Welchen Einfluss hat Meditation auf dein Gehirn und deinen Körper?

3. September 2019
Erfahre in unserem heutigen Artikel mehr darüber, welchen Einfluss Meditation auf dein Gehirn und deinen Körper hat!

Es gibt sehr viel Literatur über Meditation und ihre positive Wirkung. Ursprünglich kam die Meditation als eine Neuheit aus dem Osten zu uns. Heutzutage wird sie jedoch auch von vielen Menschen in der westlichen Welt regelmäßig praktiziert. Aber weißt du auch, welchen Einfluss Meditation auf dein Gehirn und deinen Körper hat?

Die Vorteile, die tägliche Meditation bietet, sind sehr vielfältig. Allerdings wollen wir dir heute aufzeigen, wie genau diese Technik funktioniert und dir auch die Gründe dafür nennen, warum sie wirkt. Wir werden dir erklären, wie dein Gehirn und dein Körper sich durch die regelmäßige Praxis verändern werden.

Durch Meditation trainierst und formst du dein Gehirn. Aufgrund der Veränderung deines Geistes werden auch deine Emotionen und dein Körper beeinflusst und verändert. Damit du verstehen kannst, welchen Einfluss die Meditation auf dein Gehirn und deinen Körper hat, wollen wir dir zunächst einige Informationen darüber geben, wie einzelne Teile deines Gehirns funktionieren.

“Nur in meiner tiefen Meditation erfahre ich, wer ich wirklich bin.”

-Sri Chimnoy-

Dein Gehirn: Willkommen in einer faszinierenden Welt!

Während der Meditation werden verschiedene Bereiche deines Gehirns aktiviert. Nachfolgend erfährst du, welche das sind und  wie sie funktionieren:

  • Der laterale präfrontale Cortex (LPFC) ist der Teil des Gehirns, der uns eine rationalere Sichtweise auf die Dinge ermöglicht. Dieser Teil des Frontallappens der Großhirnrinde ist für die Regulierung unserer Emotionen verantwortlich und sorgt dafür, dass wir nicht alle Geschehnisse ausschließlich emotional bewerten. Der laterale präfrontale Cortex wird auch exekutives Gehirn genannt.
  • Der mediale präfrontale Cortex (MPFC) ist der Teil deines Gehirns, der permanent zu dir über dich selbst spricht; deine Erfahrungen, deine Ideen und deine Ziele. Er verarbeitet alle Informationen, die dich und deine Beziehungen zu deinem Umfeld betreffen und wird daher auch als Selbstreferenzzentrum bezeichnet. Der MPFC besteht aus zwei Bereichen. Einer davon verstärkt den Hang zum Grübeln und Besorgnis. Der andere Teil spielt eine wichtige Rolle bei der Empathie.
  • Die Inselrinde (Insula) steuert deine Sinneswahrnehmungen und dein Schmerzempfinden. Außerdem ist sie Teil eines komplexen Systems, das das Ausmaß deiner Reaktionen auf körperliche Empfindungen reguliert.
  • Die Amygdala ist unser organisches Alarmsystem, daher wird sie auch als Angstzentrum bezeichnet. Wenn wir eine Situation als bedrohlich empfinden, dann wird in der Amygdala die „Kampf oder Flucht“-Reaktion ausgelöst.
dein Gehirn - Frau

Wie arbeitet dein Gehirn, wenn du nicht meditierst?

Wenn du nicht meditierst, dann kann es passieren, dass du dich in deinem Gehirn „gefangen fühlst“, da es stärker vom Selbstreferenzzentrum (MPFC) beeinflusst wird. Darüber hinaus verbindet sich dieses Zentrum dann mit den Bereichen deines Gehirns, die Ängste verursachen.

Dadurch entstehen wiederum starke neuronale Verbindungen zwischen diesen beiden Zentren. Daher wird der Großteil der aufgenommenen Informationen im medialen präfrontalen Cortex verarbeitet.

Diese Abhängigkeit erklärt, warum manche Menschen permanent negative Gedanken haben. Da die Verbindung zwischen dem Selbstreferenzzentrum und dem exekutiven Gehirn schwach ausgeprägt ist, können wir nur schwer rationale Entscheidungen treffen.

Daher ist es wichtig, dass wir die Funktionalität des exekutiven Gehirns verbessern. Dadurch wird nämlich gleichzeitig die Aktivität des Selbstreferenzzentrums reduziert. Und dieses Zentrum ist dafür verantwortlich, dass wir viele Dinge persönlich nehmen und oftmals zu emotional reagieren.

Gleichzeitig verbessert sich die Aktivität in dem Teil unseres Gehirns, der dafür sorgt, dass wir die Gefühle anderer Menschen wahrnehmen können. So funktioniert grundsätzlich die Verarbeitung aller Informationen, die wir aufnehmen: fehlerhafte oder falsche Informationen werden verworfen und übermäßiges Grübeln und sorgenvolle Gedanken werden verhindert.

Welche Auswirkungen hat regelmäßige Meditation auf dein Gehirn?

Wenn du regelmäßig meditierst, verändern sich verschiedene Dinge in deinem Gehirn. So wird beispielsweise die Verbindung zwischen dem Selbstreferenzzentrum und den Bereichen im Gehirn, die für Angst verantwortlich sind, immer schwächer. Dadurch vermindert sich dann auch die Intensität der Ängste, die du empfindest. Dies erklärt teilweise, warum sich Ängste und Angststörungen abschwächen, wenn Menschen regelmäßig meditieren.

Gleichzeitig wird die Verknüpfung zwischen dem exekutiven Gehirn und dem Angstzentrum gestärkt. Wenn wir dann körperlich Angst empfinden oder uns durch etwas bedroht fühlen, ist das Gehirn in der Lage, diese Situation rational zu beurteilen. Dadurch wird gleichzeitig die Angstreaktion verhindert. Darüber hinaus kannst du auch übermäßiges Grübeln und Gedankenkreisen abwenden, denn das Gehirn kann die Situation rational bewerten.

“Meditation ist ein Muss, damit du wirklich lieben kannst. Jeder sollte dazu fähig sein, alleine zu sein, völlig alleine und dennoch gleichzeitig absolut glücklich. Erst dann kannst du lieben.“

-Osho-

Ein weiterer Vorteil: Empathie

In einem Gehirn, welches regelmäßig meditiert, werden die Verbindungen zwischen dem Selbstreferenzzentrum und dem Zentrum für die körperlichen Empfindungen bezogen auf Empathie extrem gestärkt.

Durch Meditation aktivieren wir den Teil des Gehirns, der für unser Empathievermögen zuständig ist: die Insula. Dadurch gelingt es uns, den mentalen Zustand anderer Menschen, ihre Sehnsüchte, Träume und ihre Motivation besser zu verstehen.

dein Gehirn - Mann

Körper, Gehirn und Meditation

Wenn unsere negativen Emotionen weniger werden, dann wirkt sich dies offensichtlich direkt auf unser Immunsystem aus. Außerdem senkt regelmäßige Meditation den Blutdruck und erweitert die Blutgefäße.

In einigen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen transzendentaler Meditation und der Senkung des Blutdrucks nachgewiesen. Außerdem hat Meditation positive Auswirkungen auf das endokrine System. Durch Meditation schüttet der Körper vermehrt Endorphine, die sogenannten Glückshormone, aus. Dadurch gelingt es uns leichter, die Ausschüttung von Stresshormonen zu reduzieren.

Du hast nun gesehen, welcher enge Zusammenhang zwischen deinem Körper und Gehirn und regelmäßiger Meditation besteht. Wenn du dich dazu entschließt, mit der Meditation zu beginnen, dann empfehlen wir dir, dass du sie bei einem erfahrenen Lehrer erlernst.

Außerdem ist es wichtig, dass du regelmäßig praktizierst. So kannst du am meisten von den Vorzügen der Neuroplastizität profitieren. Wichtig ist es, dass du die Meditation zu einem festen Bestandteil in deiner täglichen Routine machst.

“Beruhige deinen Geist und deine Seele wird zu dir sprechen”

-Tracy Kennedy-

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