Wenn ich denke, dass ich kein guter Mensch bin

24. Dezember 2016 en Emotionen 191 Geteilt

Hast du dich jemals wie ein schlechter Mensch gefühlt? Manchmal begehen wir Fehler, aufgrund derer wir uns schlecht fühlen. Schuldgefühle überwältigen uns und wir sehen uns selbst in einem negativen Licht. Jedoch bedeuten nicht alle deine Fehler zwangsläufig, dass du ein schlechter Mensch bist.

Glaube mir, wenn du dir die Frage stellst, ob du nun eine schlechte Person bist oder nicht, bist du es sehr wahrscheinlich nicht. Schlechte Menschen denken erst gar nicht darüber nach, ob sie schlecht sind oder nicht. Sie handeln schlicht in ihrem Namen und tun Böses grundlos.

„Vergiss nicht, ob Gut oder Böse, auch das wird vorübergehen.“

Jorge Bucay

Wenn du dich als eine schlechte Person fühlst, hast du je in Betracht gezogen, dass andere womöglich genau das beabsichtigt haben?

Heute wirst du erfahren, warum du manchmal meinst, du würdest dich negativ verhalten, aber du es in Wirklichkeit gar nicht tust. Es gibt reichlich Einflussfaktoren, aber der allerwichtigste ist, wie du dich selbst siehst.

Die Grenze zwischen Gut und Böse

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Von Kindheit an wurde uns beigebracht, artig zu sein, gut zu sein. Aber was bedeutet es wirklich, ein guter Mensch zu sein? Sich anständig zu benehmen, anderen zu helfen, niemals nein zu sagen?

Manches von dem, was uns vermittelt wurde, untergräbt uns in unserem Dasein. Erwartete Verhaltensweisen mögen uns bloßstellen und wir werden verwundbar und oder zur Zielscheibe, auf die mit Pfeilen geschossen wird.

Wenn wir erwachsen werden und Verantwortung übernehmen, fühlen wir uns gelegentlich schuldig. Jemand, zu dem wir nein sagen, wird wütend; wenn wir die Wahrheit sagen, verschafft uns das mitunter mehr Probleme, als eine Lüge; wir pflegen unser Äußeres, sodass niemand über uns urteilt…

Genug! Es ist eine Sache, ein guter Mensch zu sein, und eine andere, eine völlig andere, leichtfertig zu sein und uns selbst zu Marionetten zu machen. Du solltest es nicht zulassen, dass andere dich nach Belieben ausnutzen. Du darfst nicht zulassen, dass du dich wegen ihnen schlecht fühlst.

Wieso ist diese Person wütend, wenn ich keine Zeit mit ihr verbringen kann? Warum werde ich schlecht behandelt und komisch angesehen, wenn ich ehrlich war? Menschen fragen nach Aufrichtigkeit, wenn sie in Wirklichkeit lieber Lügen hören wollen. Ist das nicht Heuchelei?

„Heuchelei ist das Größte aller Übel.“

Molière

Eines Tages wirst du lernen, zu erkennen, wann du jemanden in seine Schranken weisen musst. Du musst nicht immer die andere Wange hinhalten – und das macht dich auf keinen Fall zu einer schlechten Person.

Egoistisch zu sein kann ab und zu die bessere Option sein. Du hast keinen Grund, der Gnade anderer ausgeliefert zu sein, weil andere auch nicht dir ausgeliefert sind. Fühle dich frei, nein zu sagen, frei, dich nicht wegen anderer schlecht zu fühlen.

Sag nein zu emotionaler Erpressung

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Womöglich ist eine Art, wie man dich dazu brachte, dich überaus schuldig zu fühlen, emotionale Erpressung. Das kommt nicht nur bei Paaren vor, sondern auch in anderen Arten von Beziehungen.

Erpressung kennzeichnet sich dadurch, dass jemand dazu gebracht wird, sich schuldig zu fühlen, wenn er nicht so handelt, wie es „der Täter“ möchte. Dies ist die häufigste Form und jene, mit der sich wohl viele Menschen identifizieren können.

Emotionale Erpressung kann dich glauben lassen, dass du ein schlechter Mensch bist. Wenn du dich nicht vollkommen anbietest, wenn du nicht immer da bist, wenn du sagst: „Ich kann nicht bleiben“, bist du eine schlechte Person.

Aus dem herauszukommen ist äußerst schwierig, weil unser geringes Selbstwertgefühl uns glauben lässt, dass wir schlechte Menschen sind, die andere stets verletzen, obwohl in Wahrheit wir es sind, die verletzt werden.

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Hast du je darüber nachgedacht, wie schlecht du dich wegen jemand anderes fühlst? Beispielsweise bereitet es dir Kummer, deine Meinung zu sagen, weil du befürchtest, dein Gegenüber wird dich eventuell falsch verstehen. Manchmal jedoch rutscht es einfach heraus und ein Unbehagen wird entfacht, welchem du nicht entfliehen kannst.

Im Grunde ist nicht das Gesagte das Negative, sondern vielmehr die Reaktion des Gegenübers, die dicht trifft und dich so schlecht fühlen lässt. Und schließlich macht sich diese Person selbst zum Opfer.

„Es gibt kein schwereres Laster, als sich für etwas schuldig zu fühlen, was man nicht getan hat.“

Das Böse und Güte sind relativ

Wenn du dich als schlechte Person siehst, denke darüber nach, was andere dich glauben ließen, das du Schreckliches getan hast und ob es tatsächlich schrecklich war. Das Böse ist etwas, was man ohne Grund tut.

Stell dir vor, du behandelst jemanden schlecht, der selbst eine boshafte Person ist. Und nun, dass du deinen Bruder vor jemanden beschützt. Ganz egal, ob du mit verletzenden Worten oder mit körperlicher Kraft agierst – bist du dann jeweils eine schlechte Person? Das Böse und Güte sind relativ. Alles hängt davon ab, wie du es betrachtest. Daher ist ein guter Mensch zu sein nicht etwas, was schwindet, wenn wir Fehler machen.

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