Wenn die Unwissenheit kritisiert, schaut die Intelligenz zu und lacht

· 18. November 2016

Manchmal schweigt jemand zu Kritik, Neid oder Provokation nicht deshalb, weil ihm keine Gegenargumente einfallen oder weil ihm Mut fehlt. Was passiert, ist, dass die Intelligenz schlichtweg schweigt, lacht und sich distanziert, wenn die Unwissenheit spricht.

Wir alle wissen natürlich, dass es nicht gerade einfach ist, die Ruhe zu bewahren, wenn an uns Kritik geübt wird oder uns jemand Vorwürfe macht. Und so zeigt auch eine in der Zeitschrift USA Today  veröffentlichte Studie, dass sich 70% der Menschen von einer Kritik verletzt fühlen, 20%  darauf anspringen und dem Kritiker Wut entgegenbringen, und nur 10%  über sie nachdenken und sie einfach hinter sich lassen, wenn sie nicht gerechtfertigt und das Ergebnis von Unwissenheit ist.

Wenn sich Ignoranz, Neid und Kritik breitmachen, schweigt die Intelligenz, sie hört zu und sie lacht darüber. Denn schließlich ist es die Krankheit der Unwissenden, ihre eigene Unwissenheit zu ignorieren.

Einer der Gründe, warum es uns so schwerfällt, Kritik zu akzeptieren, ist das Bedürfnis, uns akzeptiert und bestätigt zu fühlen. Ein Vorwurf ist der Verlust dieses subtilen persönlichen Gleichgewichts, das von Stolz gestützt wird. Wenn also eine Kritik vollkommen unbegründet ist und vor Unwissenheit nur so strotzt, besteht keinerlei Gefahr für unser Selbstverständnis.

Wir sollten alle verstehen, dass es Diskussionen gibt, die es nicht wert sind, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Wenn es Ohren gibt, die nicht zuhören, und Menschen, die einen beschränkten Horizont haben, wo Erklärungen nicht angenommen werden, ist es besser, zu schweigen, zu lachen und diese Kritik an uns abprallen zu lassen.

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Die Unwissenheit ist der Ursprung der Intoleranz

Legen wir zunächst fest, was Unwissenheit bedeutet. Wir sprechen hierbei nicht von fehlender Bildung oder fehlenden Kenntnissen. Die schädlichste Ignoranz ist diejenige, die keine Nähe, Empathie und Sensibilität kennt, um sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen, und darüber hinaus zeichnet sie sich dadurch aus, dass sie Gefallen daran findet, andere voller Verachtung zu verurteilen.
Das höchste Maß an Unwissenheit wird deutlich, wenn wir etwas ablehnen, von dem wir nichts wissen. Obwohl wir wissen, dass uns Daten oder Informationen fehlen, ziehen wir es vor, unsere Anstrengungen darauf zu verwenden, unsere negative Einstellung zu etwas zu bewahren, anstatt etwas anzunehmen. All diese Einstellungen sind nichts anderes als der Ursprung der Intoleranz und Unhöflichkeit – etwas, was viele von uns schon einmal am eigenen Leib erfahren haben.

Das Schwierigste an all dem ist, dass wir hin und wieder so mit unserem engsten sozialen Umfeld umgehen. Es sind jene Eltern, nahestehenden Verwandte oder Freunde, wir selbst, die unwissentlich andere verurteilen, sich nicht einmal darum kümmern, die Interessen oder Bedürfnisse ihrer Mitmenschen kennenzulernen. In diesen Fällen sind diese Intoleranz, diese Kritiken und diese Anfeindungen besonders schmerzlich.

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Doch mit der Zeit heilen die Wunden, man wird reifer und versteht letztendlich vieles. Man versteht, dass sich Menschen nicht ändern, und dass all diejenigen, die den Schritt weg von der Unwissenheit hin zum Verständnis nicht machen wollten, das nicht taten, weil sie einfach nicht dazu bereit waren. Bei diesen Verhaltensweisen bleibt einem nichts anderes übrig, als den Kampf als verloren anzusehen und die Würde zu behalten, die unsere Seele dazu ermutigt, ruhig zu bleiben. Diese Seele, die versteht, dass es am Ende besser ist, zu schweigen, intelligent darüber zu lächeln und Abstand zu nehmen.

Wenn sich die Intelligenz dazu verpflichtet fühlt, zu reagieren

Es ist nicht immer möglich oder gut, Verachtung und Hohn mit einem Schweigen zu begegnen. Manchmal fühlt sich die Intelligenz dazu verpflichtet, zu reagieren, um ihre Integrität zu verteidigen. Sie tut das, weil es manchmal notwendig ist, die Stimme zu erheben und sich selbst zu behaupten, selbstsicher und mutig, um klarzustellen, wo unsere Grenzen liegen.

Das gilt zum Beispiel bei manipulativen Menschen: Wenn die Stimme der Ignoranz die Grenze des Respekts überschreitet und Verachtung verwendet, um sich selbst zu definieren und Macht zu erlangen, müssen wir einschreiten. Wir dürfen niemals einen manipulativen Menschen die Kontrolle übernehmen lassen. Dazu müssen wir so früh wie möglich dessen Beleidigungen, Kränkungen und spitzfindige Kommentare unterbrechen. Wir müssen deutlich machen, dass sie uns nie mit diesen verletzenden Begriffen angreifen dürfen.

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Ein anderes Persönlichkeitsprofil, das es leider auch im Übermaß gibt, sind die professionellen Peiniger. Bei ihnen handelt es sich um Menschen, die sowohl in der Öffentlichkeit als auch privat versuchen, ihre Mitmenschen zu demütigen, um mehr Macht zu haben. Ab und an kann sich hinter diesem Verhalten auch Neid als Ursache verbergen.

Dem Peiniger macht es nichts aus, selbst erniedrigt, angeschrien oder sogar gewalttätig angegangen zu werden. Doch was ihm etwas ausmacht, ist die Gleichgültigkeit, mit der wir ihm vermitteln, dass er keine Macht über uns hat. Wir geben ihm deutlich zu verstehen, was wir von seinem Verhalten halten. Das tun wir am besten, indem wir entschieden vorgehen und immer wieder den Blick zu ihm suchen und uns selbstsicher geben. Später, wenn er weiterhin diese Schiene fährt, zeigen wir ihm dann, dass es uns nichts ausmacht, was er tut oder sagt, dass er keinen Einfluss auf uns hat.

Zusammenfassend wissen wir alle, dass uns die verletzendste Unwissenheit nie Gutes tun wird. Sie ist nur ein lästiges Unkraut. Überlege dir immer gut, welche Kämpfe es wert sind, ausgetragen zu werden und welche nicht. Denn am wichtigsten ist es, nie unseren inneren Frieden zu verlieren, unsere innere Ruhe. Sei klug, sei vorsichtig und verstehe, dass Kleingeister niemals große Träume verstehen werden und dass es taube Ohren gibt, auf die weise Worte stoßen können.