Wenn Impulsivität uns zerstört

· 3. Dezember 2015

Was sind die Vorteile davon, impulsiv zu sein? Es scheint, als gäbe es da nicht sehr viele, ganz im Gegenteil. Impulsivität schadet uns und den Menschen in unserer Umgebung. Und am schlimmsten ist, dass wir oft unbewusst handeln und wir später unsere Aussagen oder Taten bereuen, wir aber die Zeit nicht zurückdrehen können.

Deshalb ist es so wichtig, unsere Impulse kontrollieren zu lernen und ein bisschen mehr nachzudenken.

Wenn jemand kaum etwas zu dir sagt, und du darauf direkt schlecht reagierst und antwortest; wenn dich jemand etwas fragt, und du das Erste sagst, was in deinen Kopf kommt; wenn du der Erste bist, der zu streiten anfängt; wenn du, wenn etwas schief läuft, gleich alles hinschmeißt oder zu schreien und wie ein Kind zu toben anfängst, dann hast du vielleicht ein Problem mit Impulsivität.

Fühl dich jetzt nicht schlecht, denn alles im Leben kennt eine Lösung (außer der Tod, wie man so schön sagt). Zuerst ist es gut, zu verstehen, dass Impulsivität manchmal gar nicht so schlecht ist. Sie lässt uns weniger schüchtern und introvertiert sein, erreicht, dass man uns zuhört, und hilft, das zu erzielen, was wir wollen. Trotzdem entsteht ein Problem, wenn die Impulsivität zur Regel wird.

Es gibt verschiedene Typen impulsiver oder kompulsiver (zwanghafter) Personen. Mit letzteren sind solche gemeint, die zum Beispiel ohne Not einkaufen und Kleidung und Objekte in ihren Häusern anhäufen. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel nicht mit dieser, sondern mit einer anderen Form, auf Emotionen zu reagieren und diese zu kanalisieren. Und zwar damit, wenn wir mit Wut oder Zorn reagieren, wenn unsere Nerven blank liegen oder wenn wir jammern, wenn etwas nicht so läuft, wie wir das wollen oder wenn wir ein Problem nicht lösen können.

Mädchen

Wir können mit der Art und Weise, wie wir uns ausdrücken, viele Dinge vermitteln. Und nicht immer sagen wir das Gute mit unseren Worten und Handlungen. Vielleicht haben wir keine schlechte Absicht, den anderen zu belästigen oder ihm zu schaden, doch am Ende tun wir es doch.

Wenn du einer derjenigen bist, der einen Stein schon beim kleinsten Reiz wirft, wenn du antwortest, bevor du die Situation genau analysiert hast, wenn deine erste Reaktion darin besteht, sich aufzuregen oder zu streiten, wenn du dich vor Wut ganz benebelt fühlst, wenn du sehr sauer bist, wenn du nur daran denkst, verletzend zu sein, dich zu rächen oder zu schreien, dann pass auf, denn die Impulsivität kann dir übel mitspielen.

Du sollst keine Entschuldigungen anführen, wie: „Ich bin gestresst.“ – „Ich hab das gemacht, ohne nachzudenken.“ – „Ich habe viele Probleme.“ – „Die Wirtschaftskrise macht mir zu schaffen.“ – „Ich bin von Natur aus impulsiv.“ – „Ich habe meine Tage.“ – Konfrontier dich mit der Situation und akzeptiere, dass du ein Problem mit Impulsivität hast. Dies ist der erste Schritt.

Danach kommt der Moment der Aktion, nicht der Reaktion. Das soll heißen, dass du besser erst einmal abwartest, wenn dir dein erster Reflex sagt, im Falle eines negativen Reizes direkt eine Gegenattacke zu starten. Vielleicht hilft es dir, jetzt bis zehn zu zählen (oder bis zwanzig, dreißig, hundert…) und ganz tief einzuatmen. Dies hilft dir, nicht direkt zu antworten oder loszuschreien, wenn dein Gegenüber aufgehört hat, zu sprechen.

Wozu hilft dir das? Um eben nicht das Erste zu sagen, was dir in den Kopf kommt, da dies oft nicht das Angebrachteste ist.

Manchmal bedeutet es eben nicht, dass du die Konversation nicht fortführen kannst, wenn du zwei Sekunden verstreichen lässt, oder dass du etwas nicht verstanden hast, sondern dass du Zeit brauchst, die Information zu verarbeiten. Vielleicht traust du deinem Verstand zu, schneller als das Licht zu sein, jedoch ist das nicht immer gut.

Versuche, die Dinge richtig einzuordnen. Wenn du dir die Zeit nimmst, die Worte des anderen und deine eigenen zu analysieren, kannst du bessere Ergebnisse erzielen. Wenn du es schaffst, dass der Impuls nicht das Erste ist, was aus deinem Mund oder Körper kommt, dann legst du dich ganz anders fest. Wenn du denkst, bevor du sprichst und deine Wörter abwägst, dann kannst du den richtigen Hafen erreichen.

Zum Schluss überlasse ich euch einen schönen Gedanken:

„Denk immer zuerst nach, was du machst, bevor du handelst. Lasse es nicht zu, dass dich die Impulsivität dominiert oder das dein Weg voller Dunkelheit ist.“