Negative Gedanken in positive verwandeln: Wie können wir das tun?

· 21. November 2018

Dieser negative, verbietende und obsessive Dialog in unserem Kopf vermittelt uns das Gefühl, in einem schwarzen Loch gefangen zu sein. Das Licht erlischt und die Hoffnungen verblassen, eine nach der anderen. Es ist also mehr als eine Notwendigkeit, zu lernen, negative Gedanken in positive zu verwandeln; es ist ein Überlebens- und Gesundheitswerkzeug, um die Last der Angst zu verringern und uns voll zu entwickeln.

Experten der Emotionspsychologie sagen, dass es zulässig sei, bis zu drei negative Gedanken pro Tag zu fassen. Es ginge nämlich keineswegs darum, die Augen vor der Realität zu verschließen, die Jalousien vor Schwierigkeiten, Ängsten und Sorgen herunterzulassen. Der Schlüssel liege darin, uns nicht von jenen Denkmustern mitreißen zu lassen, durch die wir den Zugang zur Resilienz, zur Motivation und zur persönlichen Überwindung verhindern.

Denken wir nach: Wir alle haben Gedanken dieses Kalibers. Gedanken, die in einem bestimmten Moment laut werden und uns sehr charakteristische Botschaften diktieren: „Du bist es nicht wert“, „Du wirst es nicht schaffen“, „Du wirst scheitern, egal wie sehr du es versuchst“, „Du wirst wieder verlieren“.  Wir sind Menschen und der Verstand neigt viel häufiger dazu, zu driften, als wir es uns wünschen.

Bedenken wir nun, was uns vom berühmten Neuroimaging-Labor der University of California (Kalifornien, USA) offenbart wurde: dass jeder von uns an einem Tag bis zu 70.000 Gedanken fasst. Und ja, ein großer Teil von ihnen ist negativ, einschränkend und frustrierend. Angesichts dieser klebrigen Präsenz und dieser kraftvollen Momente bleibt uns nur die Möglichkeit, sie zu akzeptieren und zu transformieren. Schauen wir uns an, wie wir negative Gedanken in positive umwandeln können!

„Obsessive Gedanken sind das Holz, das das Feuer der Wut nährt, ein Feuer, das nur gelöscht werden kann, wenn man die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachtet.“

Daniel Goleman

Frau hält eine Wolke fest, die negative Gedanken repräsentiert

Lerne, negative Gedanken in positive zu verwandeln

Ein negativer emotionaler Zustand erzeugt negative Gedanken und nährt sich von ihnen. Das ist etwas, das die meisten von uns verstehen, aber nur selten bemerken. Wir tun es nicht, weil wir uns nicht die Zeit nehmen oder die falschen Strategien anwenden, um diese schädlichen emotionalen Universen zu verwalten.

Zum Beispiel beziehen wir uns auf das Gefühl, mit dem wir manchmal von der Arbeit zurückkehren, wo Müdigkeit, Unbehagen und Sorgen wie gigantische Satelliten um uns herum kreisen. Wir wollen jedoch nicht darauf achten, ziehen es vor, die Verbindung zu trennen und nicht auf die Ursachen der Probleme einzugehen, die in den schwarzen Löchern verharren, die immer größer und größer werden, zu denen wir aber den Blickkontakt verweigern.

Tag für Tag verändern diese negativen Emotionen unsere innere Sprache und die Qualität unserer Gedanken. Unbehagen und Frustration lassen jene mentalen Muster keimen, in denen nur negative und obsessive Dialoge wachsen. So, und im Falle, dass diese Zustände sehr lange andauern, werden wir am Ende die Tür offen lassen, damit der Sog der Depression oder Angststörung uns erfasst.

Erkenne negative Gedanken und akzeptiere sie ohne Widerstand

Die University of Rhode Island (Rhode Island, USA) veröffentlichte im Jahr 2012 in der Zeitschrift Psychology and Aging  eine interessante Studie, in der es darum ging, wie sich negative Gedanken auf jede Altersgruppe auswirken. Die Ergebnisse waren sehr deutlich: Ob wir nun jung oder schon älter sind, diese psychologischen Realitäten erzeugen Spannungen und sind oft der Auslöser von Krankheiten.

Zunächst einmal ist eine Schlüsselstrategie, um negative Gedanken in positive umzuwandeln, zu wissen, wie man einen negativen Dialog erkennt, denn wir merken kaum, inwieweit wir obsessiven, negativen und einschränkenden Gedanken untergeordnet sind.

  • Wir müssen diese negativen Überlegungen aufdecken. Es gibt dafür nichts Besseres, als ein Tagebuch zu führen und aufzuschreiben, was wir zu jeder Tageszeit im Kopf haben.
  • Negative Gedanken sollten nicht versteckt oder blockiert werden. Es geht darum, sie so zu akzeptieren, wie sie sind, wie sie kommen. Einmal erkannt, muss der zweite Schritt zweifellos darin bestehen, sie zu „transformieren“.

Einer der Schlüssel, um negative Gedanken in positive zu verwandeln, ist die Identifizierung des negativen Dialogs.

Frau schreibt am Strand

Kontrastiere, widerlege, schwäche

Ist dieses negative Denken gerechtfertigt? Welchen Beweis habe ich, dass das, was ich denke, der Realität entspricht? Wir müssen verstehen, dass, nur weil wir etwas denken, es nicht wahr sein muss. Unser Verstand mag uns trügen, lässt sich vom Wind der Angst, vom Schatten der Furcht und von der Notwendigkeit, immer in unserer Komfortzone zu bleiben, lähmen.

Nimm deine Gedanken nacheinander unter die Lupe und suche nach Beweisen, die jede dieser Ideen beweisen oder widerlegen.

Ein weiterer Schlüssel, um negative Gedanken in positive zu verwandeln, ist es, sie zu reflektieren.

Formuliere den Gedanken auf eine angemessene Weise um

Wenn wir unsere Gedanken auf eine angemessenere Weise umformulieren, nehmen wir ihr ihre negative Kraft. Es ist jedoch notwendig, es richtig zu tun und uns nicht zu einer naiven und unrealistischen Positivität hinreißen zu lassen. Nennen wir ein paar Beispiele.

  • Man wird mich entlassen ⇔ Heute gibt es keine offensichtlichen Beweise dafür, dass dies passieren wird, und ich arbeite gut. Andererseits, falls es passieren sollte, so weiß ich, dass ich reagieren muss. Was ich also tun muss, ist, andere Wege zu erkunden, während ich bestrebt bleiben, in meinem bisherigen Job mein Bestes zu geben.
  • Mein Partner liebt mich nicht mehr so wie früher ⇔ Welchen Beweis habe ich dafür? Wenn ich das wirklich glaube, sollte ich mit ihm darüber reden. Ich muss verstehen, dass Beziehungen von Tag zu Tag gepflegt werden müssen, und wenn meine Einstellung negativ ist, verschlimmere ich die Situation.
  • Etwas Schlimmes wird passieren⇔ Was lässt mich das denken? Stimmt etwas nicht mit meinem Leben? Ich muss verstehen, dass heute alles in Ordnung ist. Mir und meinen Mitmenschen geht es gut. Das Beste ist, meinen Geist von jenen unbegründeten Sorgen abzulenken, neue Projekte anzugehen, Hobbys nachzugehen, um Motivation zu finden.
Scheideweg zwischen Niederlage und Erfolg

Lasse negative Emotionen abfließen und benetze dich selbst mit positiven Emotionen

Wir haben zu Beginn darauf verwiesen, dass Emotionen die Qualität unserer Gedanken bestimmen. So ist eine Strategie, um den Lauf dieses wandernden, negativen Geistes, der von fatalistischen und negativen Ideen besessen ist, zu stoppen, positive Emotionen anzunehmen.

Oftmals führt eine kleine Änderung in unseren Routinen zu einer produktiven Veränderung. Uns Freizeit und Qualität zu geben, bietet Erleichterung und Wohlbefinden. So bringen Praktiken, die so nützlich sind wie Achtsamkeit, Kunsttherapien oder sogar das Kennenlernen neuer Menschen, immer bereichernde Vorteile.

Der Verstand mag in die Dunkelheit abrutschen. Wenn das passiert, gibt es nichts Besseres, als ihm ein Fenster zu öffnen, über das wieder Licht einfällt, das neue Perspektiven und Möglichkeiten offenbart. Lasst uns das in die Praxis umsetzen, lasst uns lernen, die Kontrolle über unsere Gedanken zu übernehmen.