. In anderen Epochen unserer Geschichte war es vollkommen normal, homosexuell zu sein. Es wurde weder verurteilt, noch als schlecht oder außergewöhnlich angesehen. Dieser Aspekt war lediglich eine weitere Fähigkeit und war absolut unbedeutend.

An sich gibt es daher weder gut noch schlecht. Die Gesellschaft ist es, die zu jenem Moment besagt, was Gut und Schlecht sei. Es liegt an uns, diese falschen Wahrnehmungsweisen nicht zu unterstützen, sie nicht zu vergleichen oder zu unseren eigenen Realität zu machen.

Die Homosexualität kommt bei tausenden von Spezies vor, die Homophobie nur bei einer einzigen. Was scheint dir nun unnatürlicher?

Unser sexuelle Ausrichtung hat nichts mit unserem persönlichen Wert zu tun

Ein weiteres Argument ist, dass homo- oder heterosexuell zu sein unseren persönlichen Wert nicht definiert. Das heißt, dass man weder unnatürlich noch abnormal ist, nur weil man homosexuell ist. Das bestätigen beispielsweise alle Fälle homosexueller Persönlichkeiten, die in vielen Bereichen ihres Lebens einfach gesagt Genies sind, ein erfülltes und glückliches Leben mit persönlichem und beruflichem Erfolg führen, weswegen sie auch von vielen Menschen bewundert werden.

Homosexuelles Paar
Wie an anderer Stelle erwähnt, ist homosexuell zu sein eine Fähigkeit, und wir Menschen sind unterschiedlich und jeder Einzelne besitzt eine Vielzahl an Eigenschaften, egal welche das sein mögen. Wir sollten beachten, dass wir aufgrund unserer gesamten Charaktereigenschaften wertvoll sind und das im Rahmen dessen, wie uns die Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt werten will.

Auch ist es notwendig, dass wir akzeptieren, dass homophobe Vorstellungen immer existieren werden, weil es immer Menschen geben wird, die sich irren und alles daran setzen, anderen ihren Willen aufzuzwingen. Genauso verhält es sich auch mit Rassismus und Machogehabe – es wird sie immer geben und wir müssen diese Tatsache annehmen, aber ohne uns mental davon beeinflussen zu lassen. Diese Art sich irrender Menschen müssen nicht Teil unseres Lebens sein. Zum Glück haben wir viele Menschen um uns, mit denen wir problemlos Beziehungen knüpfen können.

Wenn wir verstanden haben, dass Homosexualität nichts weiter als eine Fähigkeit ist, dass man damit glücklich sein kann und das nicht den persönlichen Wert bestimmt, kann nichts und niemand mehr einem was anhaben oder einen angreifen. Es geht darum, mental gut ausgerüstet zu sein und sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen und Gefühlen zu realisieren.

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