Wenn du eines Tages siehst, dass ich traurig bin, sage nichts, sondern liebe mich nur

23, Dezember 2016 en Emotionen 659 Geteilt

Wenn du eines Tages siehst, dass ich traurig bin, sage nichts, sondern liebe mich nur. Denn manchmal, wenn ich mich selbst von innen heraus zerstört habe, brauche ich niemanden, der die zerbrochenen Teile meiner selbst wieder zusammenfügt, sondern ich brauche jemanden, der mir zu Seite steht, während ich mich ganz allein wieder heile.

Wenn du irgendwann einmal in meinem Gesicht lesen kannst, dass es mir schlecht geht, dann frage mich nicht sofort, was passiert ist, wie es mir geht, oder was dazu geführt hat, dass ich mich so fühle. Ich bitte dich darum, dass du zuallererst versuchst, mich mit der Wärme deine Anwesenheit aufzufangen. Stelle mir weniger Fragen und umarme mich mehr.

Denn wenn ich traurig bin und es mir schlecht geht, wenn mich die Traurigkeit zerfrisst und meinen Verstand belagert, ist das Einzige, das ich brauche, allein zu sein und zu wissen, dass jemand an meiner Seite ist. Bitte mich nicht darum, nicht mehr traurig zu sein, nicht mehr zu weinen oder mich nicht in meine Welt zurückzuziehen.

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Wenn du mich eines Tages weinen siehst, reiche mir eine Hand und lade mich dazu ein, mit dir zu reden, auch wenn es nur ein Gespräch über die Zeit ist. Denn der Beistand, den man verspürt, wenn jemand an unserer Seite ist, wird ausreichen, damit ich mich bei dir so wohl fühle wie daheim.

Wenn du eines Tages merkst, dass ich traurig bin, dann fliehe bitte nicht vor meiner Traurigkeit. Vermittle mir nicht, dass ich unerwünscht bin, gib mir nicht das Gefühl, dass man auf mich verzichten kann und ich unnütz bin. Denn wenn du meine Schatten nicht tolerierst, verdienst du es auch nicht, dich an meinem Licht zu erfreuen.

Erinnere mich daran, dass das Leid, das mir heute mein Leben schwer macht, mir dabei helfen wird, mein Inneres besser kennenzulernen, innezuhalten und meine Gedanken zu ordnen.

Wenn du eines Tages siehst, dass ich traurig bin, und nicht weißt, was du tun sollst, gib mir das Gefühl, dass ich wichtig bin, aber respektiere mein Bedürfnis, mich zurückzuziehen, mich selbst zu finden und kennenzulernen. Lasse nicht zu, dass ich meine Traurigkeit blockiere, denn durch sie kann ich besser nachdenken und meine Welt erforschen.

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Wenn du eines Tages siehst, dass ich traurig bin, sage nichts, liebe mich einfach nur.

Wenn du mich in der Einsamkeit der dunklen Nacht findest, stelle mir keine Fragen, begleite mich nur. Wenn du mich anschaust und ich schaue dich nicht an, denke dir nichts dabei, verstehe mich. Wenn das, was du brauchst, Liebe ist, dann habe keine Angst und liebe mich.

Wenn ich traurig bin, werde ich irgendwann versuchen, mit dir zu sprechen, nämlich dann, wenn ich spüre, dass ich die Kraft dazu habe. Ich werde versuchen, mich wichtig zu fühlen, mich als das, was ich bin, zu akzeptieren und die Güte und die Liebe zu schätzen, die du mir gezeigt hast, als du mich aufgefangen hast, als ich es am meisten brauchte.

Von der Wichtigkeit, diese Nachricht zu verbreiten

Dieser Text könnte von jedem von uns in einem schlechten Moment geschrieben worden sein. Ganz gleich, ob wir Kinder oder Erwachsene sind, eine Umarmung ohne große Fragen hilft uns dabei, unsere Gefühle zu ordnen und zu verstehen, was uns diese mitteilen möchten. Für unser Selbstvertrauen ist es extrem wichtig, dass unser Umfeld unseren Gemütszustand zu jenem Zeitpunkt nicht verurteilt oder verachtet und unseren Wert nicht anhand unseres Leides misst.

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Es gibt Umarmungen, Worte, Blicke und hunderte Gesten, die uns genau das vermitteln. Was uns die Reaktionen unserer Mitmenschen auf sozialer und emotionaler Ebene in Bezug auf unsere Traurigkeit zeigt, wiegt schwer in unserem Koffer.

Wenn uns die Menschen in unserem Umfeld mit Verachtung begegnen, ist es wahrscheinlich, dass wir irgendwann das Gefühl haben, dass es Emotionen gibt, die es nicht wert sind, respektiert zu werden. Oftmals führt das zu einer falschen Identität, bei der davon betroffene Menschen zu fröhlich und optimistisch durchs Leben laufen.

Doch die Traurigkeit vervollständigt auch diesen Teil von uns und unseren Umständen, die unsere Eigenschaften doch so sehr definieren. Wenn wir also sehen, dass ein Mensch aus unserem Umfeld traurig ist, dürfen wir ihn nicht einfach zurückweisen. Denn es geht doch genau darum, dass wir andere so behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten – nicht mehr und nicht weniger.

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