Vorsicht, Träume! – Das unsichtbare Schild, das alle Kinder tragen

· 17. Februar 2018

Kinder bestehen aus zarten, unschuldigen, erstaunlichen Fasern. Sie haben sprudelnde kleine Köpfe, die im Spiel ihre Träume realisieren, um sie zu erleben und sich mit Hoffnung zu erfüllen. Wenn wir unter Kindern sind, müssen wir uns deshalb bewusst sein, dass wir sie formen. Wir sind die Menschen, die für ihre Vorstellungskraft, ihren Hunger nach Abenteuern und ihr Selbstwertgefühl verantwortlich sind.

Wenn wir innehalten und darüber eine Sekunde lang nachdenken, ist es leicht, zu verstehen, wie wichtig es ist, Kindern ihre Träume zu erhalten: Wenn wir ein Haus bauen möchten, müssen wir mit dem Fundament beginnen. Denn wenn wir mit dem Dach beginnen, wird es nichts geben, das es hält.

Für die Erziehung von Kindern gilt dasselbe. Wenn wir ein solides Fundament schaffen wollen, müssen wir es aufbauen und stabil gestalten. Von unten nach oben, vom ersten Tag an. Kinderträume sind das Fundament eines glücklichen Lebens.

Kinder, die Heißluftballons beobachten

Jedes Kind hat spezielle Bedürfnisse

Jedes Kind hat spezielle Bedürfnisse, weil jedes Kind einzigartig ist. Von dem Tempo, in dem es auf der ganzen Strecke lernt, bis zu der Art und Weise, wie es seine Ideen und Gefühle zum Ausdruck bringt. Alles in Kindern ist sehr personenbezogen und einzigartig.

Wir müssen den Kleinen riesige Mengen an Liebe und Respekt schenken. Wir müssen ihren verrückten Ideen und großen Träumen zuhören.

Der erste Schritt ist es natürlich, ihnen unsere Zeit zu schenken. Das bedeutet, ruhig zu bleiben, wenn sie einen Wutausbruch haben. Oder ihnen dabei zu helfen, ihre Emotionen in den Griff zu bekommen und mit ihnen zu spielen. Es bedeutet, ihre Kreativität zu fördern und Kinderträume niemals zu begrenzen.

Du lernst, wie man ein Kind großzieht, indem du es großziehst. Es scheint offensichtlich zu sein, aber das ist es nicht: Wir müssen besonders darauf achten, nicht in falsche Vorstellungen zu verfallen. Wir wissen nicht alles. Und genau genommen machen wir wahrscheinlich viele Dinge falsch.

Junge küsst Mädchen auf die Stirn

Die Vorstellung, dass etwas „leichter gesagt, als getan“ ist, ist ein Schutzschild, das wir hochhalten, wenn wir Fehler in der Erziehung unserer Kinder machen. Es ist aber auch eine Barriere, die wir nur schwer überwinden können, wenn es darum geht, unseren Geist zu öffnen. Wenn es darum geht, zu erkennen, dass wir uns vielleicht nicht genug Mühe geben, wenn wir etwas an der Art, wie wir unsere Kinder erziehen, ändern wollen. Doch ohne vom Hauptthema abzuweichen, wollen wir erneut das Fundament der Erziehung hervorheben: Letzten Endes geht es immer darum, unseren Kindern Flügel zu verleihen, sodass sie ihre Kinderträume erfüllen können.

Wenn wir sie mit Aussagen und Grundhaltungen à la „das ist für dich zu schwer“, „wenn du diesen Weg gehst, wirst du es nie zu etwas bringen“  oder „tu es nicht auf deine Weise, tu es auf meine“  einschränken, erziehen wir Kinder, die sich fügen. Kinder ohne Träume.

Respektiere sie, schätze ihre Träume wert

Wenn wir Kindern Hoffnung geben, werden sie sich diese auch bewahren. Wenn wir ihnen vertrauen und sie Fehler machen lassen, werden sie mehr lernen. Mit unserer unbegründeten Angst machen wir sie nur ängstlich. Das kann dazu führen, dass kein Selbstvertrauen entwickeln. Wir würden sie so zerbrechlich machen. Wir würden sie zu Menschen machen, die sie nicht sind, zu Menschen, die sie nicht sein wollen.

Wollen wir ihnen so wirklich eine Falle stellen? Kinder brauchen es, dass ihre Träume, ihre Gedanken über sich selbst und ihr Selbstwertgefühl geschützt werden. Sie sind das, an dem sie sich festhalten können, wenn Probleme auftreten und sie gegen Mauern stoßen. Diese Mauern können und sollten wir ihnen nicht nehmen. Sie sind jene Hindernisse, die da sein werden, egal wie sehr wir es hassen, dass sie existieren.

Kind, das Sterne beobachtet

Die Kindheit ist der wichtigste Abschnitt des Lebens, weil sie eine Zeit ist, in der das Erträumen unmöglicher Dinge möglich ist. Es ist die Phase, in der wir unser ganzes Leben noch vor uns haben. Eine, in der wir wir selbst und niemand anderes sind. In der wir nicht in den Spiegel sehen und uns mit der Person neben uns vergleichen. Es ist die Phase, in der wir jemanden bewundern, weil er heldenhaft ist.

Also hilf Kindern dabei, das Wundervolle zu sehen, dass sich jeden Tag in ihnen und um sie ereignet. Frage sie, was ihnen am Tag am besten gefallen hat, oder nach ihrem Lieblingssport, in welchen Dingen sie gut sind. Lass sie sich wichtig fühlen. Zeige ihnen, wie man eine Schere benutzt, zeichnet, Ton in Form bringt und einen Ball hart schießt. Lass sie sich für etwas begeistern, lass sie verstehen, dass sie eine Menge beizutragen haben, selbst wenn sie noch „klein“  sind. Und zeige ihnen tausend und einen Weg, wie man gewisse Dinge macht, damit sie wachsen können. Wege, wie sie ihre Wut kontrollieren und wie sie ihren Unmut und ihr Glück teilen können.

Lass sie nicht ins Bett gehen, ohne ihnen großartige Dinge über sie gesagt zu haben. Ohne ihre besten Eigenschaften, Leistungen, Träume und Wünsche hervorgehoben zu haben. Schätze ihre Erfolge wert, kommuniziere mit ihnen. Denn ich verspreche dir, dass es einfacher ist, ein starkes Kind großzuziehen als einem gebrochenen Erwachsenen zu helfen.

Titelbild mit freundlicher Genehmigung von Karin Taylor