Was sagt deine Körperhaltung über dich aus?

Deine Körperhaltung spiegelt nicht nur wider, was du gerade fühlst, sondern auch deine Einstellung zu dem, was um dich herum passiert. Finde heraus, was du durch deine nonverbale Sprache projizierst.
Was sagt deine Körperhaltung über dich aus?

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2022

Die nonverbale Sprache spielt eine Schlüsselrolle in der Kommunikation. Die Gesten und die Steh- oder Sitzposition des Gesprächspartners verraten viel über seinen Gemütszustand, seine Absichten und seine Einstellung dir selbst gegenüber. In den meisten Fällen erfolgt die nonverbale Kommunikation unbewusst, doch sie ist sehr aufschlussreich. Was sagt deine Körperhaltung über dich aus?

Der Körper spiegelt die Gemütsverfassung sehr genau wider, was sich auch Therapeutinnen und Therapeuten zunutze machen, um ihre Patienten besser zu verstehen. Die Körperhaltung eines Menschen ist sehr charakteristisch, deshalb sind wir daran schon von Weitem zu erkennen. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Körperhaltung und Emotionen

Die nonverbale Sprache drückt unsere Emotionen aus: In glücklichen Situationen bist du offen und entspannt, Angst oder Traurigkeit hingegen bewirken, dass du dich in dich selbst zurückziehst. Der Gemütszustand und die Persönlichkeit eines Menschen bestimmen auch die Körperhaltung. Wir können schüchterne oder extrovertierte Menschen in den meisten Fällen auf den ersten Blick an ihrer Haltung erkennen: die einen treten steifer und zurückhaltend, die anderen flexibler und selbstbewusster auf.

Die Körperhaltung verrät Interessantes über deinen Gemütszustand
Die Körperhaltung verrät Interessantes über deinen Gemütszustand.

Was deine Körperhaltung über dich verrät

Wir sehen uns jetzt einige konkrete Beispiele an, die uns wichtige Details über die Gemütsverfassung und den Charakter einer Person geben:

Sich öffnen oder zurückziehen

Eine weltoffene Person mit einem gesunden Selbstwertgefühl und Vertrauen zeigt ihre fröhliche und optimistische Einstellung durch eine offene Körperhaltung, die sich durch Bewegungen der Ausweitung und Ausdehnung manifestiert. Diese Menschen heißen andere in ihrem eigenen Raum willkommen. 

Unsicher, ängstliche und misstrauische Menschen ziehen sich hingegen auch körperlich zurück. Sie ziehen sich zusammen, sind an ihren abwehrenden Gesten zu erkennen und gehen auf Distanz. Dies ist ein Schutzmechanismus, der kaum zu verheimlichen ist.

Angespannte oder gelassene Körperhaltung

Die Muskelspannung verrät uns, wie flexibel eine Person auf psychologischer Ebene ist. Menschen, die eine übermäßig starre und feste Körperhaltung einnehmen, sind wahrscheinlich kritisch und fordernd gegenüber sich selbst und anderen. Es fällt ihnen schwer, sich emotional zu öffnen, und sie tragen häufig eine Maske, um sich zu schützen.

Eine entspannte, lockere Körperhaltung kann darauf hindeuten, dass du es mit einer flexiblen und anpassungsfähigen Person zu tun hast, die gut mit Stress umgehen kann und dazu neigt, sich so zu zeigen, wie sie ist.

Ein übermäßiger Mangel an Muskeltonus kann jedoch auf ein inneres Gefühl der Schwäche hinweisen. Menschen, die sich einsam oder verlassen fühlen, sind häufig an dieser Körpertypologie zu erkennen. Sie drückt das Bedürfnis aus, sich an andere anzulehnen, da es ihnen an Stabilität fehlt.

Der Spiegel der Seele

Die Augen sind nicht fähig, Gefühle zu verbergen, denn sie sind Fenster, die tiefen Einblick in die Gemütsverfassung eines Menschen geben.

Die Augengestik verrät auch sehr viel über die Persönlichkeit: Schüchterne, unsichere Menschen richten ihren Blick oft auf den Boden. Ein flüchtiger Blick ohne direkten Augenkontakt kann auf Angst vor Verletzlichkeit oder emotionaler Bindung hinweisen. Der starre, trotzige Blick zeigt eine kontrollierende, misstrauische und selbstsichere Person.

Wa die Körperhaltung verrät
Ein starrer Blick deutet auf Selbstsicherheit hin, kann aber auch als einschüchternd empfunden werden.

Schulterhaltung

Auch dieser letzte Aspekt kann interessante Informationen liefern. Kennst du eine Person mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, die möglicherweise an Rückenschmerzen leidet? Es handelt sich vermutlich um eine sensible Person mit wenig Selbstvertrauen. Sie hat vermutlich Angst davor, verletzt zu werden.

Ein Mensch mit aufrechter Haltung und zurückgezogenen Schultern tritt selbstbewusst auf und zeigt in seiner Haltung Mut und Sicherheit. Oft handelt es sich auch um eine Abwehrhaltung einer Person, die Konflikten nicht aus dem Weg geht.

Deine Körperhaltung hilft dir in der Entwicklung deiner Persönlichkeit

Du kannst deine Körperhaltung bewusst verändern, um deine Persönlichkeit zu entwickeln und deine Gefühle zu regulieren, denn beide beeinflussen sich gegenseitig. Du weißt vielleicht, dass auch ein gezwungenes Lächeln das Wohlbefinden fördert. Genauso kann dir auch deine Körperhaltung helfen, dich besser oder sicherer zu fühlen.

Wenn du dich selbstbewusster fühlen willst, beginne damit, eine aufrechte Haltung zu üben: Rücken gerade, Brust raus und Schultern zurück. Du möchtest kontaktfreudiger sein? Versuche, eine gelassene, entspannte Haltung einzunehmen und deine Arme nicht abweisend zu verschränken. Kleine Veränderungen der Körperhaltung können deine Einstellung verändern, du musst jedoch konsequent sein.

Vergiss nicht, dass du auch auf psychologischer Ebene an deiner Persönlichkeit arbeiten musst, um dein Ziel zu erreichen. Dein Körper ist ein wichtiges Werkzeug, das du zu deinen Gunsten nutzen kannst. Die Veränderung der Körperhaltung ist ein guter erster Schritt auf deinem Weg zur Selbstverwirklichung.

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