Wahre Freunde erweisen sich in schlechten Zeiten

28. Juni 2017 en Emotionen 363 Geteilt

Bestimmte Freunde helfen uns in den kompliziertesten Augenblicken unseres Lebens dabei, nicht hinzufallen. Freunde, die sich für uns Zeit nehmen und die uns ihre Zuneigung schenken, damit wir uns besser fühlen. Sie bieten uns ihre Schulter, an der wir uns ausweinen können und werden im Gegenzug nichts von uns dafür verlangen. Stattdessen sehen sie mit Zufriedenheit, dass wir emotional Erleichterung finden. Diese Erleichterung brauchen wir in schweren Zeiten so dringend. Das sind unsere wahren Freunde.

Darum – so sagt man – findest du in deinen schlimmsten Zeiten heraus, wer es verdient, in deinen besten Zeiten an deiner Seite zu sein. Denn diese Menschen sind wie deine Anker in der Realität. Sie sind eine Quelle an Unterstützung, die Riegel an der Tür deines Lebens mitsamt den guten Dingen, die sich dahinter befinden. Deshalb ist unsere Zeit ein wunderbares Geschenk. Ein Geschenk, das auf Gegenseitigkeit beruht. Ein Gut, das so hoch geschätzt wird, dass wir richtig aufpassen müssen, wem wir es übergeben. Nicht jeder ist diese Gabe wert.

Ein Gespräch über die eigenen Gefühle schafft eine Basis in schweren Zeiten

Wir neigen zu der Annahme, dass die Menschen um uns herum zwischen den Zeilen lesen könnten. Auf die Frage „Was ist denn los?“  antworten wir vielleicht mit „Ach, nichts“.  Oder wir sagen kurz ein paar Worte dazu. Wir machen den Fehler und sind geizig, wenn es an der Zeit ist, unsere quälendsten emotionalen Erfahrungen in Worte zu kleiden. Und hoffen, der andere würde uns dennoch verstehen.

Dies gehorcht einer Art von magischem Gedanken, der auf Erwartungen beruht. Wir glauben, dass die anderen stets unterscheiden könnten. Und dass sie wüssten, wie man sich in jedem gegebenen Augenblick verhält und warum. Das ist ein Fehler. Und das Ergebnis davon ist, dass wir unfair werden.

Also pass auf! Sei vorsichtig, mache nicht den Fehler, zu denken, dass andere deine Konflikte oder dein Unbehagen erraten könnten. Wenn wir unsere Geschichte nicht ausdrücklich mitteilen, können viele Menschen in unserem Umfeld womöglich den Ernst unseres Zustands nicht begreifen.

Es ist gefährlich, ein Ratespiel zu veranstalten. Wie du vielleicht schon einmal am eigenen Leibe erfahren hast, passiert es oft, dass wir Dinge tun und anschließend bereuen, wenn wir uns von solchen Erwartungen leiten lassen.

In Beziehungen gelten keine Sätze wie „Für dich würde ich es tun“  oder „Das hättest du doch merken müssen“.  Nein. Es ist wichtig, dass wir unsere Stimmung mitteilen und dass wir direkt um Unterstützung bitten. Egal, wie du darüber denken magst – es macht dich nicht verletzbarer.

Es ist gut, dass wir wählerisch sind: Wem wollen wir von unseren Schlachten und unserer Geschichte erzählen?
Wir entscheiden, wen wir in unser Leben hineinlassen. Wenn uns also jemand im Stich lässt, sollten wir auch unser eigenes Verhalten so objektiv wie möglich analysieren. Gedanken wie „Wenn ich sie wäre, hätte ich...“  sollten wir vermeiden. Wir sollten stattdessen versuchen, unseren Konflikt und unsere Enttäuschung in andere Worte zu kleiden. Das wird uns vor der einen oder anderen Enttäuschung bewahren.

Wenn die Kommunikation im Fluss ist: emotionale Unterstützung

Es ist fabelhaft, wenn du dich auf Leute verlassen kannst, die in deinem Leben „für dich da“ sind, genau zu dem Zeitpunkt, wenn du sie brauchst. Das steht außer Frage. Umarmungen und Momente der geteilten Stille erfüllen uns in Augenblicken, in denen uns eine emotionale Leere verfolgt.

Für immer festgehalten wird das Antlitz von echter Wertschätzung und Güte. Es zeigt die Metamorphose der Beziehung, ihr Gedeihen, die unerträgliche, unergründliche Traurigkeit, unsere Abtrennung und Ungeduld, unsere Verzweiflung und unseren Selbstbetrug.

Diese Menschen sind es, die uns zugehört haben, als uns die Tränen in Sturzbächen über das Gesicht liefen. Sie hielten uns die Hand fest, als wir uns selbst schlagen wollten. Schläge, die wir uns aus der Angst heraus verabreichen wollten, dass jemand anderes uns eine noch tiefere Wunde zufügt.

Es ist nicht so, dass die Anwesenheit unserer Lieben große Gesten oder Höflichkeitsbesuche erfordert. Wir sprechen hier über gute Gesellschaft, Worte der Ansporns oder aufmunternde Gespräche , wenn du sie brauchst. Darum verdienen die Leute, die bei uns sind, wenn wir nicht attraktiv oder ansprechend aussehen, wenn wir über unsere Frustrationen und die Ungerechtigkeit des Lebens schwadronieren, wenn unser Leiden die Rücksicht auf den anderen überrollt, dass sie an unserer Seite sein dürfen, wenn wir gute Zeiten erleben.

Diejenigen, die bei uns bleiben, wenn wir uns in der Dunkelheit verirrt haben, verdienen es auch, uns in den Augenblicken zu begleiten, in denen wir am meisten strahlen. Sie verdienen unsere Wertschätzung, Wärme, Zuneigung und Freude. Sie verdienen ein Fest, das ihrer wert ist. Sie verdienen es, mit Gegenseitigkeit belohnt zu werden.

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