Welche Masken trägst du?

11 September, 2020
Obwohl jeder hin und wieder eine Maske trägt, gibt es Menschen, die so lange Masken tragen, dass sie zu einem Teil ihrer selbst werden. Warum brauchen wir überhaupt eine Maske? Welche Arten gibt es und was verbirgt sich dahinter? Erfahre heute mehr darüber!

Masken sind Hilfsmittel, mit denen sich Menschen häufig an ihre Umstände anpassen. Es ist eine Möglichkeit, sich selber neu zu erfinden, um vorwärts zu kommen. Sie erlauben dir, vorzugeben, dass du alles kannst und helfen dir, dich vor dem zu schützen, was dich verletzen könnte.

Mit anderen Worten, das Aufsetzen einer Maske ist ein unbewusster Abwehrmechanismus, der einsetzt, wenn du dich bedroht fühlst. Dieser Mechanismus kann dir helfen, zu überleben. Daher ist das Tragen von Masken nicht immer etwas Schlechtes.

Das bedeutet, dass die Maske, die du trägst, unter gewissen Umständen nicht ihren adaptiven Zweck erfüllt. Stattdessen tut sie genau das Gegenteil. Diese Masken, die du selbst dann nicht abnehmen kannst, wenn du es möchtest, waren Gegenstand zahlreicher psychopathologischer Studien. Sie werden in der Gestaltpsychologie “Ego” oder im Psychodrama “kulturelle Konserve” genannt.

Masken - weiße Porzellanmaske

Wann brauchst du eine Maske?

Menschen erlernen schon in jungen Jahren, Masken zu verwenden. Vermutlich hast du gelernt, sie zu nutzen, als du festgestellt hast, dass du unter gewissen Umständen nicht immer das tun kannst, was du möchtest, wenn du akzeptiert werden willst.

Zum Beispiel lernst du, dass du deine Frustrationen oder deine Wutanfälle kontrollieren solltest, um die Zustimmung deiner Eltern zu bekommen. Oder dass du geduldig und freundlich mit deinen Klassenkameraden umgehen solltest, um von ihnen akzeptiert zu werden.

Diese Masken setzen die Grenzen in deinen Beziehungen zu anderen Menschen. Sie repräsentieren die unterschiedlichen Rollen, die du in deinem Leben spielen musst. Mit Masken kannst du deine Impulse überprüfen und sie helfen dir bei der Entwicklung wichtiger Fähigkeiten wie Empathie.

In bestimmten Situationen trägst du vermutlich auch eine Maske für dich selber. Wenn du schwere Zeiten erlebst, benötigst du möglicherweise die Maske der Stärke, um sie zu überstehen. Sobald sie ihren Zweck erfüllt hat, kannst du sie abnehmen.

Welche verschiedenen Masken gibt es?

Masken sind ein Teil des Lebens. Einige schützen dich, während andere dir schaden können. Interessanterweise nutzen verschiedene Menschen dieselben Masken.

Hier findest du einige der häufigsten Arten:

  • Das gute Kind. Dieses Kind erlernte schon in jungen Jahren, dass andere es akzeptieren, wenn es sich benimmt. Daher fällt es dem guten Kind schwer, Grenzen zu setzen oder seine Meinung zu vertreten, denn es hat Angst davor, nicht akzeptiert zu werden. Diese Menschen versuchen einfach, andere zufriedenzustellen.
  • Der Kämpfer. Die harten Kämpfe, die Menschen führen müssen, um die Widrigkeiten des Lebens zu überwinden, erschaffen diese Maske. Außerdem hilft sie dabei, die Ängste und Unentschlossenheit beiseite zu schieben, wenn Menschen die Verantwortung übernehmen müssen.
  • Die apathische Maske. Diese Maske der Gleichgültigkeit lässt dich als unempfänglich für das erscheinen, was um dich herum geschieht. Darüber hinaus verteidigt sie dich gegen äußere Bedrohungen und erlaubt dir, dein eigenes Leiden zu verbergen.
  • Der Retter. Er will jeden retten und liebt die aussichtslosen Fälle.
  • Der Leidende. Menschen, die diese Maske tragen, haben bereits in jungen Jahren gelernt, dass das Leben miserabel ist und der einzige Weg, Liebe zu erhalten, darin besteht, das Opfer zu spielen.

Weitere gängige Masken:

  • Der harte Typ. Dies ist eine Maske, die besonders empfindsame Menschen sehr häufig tragen, weil sie Angst davor haben, verletzt zu werden oder verletzlich zu wirken. Aufgrund dieser Angst haben sie gelernt, ihre Empfindsamkeit zu verbergen und stattdessen nur Wut oder Aggression zu zeigen.
  • Little Miss Sunshine”. Einigen Menschen fällt es schwer, Emotionen wie Traurigkeit, Wut oder Verlust zu akzeptieren. Daher setzen sie stets ein Lächeln auf und geben vor, dass alles in bester Ordnung sei. Letztendlich laufen sie vor ihren eigenen Gefühlen davon.
  • Der Clown. Der Clown nutzt Humor, um seine Emotionen zu verbergen. Diese Maske ähnelt der vorherigen. Eine Facette dieser Maske ist, dass diese Menschen häufig befürchten, andere würden sie nicht mehr akzeptieren, wenn sie aufhören würden, die ganze Zeit zu scherzen und sich stattdessen ernsthaft zu verhalten.
Masken - schwarze und weiße Maske

Wenn du deine Maske nicht ablegen kannst

Alle oben genannten Masken helfen dir, dein wahres Selbst vor potentiellen Bedrohungen zu schützen. Allerdings trägst du diese Masken manchmal so lange, dass du sie gar nicht mehr ablegen kannst. Infolgedessen weißt du irgendwann nicht mehr, wer du wirklich bist. Ist die Maske ein Teil deiner Essenz?

Wenn du dir diese Frage stellst, bedeutet das, dass du diese Maske bereits viel zu lange getragen hast. Daher funktioniert diese Maske, die dich zuvor geschützt hat, dann auch nicht mehr. Jetzt ist sie nur eine Barriere, die dich von deinen Emotionen, Wünschen und Werten abschneidet. Es ist so, als würdest du einen Teil dessen verlieren, wer du wirklich bist. Dieser Verlust der Verbindung zu dir selbst kann dich auf eine unsichere Bahn führen, auf der du immer wieder versuchst, dieselbe Maske zu tragen.

Allerdings ist es sehr schwer, manche Masken abzulegen. Wenn du beispielsweise für lange Zeit den starken Typen oder die starke Frau gespielt hast, dann könntest du denken, dass dein Umfeld dich nicht mehr lieben könnte, wenn diese Menschen herausfinden, dass du in Wahrheit verletzlich bist.

Letztendlich solltest du versuchen, all deine Masken abzulegen. Betrachte dich selber im Spiegel. Schaue dir an, wer du wirklich bist. Verbinde dich mit deinem wahren Selbst, damit du dich selber lieben kannst. Bis du nicht wirklich authentisch mit dir selber sein kannst, wird es dir sehr schwerfallen, anderen zu zeigen, wer du wirklich bist.