Welche psychischen Faktoren helfen, die sportliche Leistung zu verbessern?

· 4. Juni 2018

Über Jahre hindurch haben wir ein gesteigertes Interesse am psychischen Aspekt der Leistung beobachtet. Psychologen und Profisportler beschäftigen sich immer häufiger mit der Frage, welche psychischen Variablen über Erfolg und Misserfolg bestimmten und wie sich mit ihrer Hilfe die sportliche Leistung verbessern lässt?

Hochleistungssportler behaupten, dass 90 % ihres Erfolgs vom mentalen Training und ihrer geistigen Stärke herrühren. Im Profisport gibt es zwischen Sportlern, was das körperliche Potenzial und die Trainingspläne angeht, keine großen Unterschiede mehr. Die für den Erfolg ausschlaggebenden Faktoren liegen daher im psychischen Bereich.

Es ist also klar, dass geistige Faktoren die sportliche Leistung beeinflussen. Dies trifft sowohl auf Spitzensportler als auch auf jeden Freizeitsportler zu. Heute haben wir wissenschaftliche Belege, die diese Erfahrungen stützen. Menschen, die Sport treiben, egal ob sie Profis oder Amateure sind, können davon profitieren, gewisse psychische Strategien zu verfolgen. Diese können ihnen dabei helfen, ihre Kapazität und sportliche Leistung zu verbessern.

„Im Leben gewinnt nicht immer, wer stärker und schneller ist. Früher oder später siegst du, wenn du siegessicherer bist.“

Arnold Palmer

Leichtathlet

Welche psychischen Faktoren beeinflussen die sportliche Leistung?

Wir alle wissen, dass unser Körper profitiert, wenn wir regelmäßig Sport treiben. Studien zeigen zudem immer wieder, dass Sport auch unserer geistigen Gesundheit guttut. Er verbessert unsere Aufmerksamkeit und steigert das Selbstwertgefühl.

Die psychischen Faktoren, die die sportliche Leistung am meisten beeinflussen, sind Motivation, Konzentration, emotionale Kontrolle und Selbstvertrauen.

  • Motivation: Sie ist für jeden Bereich wichtig, in dem du deine Leistung optimieren möchtest, nicht nur im Sport. Denke an Sportler, die ständig Höhen und Tiefen, Siege und Niederlagen erleben. In ihrem Fall ist es meist die intrinsische Motivation und Liebe für das, was sie tun, was ihnen dabei hilft, den Kopf zu heben und aufzustehen. Ob nach einem Fehlpass, einem schrecklichen Rückschlag oder einer unerwartet schlechten Leistung.
  • Konzentration: Sportler müssen die Fähigkeit haben, sich zu konzentrieren. Alle Handlungen, selbst die einfachsten oder intuitiven, erfordern Konzentration. Eine schlecht ausgeführte Bewegung kann zu einem Verlust oder einer Verletzung führen. Dies kann Monate an Vorbereitung ruinieren. Deshalb ist ein Sportler selbst bei einem gewöhnlichen Training auf sein Tun konzentriert. Wir werden kaum einen Läufer mit Kopfhörern trainieren sehen.
  • Emotionale Kontrolle: Das mentale Training, welches dabei hilft, Emotionen und Zweifel zu kontrollieren, kann den Unterschied zwischen Erfolg und Versagen ausmachen. Wenn eine schwache emotionale Kontrolle die Leistung eines Sportlers beeinträchtigt, liegt das oft daran, dass seine Konzentration unter seinen Emotionen leidet.
  • Selbstvertrauen: Schließlich ist das Vertrauen auf die eigene Fähigkeit, die Aufgabe erfolgreich abzuschließen. Sie ist Bedingung für den Erfolg.

„Du kannst dich sowohl durch Angst als auch durch Belohnung motivieren. Doch beide Methoden sind nur zeitlich begrenzt wirksam. Die einzige Sache, die in ihrer Wirkung von Dauer ist, ist die Eigenmotivation.“

Homer Rice

Tennisschläger und -ball

Mentale Techniken, wenn wir die sportliche Leistung verbessern wollen

Um Profisportler zu werden, bedarf es eines hohen Maßes an emotionaler Beteiligung. Zunächst müssen Sportler ihre Stärken und Schwächen kennen. Dann können sie personalisierte Techniken nutzen, um sowohl ihre Leistung als ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Wenn das Training nicht auf den Sportler zugeschnitten ist, könnte es kontraproduktiv wirken.

Die Techniken, die Sportler am meisten nutzen, um ihre Leistung zu verbessern, sind folgende:

  • Aufmerksamkeitssteuerung: Dazu zählt sowohl die interne als auch die externe Aufmerksamkeit. Bei der internen Aufmerksamkeit fokussiert sich ein Sportler auf das, was in seinem eigenen Körper stattfindet (Gedanken, innere Dialoge, Gefühle und Bewegungen). Die externe Aufmerksamkeit richtet sich auf das, was sich außerhalb des eigenen Körpers befindet.
  • Ziele setzen: Das hilft Sportlern dabei, die Übersicht über ihr Arbeit zu behalten. Sie visualisieren darüber hinaus, was sie erreichen müssen, um ihr Endziel zu realisieren.
  • Eigenbefehle: Dies sind Botschaften oder kurze Bestätigungen, die wir uns selbst vermitteln, um unserer Motivation oder Konzentration auf die Sprünge zu helfen. Dabei ist es wichtig, rationale, positive und realistische Bestätigungen zu nutzen.
  • Entspannung: Eine Entspannungstechnik ist jede Methode, Prozedur oder Handlung, die dabei hilft, die körperliche und/oder mentale Anspannung zu mindern. Sie ist dafür da, um Stress und Angst zu senken und sie durch Ruhe zu ersetzen.
  • Mentale Repräsentation: Mentale Repräsentationen sind Wege, die Realität zu verarbeiten und über sie zu reflektieren.

Schließlich ist es wichtig, sich zu merken, dass der Sport, vor allem der Hochleistungssport, viel Schmerz und Leid beinhaltet. Und es ist nicht nur der körperliche Schmerz, den der Sport selbst verursacht, sondern auch die psychische Belastung, die er mit sich bringt. Das hat zur Folge, dass der Sport ein mächtiger Lehrer der Belastbarkeit ist. Viele der psychologischen Techniken, die Sportler nutzen, sind solche, die wir in anderen kompetitiven und fordernden Rahmen ebenfalls nutzen können.

„Ich habe jede Minute des Trainings gehasst, aber ich habe mir gesagt: ‚Gib nicht auf. Quäle dich jetzt und lebe den Rest deines Lebens als Champion.“

Muhammad Ali