Weil ich nicht wusste, dass es unmöglich war, konnte ich es schaffen

12. Januar 2016 en Psychologie 301 Geteilt

Es waren einmal zwei Buben, die auf gefrorenem Gewässer Schlittschuh liefen. Es war ein nebliger und kalter Nachmittag, aber die Kinder spielten sorglos miteinander. Plötzlich jedoch brach das Eis und einer der Buben fiel ins Wasser und war unter der Eisschicht gefangen. Der andere Junge nahm sich, beim Anblick seines ertrinkenden Freundes, einen Stein und begann mit all seiner Kraft auf das Eis einzuschlagen, bis es schließlich brach, er seinen Freund herauszog und ihn rettete.

Als die Feuerwehrmänner eintrafen und sahen, was sich zugetragen hatte, fragten sie sich, wie der Junge es schaffte, diese dicke Eisschicht zu durchbrechen: „Es ist unmöglich, dass er sich mit diesem Stein und seinen kleinen Händen durch sie hindurch kämpfen konnte.“

Im selben Moment tauchte ein Greis auf und sagte: „Ich weiß, wie er es schaffte.“

„Wie?“

„Es gab niemanden in seiner Nähe, der ihm hätte sagen können, dass er es nicht schaffen könne.“

Wie viele von euch haben schon einmal etwas auf halber Strecke aufgegeben, weil jemand euch sagte, es sei besser, es zu lassen da ihr eurer Ziel nie erreichen werdet? Wahrscheinlich ist dies uns allen mehr als einmal passiert, und das auch noch sehr unterschiedliche Lebensfragen betreffend.

Schon zu oft wurde man zu hart verurteilt. Von Lehrern, Vater und Mutter, Geschwistern, Freunden, als sei es ihre Aufgabe, uns in vollständig unnütze Wesen zu verwandeln. Ich weiß, es hört sich hart an, aber ich habe ihren mitleidigen Blick schon zu oft gesehen, wenn ich vor Aufgaben stand, die sie als vergeblich ansahen.

Und es ist wahr, dass es uns allen schon so ergangen ist. Es gibt eine unendlich lange Liste an Dingen, die wir im Laufe unserer Existenz nicht gemacht haben, weil uns gesagt wurde, dass wir es nicht schaffen würden und wir haben es geglaubt. Die Vielzahl an Optionen, die das Leben uns geboten hat, die wir nicht einmal versucht haben, zu nutzen, ist gewaltig. Und das nur, weil wir von vornherein „wussten“, dass wir unser Ziel nicht erreichen würden.

Es gibt viele Formen der Entmutigung, und jede einzelne davon ist schmerzhaft. Ich konnte mir hunderte Male anhören: „Du wirst das nicht schaffen“ – „Verliere keine Zeit“ – „Du verschwendest dein Leben“  und noch eine Unmenge solcher Sätze.

Aber in den meisten Fällen ist es doch etwas subtiler. Ich musste mitleidige, spöttische und höhnische Blicke über mich ergehen lassen. Blicke, die Unverständnis über Bemühungen, die über das herkömmlichen Streben hinausgingen, zum Ausdruck brachten. Bemühungen, die große und auch kleine Helden angestellt haben, um etwas zu erreichen.

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Es gibt Menschen, die denken, dass man es niemals schaffen wird, eine Sprache zu lernen, sich fit zu halten, seine Schüchternheit zu überwinden, einen Pokal zu gewinnen oder fahren zu lernen. Wir haben das unzählige Male erlebt. Und wir haben außerdem tausende Male beobachtet, dass die brutalsten und erschütterndsten Behauptungen aus der Familie oder der Schule kamen. Warum?

Weil wir uns aufgrund dieser zwei großen Eckpfeiler weiterentwickeln und unsere Bewältigungsfähigkeiten ausleben. Das heißt, wenn wir klein sind, bremst uns das, was andere sagen nicht nur aus, oder gibt uns einen Anreiz, sondern es bildet außerdem unsere Identität und das Bild, das wir von uns selbst haben.

Wenn man zudem davon ausgeht, dass wir die Verhaltensmuster reproduzieren, die wir von den Menschen in unserer Umgebung lernen, ist es sogar wahrscheinlich, dass wir dachten, es sei generell unmöglich, dass überhaupt jemand etwas erreicht. Letzten Endes ist es statistisch gesehen wahrscheinlich, dass wir selbst die Sünder sind, die so manchen Traum schon zerstört haben. Obwohl wir, wenn wir wissen, dass das schlecht ist, versuchen, es zu vermeiden.

Wenn es sich auf die eine Art nicht machen lässt, dann wird man es auf eine andere schaffen. Wie Edison sagte: „Die, die sagen, dass etwas unmöglich sei, sollen nicht die verurteilen, die es trotzdem versuchen.“  Wir können alles machen, was wir wollen, wenn wir es nur ausreichend versuchen. Denn es zu wollen heißt nicht, es auch zu können. Doch natürlich ist es hilfreich und der Wille bildet den Weg zum Ziel.

Jeder, der sich der heutigen Geschichte über die spielenden Kinder annimmt, kann seine eigene Eisschicht durchbrechen und sich vor einem sicheren Tod retten. Wir haben in unserem Innersten die Stärke tausendmal hinzufallen und tausendundeinmal wieder aufzustehen. Wir haben die Stärke, Tränen zu vermeiden und niemals unser Lächeln zu verlieren. Wir haben den Mut, uns dem Schmerz zu stellen und die Glasscherben wieder zusammenzusetzen, die ein anderer verursacht hat.

Die, die ein bestimmtes Ziel verfolgen, wissen, dass dieses zu stabilisieren der erste Schritt ist; sich den Mördern unserer Träume gegenüber taub zu stellen der zweite; und den Punkt zu erreichen, an dem es kein Zurück gibt, der dritte. Eben der Punkt, an dem uns nichts anderes übrig bleibt, als das zu schaffen, was wir uns vorgenommen haben.

Wir können, wenn wir wollen, unsere offenen Rechnungen begleichen, denn ich sage es euch mit den Worten von Seneca: „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

Wenn du also da hinkommen willst, wo die meisten niemals hinkommen werden, musst du auch das tun, was diese nicht tun: Glaube an dich!

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