Warum Laufen eine wunderbare Form der Meditation ist

24 Februar, 2021
Bei unserem heutigen Lebensstil ist es unbedingt notwendig, dass wir uns um unseren Körper und unseren Geist kümmern. Laufen ist eine der beliebtesten Trainingsarten, die es gibt und dabei auch eine der gesündesten.

Bei unserem heutigen Lebensstil ist es unbedingt notwendig, dass wir uns um unseren Körper und unseren Geist kümmern. Laufen ist eine der beliebtesten Trainingsarten, die es gibt und dabei auch eine der gesündesten.

Das heißt natürlich, wenn unsere körperliche Verfassung dies zulässt und wir intelligent an das Training herangehen.

Und dann wäre da noch die Meditation: Sie ist zu einer beliebten und allgemein akzeptierten Methode geworden, um unser mentales und emotionales Selbst zu stärken.

Laufen tut uns einfach so gut. Es ist gut für das Herz und auch für unseren Geist. Es kommt häufig vor, dass unsere Gedanken während des Laufens abschweifen, egal ob wir dabei nun über unsere Lauftechnik oder etwas völlig anderes nachdenken.

Man könnte sagen, dass bei einem gutem Training Körper und Geist in Einklang sind, auch wenn sie mit unterschiedlichen Dingen beschäftigt sind. In diesem Zustand kann auch die Meditation bei uns Einzug halten.

“Wenn du deinen Geist für das Laufen trainierst, wird alles andere einfach sein.”

Marathonläufer Amby Burfoot

Laufen als eine Form der Meditation.

Die Magie der Meditation

In der Meditationspraxis sollen wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, den Geist zu leeren und unsere Ängste kleiner werden zu lassen. Die Meditation lehrt uns, uns von unseren Sorgen zu lösen, die sich auf hinterhältige Weise in den Fluss unserer Gedanken schleichen.

Darum ist Laufen auch eine wunderbare Möglichkeit, unseren Geist zu befreien und Spannungen im Körper zu lösen. Die Körperspannung wird tatsächlich in Bewegungsenergie umgewandelt.

Meditation führt nicht nur zu einer friedlichen Grundstimmung; sie bietet auch weitere Vorteile für die Menschen, die sie ausüben. Es konnte nachgewiesen werden, dass Meditation beim Stressabbau hilft und die Bildung von Hormonen anregt, die uns vor Depressionen schützen.

Meditation hat auch etwas damit zu tun, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Damit erhalten wir Hilfe beim Umgang mit Schmerzen. Eine Meditationspraxis kann sogar einen positiven Einfluss auf die Architektur unseres Gehirns haben, da sie wichtige synaptische Verbindungen stärkt.

Um eine Meditations- und Achtsamkeitspraxis zu entwickeln, gibt es viele Möglichkeiten. Dazu müssen wir nicht unbedingt Kerzen oder Räucherstäbchen anzünden oder auf einem speziellen Kissen in einer bestimmten Haltung sitzen.

Wenn wir uns in eine beliebige Tätigkeit vertiefen, können wir in der Tat eine meditative Haltung dabei einnehmen. Laufen gehört zu diesen Aktivitäten: Wird das Laufen richtig ausgeführt, bringt es uns in den “Flow”.

Eine Frau geniesst das Laufen.

Laufen ist Medizin für den Geist

Läufer sprechen oft darüber, dass Laufen für sie wie eine Medizin und eine Art Navigationshilfe durch die Probleme ist, die sie in ihrem Leben haben. Es stellt einen Weg dar, der Negativität zu entfliehen und die eigenen “Dämonen” zu besiegen.

Laufen geht über das Bedürfnis nach körperlicher Betätigung hinaus. Menschen haben auch das Bedürfnis danach, emotional “fit” zu werden: “Wenn ich diesen Lauf durchstehe, kann ich alles schaffen.”

Laufen ist eine natürliche, rhythmische Bewegung. Dabei fließt Energie durch unseren Körper, die in diese Bewegung umgesetzt wird. Anstatt die Energie für negative Gedanken und Gefühle aufzuwenden, wird sie zum Treibstoff für eine Aktivität, die unser Nerven- und Hormonsystem anregt.

Haben wir uns also erst einmal von negativen Emotionen befreit, können wir viel leichter an diesen arbeiten. Wir können aus schlechten Gefühlen lernen und danach mit unserem Leben weitermachen.

Wie man weiß, werden sowohl Geist als auch Körper gestärkt, wenn man beim Laufen in einen meditativen Zustand kommt.

Eine Studie aus dem Jahr 2016, die in der Fachzeitschrift “Translational Psychiatry” veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass bei Teilnehmern, bei denen vor der Studie eine Depression diagnostiziert worden war, die Symptome um 40 Prozent zurückgingen, wenn sie sich an folgende Vorgaben hielten: In einem Zeitraum über acht Wochen absolvierten sie eine Kombination von Achtsamkeits- und Geh-Meditationen mit anschließender körperlicher Aktivität auf dem Ergometer oder Laufband.

Wo liegt hier der Schlüssel für uns? Laufen hilft uns dabei, uns auf eine Sache zu fokussieren – besonders dann, wenn wir schon eine Weile gelaufen sind und unsere Bewegungen automatisch ablaufen. Es ist gut, wenn wir uns beim Laufen nicht mehr so übermächtig anstrengen müssen.

Wir gehen dazu über, unseren Körper weniger zu “ziehen” und ihn vielmehr zu “begleiten”. Dies führt zu einer Art von aktiver Meditation, die sehr beruhigend wirken kann.

En Mann läuft meditativ über eine felsige Küstenlandschaft.

Laufen “entschleunigt” den Geist

Laufen verlangsamt den Strom unserer Gedanken. Wir bekommen dabei eine neue Perspektive und unsere Stimmung ändert sich.

Wenn du bisher noch nie oder wenig gelaufen bist, dann hast du bestimmt die folgende Erfahrung gemacht: Wie oft hattest du in der Nacht ein Problem, das dir gigantisch vorkam und das sich dann am Morgen irgendwie kleiner anfühlte?

Warum das so ist? Weil wir zu verschiedenen Tageszeiten sehr unterschiedlich denken.

Das Laufen wirkt sich genauso aus. Es führt zu einer anderen Denkweise. Wir können uns während unserer Laufbewegungen mit einem Problem befassen. Wir spüren nämlich dann nicht die Angst, die uns nachts heimsucht.

Wenn sich unser Verstand allerdings beim Laufen nicht mit diesem Problem beschäftigen will, können wir es loslassen und unseren Geist frei machen, um uns auf die Reize der Außenwelt zu konzentrieren. So kann unser Verstand in Ruhe arbeiten.

Das Laufen zwingt unseren Verstand dazu, zu “entschleunigen” – selbst wenn wir das nicht wollen. Der intensive Wirbel von Gedanken und Sorgen legt sich beim Laufen ganz allmählich von selbst.

Laufen als Form der Meditation: Eine Frau läuft in den Sonnenuntergang.

Laufen bringt uns in die Gegenwart

Die meiste Zeit sind wir uns des gegenwärtigen Augenblicks gar nicht bewusst. Unser Verstand springt von der Vergangenheit in die Zukunft und macht keinen Zwischenstopp in der Gegenwart. Auf diese Weise können wir einen Großteil der Informationen nicht verarbeiten, den wir über die Sinne aufnehmen.

Wenn wir dann einen Denkvorgang haben, stehen uns dafür nur begrenzte Informationen zur Verfügung. Wenn wir also die Entscheidung treffen, dass wir lieber Vergangenheit und Zukunft wichtiger nehmen, werden wir der Gegenwart nicht besonders viel Aufmerksamkeit schenken.

Genau das ist das Hauptziel aller meditativen Praktiken: Der Gegenwart Aufmerksamkeit schenken. Meditation soll uns helfen zu verstehen, dass wir in der Gegenwart innehalten müssen. Nur mit dieser Brücke schaffen wir es, die Vergangenheit und die Zukunft zu verbinden.

Mentale Konzentration ist ein grundlegender Teil aller meditativer Praktiken. Dabei ist das Ziel, uns in einen bestimmten Bewusstseinszustand zu bringen, ohne die Ausrichtung unseres Blicks zu verlieren. So sind wir durch Meditation in der Lage, einen Baum zu betrachten, ohne uns im Wald zu verirren.

Genau das gelingt uns durch das Laufen: Der gegenwärtige Augenblick wird uns bewusster. Dann können wir mit den Problemen umgehen, die hochkommen.

Laufen verbindet uns auch deshalb mit der Gegenwart, weil wir dabei mit unserem Körper kommunizieren. Wir haben uns daran gewöhnt, diese fast perfekte “Maschine” zu  ignorieren, es sei denn, dass sie vor Schmerz laut schreit.